Saisonbeginn gerettet

Als ich den Terminplan 2018 mit allen Veranstaltern abgestimmt hatte, freute sich die ganze HAIGO-Familie über die hervorragenden Rennen, die uns angeboten wurden. Es wären mit fünf (5) internationalen hochrangigen Veranstaltungen der beste Terminplan gewesen, den die HAIGO in ihren bisherigen vierzehn Jahren ihres Bestehens gehabt hätte.

Leider erreichten mich Ende März zwei Absagen, die uns hart getroffen haben und ich überhaupt keine Möglichkeit der Korrektur mehr hatte. Der erste Termin mit der ADAC-GT-Masters in Most und der zweite mit dem ADAC-Historic-Cup in Oschersleben, waren schon zwei „Schwergewichte“ die einfach nicht zu ersetzen waren. Die Absagen der Veranstalter waren plausibel und erklärlich, aber eben leider für uns nur schwer zu ersetzen.

Hilfe kam in erster Instanz durch Torsten Babon, das ist der Promotor der Rennserie „Kampf der Zwerge“ die mit unseren Tourenwagen in der Vergangenheit und in Zukunft weiter guten Tourenwagensport betreiben werden. Torsten ließ alle seine gute Beziehungen zu Heinz Weber vom Stuttgarter Porsche Club spielen und brachte es fertig, dass die HAIGO mit ihrer kompletten Mannschaft in das schon fertige Programm vom 11. – 13. Mai 2018 in Oschserleben einsteigen und mitspielen konnte. Dafür konnten wir uns mit einer kleinen Männertags-Party im Fahrerlager bedanken.

Nur durch unser akkurates Auftreten in Poznan und durch unsere Freundschaft zu dem polnischen Veranstalter in Poznan ist es zu verdanken, dass ich eine Einladung zu einem Wertungslauf zur polnischen Meisterschaft vom 06.-08.07.18 in Poznan erhalten konnte.

Damit waren unsere üblichen fünf Termine und die zehn Läufe zur Meisterschaft gerettet.

Das die Umstände dann im Fahrerlager natürlich relativ provisorisch waren, wurden am Ende von allen Beteiligten im gegenseitigen Einvernehmen gelöst.
Das unsere Tourenwagen natürlich dabei die besten Karten hatten, war von Anfang an klar, sie standen gemeinsam mit den „Zwergen“ gut aufgeräumt in unserem „alten“ Fahrerlager am Hotel. Die Formel war ein wenig zersplittert und stand teilweise im „richtigen“ Fahrerlager und teilweise auf dem Bauhof der Motorsportarena Oschersleben. Aber eben doch gut betreut mit Strom und sauberen „eigenen“ Toiletten.

Zu guter Letzt hatten die Blech-Chauffeure sogar noch den „Vorteil“ dass sie schon am Samstag-Abend ihr zweites Rennen hatten und am Sonntag ganz entspannt nach Hause fahren konnten. Die Formel musste dagegen in den sauren Apfel beißen und ihr zweites Rennen am Sonntag-Abend gegen 17:35 Uhr bestreiten.
Am Ende kann ich nur sagen, dass wir unfallfreie und gute Rennen hatten und sich alle auf das Saison-Highlight vom 22.-24-Juni 2018 in Most freuen.
Die alte Formel 1 bis Baujahr 1983 ist der Gastgeber und das verspricht historischen Motorsport vom Feinsten.

Weil wir in Oscherleben so unterschiedliche Startzeiten hatten, kann ich heute auch nur die Höhepunkte berichten und hoffe, dass mir dafür ein wenig Verständnis entgegen gebracht wird.

Samstag – 12.05.2018 gegen 11:10 Uhr:
Ein wunderbares und buntes Feld von 38 vollkommen unterschiedlichen, aber alle mit 1300 ccm Motoren bestückten Tourenwagen, gehen auf die Reise.
Eine tolle Atmosphäre, wenn das Riesenfeld die erste „Rechts“ anbremst und alles gut geht.
Besonders überraschend war, dass schon im Training zu sehen war, dass die „Ostautos“ ein ernstes Wort bei der Pokalvergabe mitreden werden. Besonders „Heimkehrer“ Sebastian Dross, der im HAIGO – Fahrerlager mit viel Freude begrüßt wurde und der die ganze Saison bestreiten wird.
Aber der zurzeit amtierende TW – Meister Kai-Uwe Rossner, zeigte schon gleich am Anfang der Saison, dass er nicht bereit ist, seinen Titel kampflos ab zu geben. Unsere Tourenwagentruppe war zum Saisonanfang arg geschwächt, aber die Absagen der Fahrer waren begründet und ich hoffe, dass in Most alle wieder an Bord sind.
Im Rennen eins, war dann die Freude groß, denn der eben erwähnte „Meister 2017“ Rossner fuhr im Riesenfeld auf Gesamtrang eins (1) und Rocco Berger konnte nur zusehen, weil er zwischen einem Austin Mini Cooper S und einem NSU-TT im Doppelback eingekeilt war.

Sebastian Dross und Uwe Hahn machten mit den Plätzen sechs und acht die die Freude der HAIGO perfekt. Im Riesenmittelfeld kämpften tapfer aber schwierig auszumachen, Peter Gröning (12) Werner Liebers (15) Fritz Berger (16) wie Helden gegen die Übermacht an Alfa Giulietta, Fiat Abarth und NSU-TT.

Wir haben dieses Jahr zwei „Neulinge“ dabei und ihnen muss ich meinen ganzen Respekt zollen, weil sie in dieses Rennen geschickt wurden, ohne jegliche „Kampferfahrung“ in so einem Feld voller ehrgeiziger und erfahrenen Piloten. Der eine ist Eckhard Nienhold (2105) und der zweite ist Swen Landwehr (2105) und beide haben ihre Sache hervorragend gemeistert.
Besonders Swen Landwehr, der in seinem ersten HAIGO – Einsatz gleich vor seinen „Lehrmeister“ Thomas Roth ins Ziel kam. Schade, dass die beiden Spitzenleute Dieter Hoffmann und Michael Krings mit technischen Problemen ihre Autos unterwegs abstellen mussten.

Im zweiten Rennen des Tages konnte Kai-Uwe Rossner seinen Triumpf aus Rennen eins nicht ganz wiederholen, denn nach einem Ausflug ins Kiesbett waren Thomas Vielgut (NSU-TT) und Junior Wein (Austin Mini) nicht mehr einzuholen. Aber Platz drei ließ alle Tränen trocknen, den Sebastian Dross schon ganz nah dran und wollte dem Kai zeigen was noch so alles geht.
Rocco Berger und Uwe Hahn konnten den doch recht zahlreich angereisten Zuschauer zeigen, was der Tourenwagensport in der HAIGO kann.
Am Ende konnte der Leidgeprüfte Michael Krings mit seinem fast originalen Zastava 101 von Platz 38 bis ans Heck von Peter Gröning vor fahren und mit Peter auf Platz 10 und 11 über die Ziellinie donnern. Von den beiden „Frischlingen“ Nienhold und Landwehr, konnte nur Nienhold mit Platz 23 überzeugen, Landwehr trat zum zweiten Rennen aus technischen Gründen nicht mehr an. Ich bin aber überzeugt, dass sie beide in Most zeigen wollen, dass sie sich gut in der Tourenwagen – Meute der HAIGO etablieren wollen.

Samstag – 12.05.18 – 11:50 Uhr:
Erster Saisonstart der HAIGO-Formel in die neue Saison. Die Karten werden hier ganz neu gemischt, weil der Vorjahresmeister Toni Koitsch aus beruflichen Gründen seinen Titel nicht verteidigen kann.
Altmeister Wilms will natürlich seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen und die Formel wieder zu seiner „Spielwiese“ machen. Das Qualifying zeigte aber schon, dass da andere was dagegen haben. Allen voran Worm Junior, der mit seinem Gewicht von ca. 65 Kg. schon Vorteile genießt, aber das war auch schon zur aktiven Zeit seines Vaters so, dass es im Pokal für Frieden und Freundschaft, keine Gewichtslimitierung des Fahrers gab. Froh bin ich auch darüber, dass Thomas Hoffmann und Andrzej Fontanski, die ganze Saison dabei sind.
Schade, dass Henrik Opitz und Michael Hennig nur die Rennen in Deutschland fahren wollen und da haben wir dieses Jahr eben leider nur eins im Angebot.
Schön anzusehen war, dass die Leistungsdichte der Formel gewachsen ist und das die Abstände im Zieleinlauf wesentlich geringer geworden sind.

Natürlich kann man die Tourenwagen nicht mit der Formel vergleichen, aber die Leistungsdichte der Tourenwagen ist eben das Maß der Dinge, die es anzustreben gilt.
Altmeister Wilms hatte schon Mühe, sich die „Jugend“ vom Hals zu halten, aber noch erledigt er die ganze Sache mit Bravour und so konnte er im Lauf eins mit einem kleinen aber beruhigten Vorsprung seinen Lieblingsplatz auf dem Podest sichern. Mit nur 0,62 Sek. Abstand folgte aber schon Bernd Weber auf Platz Zwei und nur 1,12 Sek. dahinter folgte Tobias Worm auf Rang Drei.
Interessant war dann auch der Kampf um die Plätze vier bis neun, weil da Falk Schwarze mit einem vollkommen neu aufgebauten Estonia 25 nun die Pechsträhne, die er mit seinem treuen MTX 1-06 erleben musste, ein für alle Mal beenden will. Der Platz sechs im ersten Rennen war dabei der erste Schritt in die richtige Richtung.
Durch die Trennung der Klassen 1300 und 1600 war der erste Auftritt der Easter schon schön, aber eben leider nicht nach meinen Geschmack. Durch die Versprechungen und die damit verbundenen Zugeständnisse die die Fahrerschaft durch eine interne Abstimmung der Klasse gemacht hat, sieht man sich nun hintergangen und die Easter steht wieder dort, wo sie schon vor Jahren einmal stand, nämlich bei ganzen fünf Teilnehmer.

Trotzdem möchte ich eben diesen fünf „Eisernen“ meinen Dank und Anerkennung aussprechen, denn ein gutes Rennen habt ihr schon geboten. Denn wer in der Nacht ein paar hundert Kilometer macht (Stoppel und Keilig) um am nächsten Tag wieder mit dabei zu sein, dem sollte man schon den nötigen Respekt zollen. Deshalb sind die Plätze ein bis drei der Sportfreunde Ketzmarick, Keilig und Hennig genauso als wertvoll zu betrachten.

Da wir ja als „Zusätzlich“ in das Programm vom Stuttgarter Porsche Club aufgenommen wurden, mussten wir natürlich auch die Startzeit am Sonntag – Abend 17:40 Uhr in Kauf nehmen. Die Fahrer haben es mit Verständnis aufgenommen und ich möchte mich hiermit noch einmal bei allen bedanken.
Der „kleine“ Worm hatte es tatsächlich fertig gebracht und im Qualifying die letzte freie Runde dazu benutzt um die Pole zu an sich zu reißen. Damit stand zu meiner Freude wieder mal ein MT-77 ganz vorn an der Sonne.

Das letzte Rennen war dann aber wieder ein Rückfall in die alten Zeiten, denn Nils-Holger Wilms übernahm die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Das ist ja eine prima Leistung, aber dahinter passierte eben auch nicht mehr viel, obwohl die Differenzen unter den Autos schon viel kleiner geworden sind. So änderten sich die Platzierungen von Rang eins bis Rang 10, während des Rennens nur unwesentlich. Dank an Thomas Schossig, der Dresdener hat ein Auto von Heiko Werner übernommen und kam bei seinem ersten Rennen auf Platz 12 ins Ziel.

Hier nun noch die Platzierungen in der Reihenfolge wie sie gegen 18:00 Uhr (!) über die Linie kamen:
Wilms, Worm, Schwarze, Thalmann, Hoffmann, Weber, Opitz, Fontanski, Kunze, Schönfeld, Stoppel (Easter), Schossig, Ketzmarick (Easter), Schulze (Easter), Vogel, Werner, Hennig (Easter).
Wir haben ja in Oschersleben vor ein paar Jahren bei der Formel Mondial (1600) regelrechte „Ausfallorgien“ erlebt, zum Glück ist diese Zeit endgültig vorbei.

Jetzt steht wahrscheinlich der Saison-Höhepunkt in Most bevor und ich wünsche allen ein ebenso unfallfreies und kampfbetontes Rennen wie in Oschersleben.
Die Anfragen der HAIGO interessierten Anhänger sind schon recht häufig und ich erwarte eine richtig schöne historische Rennveranstaltung.

Bis dahin,
Stromhardt Kraft