Saisonfinale in Poznań,

und wir haben den Winter getroffen. Ich glaube nicht, dass die Fahrerschaft begeistert war, wenn in der Nacht nur noch + 2.0 Grad sind und das Zähneputzen früh zu einer eisigen Angelegenheit wird.
Ganz abgesehen von den Bedingungen, wenn die Rennstrecke zum Qualifying früh um neun noch vollkommen „Grün“ ist und der Gripp gegen null tendiert. Trotzdem waren alle hoch motiviert, weil noch in keiner Klasse der Meister feststand und sich alles auf das letzte Rennen konzentrieren musste. Die freien Trainings verliefen am Freitag – Nachmittag reibungslos und fast alle Fahrer nutzten die Gelegenheit um zu testen. Die Qualifyings am Samstag früh 10:05 für die Formel und danach 10:30 für die Tourenwagen waren geprägt von taktischen Überlegungen, denn die Wichtigkeit der Meisterschaft stand einigen ins Gesicht geschrieben, also nichts kaputt machen.

Bei der Formel stand erwartungsgemäß Toni Koitsch vor Nils-Holger Wilms in der ersten Reihe und dann folgten Falk Schwarze und Bernd Weber. Schon allein diese Konstellation lies guten Formelsport erwarten, denn in Reihe drei standen mit Frank Thalmann und Tobias Worm, ebenfalls Leute, die allemal ein Wort mitreden konnten. Auch die Formel Easter hatte dieses Mal einen internationalen Gast in ihren Reihen, es war der Sohn des uns allen bekannten Jaak Kuul, Taavi Kuul beginnt unter der Obhut von Papa seine ersten Schritte in einem Formel-Rennwagen.

Bei den Tourenwagen sah es nicht schlechter aus, denn mit Sebastian Dross und Dieter Hoffmann standen da zwei in der ersten Reihe, die bereit waren sich nichts, aber auch gar nichts zu schenken. Basti, wie wir ihn nennen, war ganz nahe am Gewinn des ADAC – Pokal 2018 und wäre damit wohl der erste Tourenwagen der diesen Pokal gewinnen würde, denn in der Vergangenheit standen dort immer nur Formelfahrer ganz oben. Aber mit Kai-Uwe Rossner und Uwe Hahn hatte er da noch zwei Kandidaten hinter sich stehen, die das auf alle Fälle verhindern wollten.

Zu meiner Freude waren meiner Einladung auch zwei Letten gefolgt und wir waren alle gespannt, was denn aus dem Osten auf uns zukommt. Denn mit Andris Grigis, der in der Vergangenheit in der Formel am Start war, war da schon ein Schwergewicht aus dem Baltikum angereist. Der eine war Normunds Bērziņš (21013) und der andere Matīss Mežaks (2101) beide aus Riga, waren vom Regelwerk der HAIGO begeistert, weil wir damit ehrlichen historischen Motorsport betreiben. Wenn es unsere Fahrer auch immer und immer wieder in Frage stellen, aber nach nunmehr fast fünfzehn Jahren des Bestehens der HAIGO, kann der eingeschlagene Weg nicht falsch gewesen sein.

Am Samstag-Nachmittag war es dann endlich soweit und die Formel wurde gegen 15:50 Uhr zum Start gerufen.
Denn Start gewinnt Toni Koitsch und in der ersten rechts ist die Reihenfolge – Koitsch, Schwarze, Wilms, Weber, Jens Nase (Jens, bitte nimm mir das nicht übel, aber Du bist nun mal unsere „Nase“) und Tobias Worm. Das bleibt so bis zum Schluss, obwohl es kein langweiliges Rennen war, denn die Abstände waren so gering, dass bei nur einen kleinen Fahrfehler alles hätte passieren können. Die Zeiten im Ziel waren von Schwarze bis Bernd Weber auf Platz vier so knapp, dass die Differenz nach zwölf Runden nur noch ganze 7,44 Sekunden betrug, dass konnte sich sehen lassen.

Die Easter-Fahrer staunten nicht schlecht, als der Sieger am Ende Taavi Kuul hieß, aber Christian Stoppel war schlau genug und ließ sich nicht auf einen Kampf mit dem Esten ein, denn er wollte ja Meister bei den „Kleinen“ werden.

15:45 – Rennen eins der Tourenwagen
Dross auf Pole und dahinter Hoffmann, der alles riskieren konnte, weil Dross sicher ins Ziel kommen musste um Meister zu werden. Dahinter Rossner und Hahn, die beide das Gleiche wollten, nämlich gewinnen. Dann ging es los und der erste Schock folgte auf schon nach wenigen Metern.
79 – Rossner und 72 – Landwehr = Fehlstart
Beide mussten zur Strafe einmal mit 60 Km/h durch die Boxengasse rollen. Rossner der ja gewinnen musste um noch eine Chance auf die Meisterschaft zu haben, passierte die Boxengasse mit gefühlten 100 Km/h!!!

Als die kleine Lady im Turm endlich ihre Radarpistole bereit hatte kam Landwehr mit ordentlichen 60 Km/h und Rossner hatte Schwein, denn die zweite Runde wäre mit einem 5 Sek. Stopp verbunden gewesen. Dann inszenierte Rossner eine Aufholjagt vom Feinsten und wurde am Ende doch noch mit Platz Drei belohnt. Am Ende passierten Sie nach elf Runden, wie es nun bei den Tourenwagen üblich ist, die Ziellinie mit einer Zeitdifferenz von 3,5 Sek. von Platz eins bis Platz sieben. So kamen sie ins Ziel:
Hoffmann, Dross, Rossner, Hahn, Gröning, Roth, Mežaks und Fritz Berger.
Fritz Berger fährt zur Zeit Rundenzeiten die ihn zu einem ernsthaften Bewerber für einen Podiumsplatz machen und nun will er wirklich aufhören.
Fritz, bitte überlege es Dir noch einmal!

Sonntag, die Reihenfolge ist dieses Mal gedreht und ich kann nicht sagen warum.
Also beginnen 13:50 Uhr unsere Tourenwagen und Dieter Hoffmann steht auf der Pole. Dahinter Rossner und dann erst Dross und Hahn.
Den Start gewinnt Hoffmann aber Hahn hängt sofort dran und Dross schaut sich das Treiben von Platz drei aus an. Aber schon in der zweiten Runde geht Dross auf zwei und Hahn bekommt unheimlichen Druck von hinten, denn Roth, Gröning, Mežaks und Fritz Berger drücken was das Zeug hält. Bis Runde neun wechseln die Positionen dauernd und dann ist Roth sogar auf Platz drei und Gröning klebt am Heck wie ein Kaugummi. In Runde zehn fällt Hahn mit technische Problemen zurück und Mežaks kommt als vierter in die letzte Runde. Vorn scheint alles gelaufen, Hofmann vor Dross, aber wer wird Dritter?

Dann kommen sie wie ein Paket aus der letzten Kurve auf die Zielgerade und der „Glückliche „ ist Peter Gröning. Vierter wird unser Gast Matīss Mežaks und daran hängt Thomas Roth wie eine Klette. Ein paar Sekunden später kommt Fritz Berger und für ihn war dieses Rennen bestimmt wie ein Sieg.
Vielen Dank auch an Uwe Hahn, der den Zastava noch in Ziel gebracht hat, genauso wie auch an Jonny Schönfelder, Normunds Bērziņš, Eckhard Nienhold und Swen Landwehr. Ihr habt dazu beigetragen, das unsere Gäste zu Hause in Lettland, in Estland und in Polen berichten können, die HAIGO ist eine geile Truppe und darauf kommt es ja am Ende an.

Sonntag – 14:30
Rennen zwei der Formel und Toni Koitsch steht erwartungsgemäß auf Pole. Daneben Falk Schwarze und dahinter Wilms und Tobias Worm, dann Weber und Thalmann.

Das kann ja was werden, Wilms muss ankommen und Schwarze muss punkten, sonst sind Weber und Thalmann vorbei.
Dann geht die Hatz los und Wilms gewinnt den Start und setzt sich vor Schwarze und Koitsch an die Spitze um jeglichen „Kampfhandlungen“ aus dem Weg zu gehen. Das gefällt Schwarze aber gar nicht, er schaut sich eine Stelle aus und übernimmt die Führung und baut diese sogar ganz langsam und behutsam aus. Dahinter liegen Wilms und Toni Koitsch, Worm, Thalmann, Jens Nase und Jaak Kuul auf der Lauer.

Dann, in Runde acht passiert eine Sache, die beinahe das Rennen beendet hätte. Wilms begeht einen Fahrfehler, rutscht mit dem linken Hinterrad über die Curbs, das Auto geht quer und der dicht folgende Toni Koitsch kann nur durch Ausweichen ins Kiesbett eine Kollision verhindern. Durch den Absatz vom Kiesbett zur Rasenfläche wurde der Frontflügel und das Heckteil inclusive Heckflügel des Estonia abgerissen und auf die Strecke geschleudert.

Dank an Toni, der durch eine Meisterleistung das Auto bei hoher Geschwindigkeit aus dem Kiesbett auf dem Rasen brachte und nur Zentimeter von der Leitplanke entfernt, das Auto stabilisieren konnte und so einen bösen Einschlag in die Leitplanken verhindern konnte. Genauso bravurös war die Reaktion von Tobias Worm, der bei dem Tempo den Rest – Teilen vom Koitsch-Estonia, die plötzlich vor ihm auf der Strecke auftauchten, ausweichen konnte und somit eine zweite Gefahr eines Unfalles verhindert hat. Das sind Dinge die bei jeden Rennen passieren können und wir alle wissen, dass auch wir davon nicht verschont bleiben. Alle sind ohne körperlichen Schaden davon gekommen und somit kann ich von Glück sagen, dass nur die Autos was abbekommen haben.

Am Ende wurden sie in der Reihenfolge abgewunken:
Schwarze, Worm, Wilms, Kuul, Schönfeld, Fontanski, Thalmann und Jens Nase.

Jacky Thalmann und Jens Maik (Nase) erhielten von der Rennleitung jeweils eine 30 Sek. Strafe, wegen Fehlstart.

 

Stromhardt Kraft