Poznań – hat sich verändert

Nach dem ADAC-Race-Weekend in Oschersleben, folgte der dritte und vierte Wertungslauf der HAIGO in Poznań. Das Schlimme daran war nicht nur die Entfernung, die unsere Karawane zurück legen musste, sondern die viel zu geringe Zeitspanne zwischen den Rennen. Alle die in Oschersleben Probleme hatten, konnten in den folgenden vier Tagen nicht alles bewältigen und mussten auf Poznań verzichten. Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach, weil alle Veranstalter nach der Corona – Krise nun mit aller Macht versuchen ihre Veranstaltungen vor dem Herbst noch irgendwie unter zu bringen, entstehen solche komischen Rennkalender. Im September kommt noch mal so eine Folge von Rennen und ich habe schon jetzt Angst davor, das die geplante Veranstaltung in Poznań vom 10. – 12. 09.2021 darunter zu leiden hat.

Im Dezember 2020 haben die Fahrer aus Estland. Lettland, Polen, Tschechien und die HAIGO vereinbart, das wir in Poznan 2021 zum ersten Mal wieder ein Rennen mit allen befreundeten Fahrern aus den o. g. Ländern Motorsport gemeinsam betreiben wollen. Ich bin mit der Organisation betraut worden und die Rennleitung in Poznań hat mir ihre volle Unterstützung am Wochenende zugesagt.

Gut dazu passt auch die Verjüngungskur, die in Poznań stattgefunden hat, wenn auch noch nicht alles richtig rund gelaufen ist, aber die Polen sind auf einem guten Weg, internationalen Standard zu erreichen.

Nun zu den Rennen, das freie Training am Freitag-Nachmittag und das Qualifying zum ersten Rennen, verliefen reibungslos und ohne Höhepunkte. Nur zwei Fahrer ließen schon in beiden Trainings erkennen, dass sie absolut vorbereitet nach Poznań gekommen waren, um hier die Punkte und Pokale mit nach Hause zu nehmen. Bei der Formel drückte Bernd Weber gewaltig aufs Pedal und bei den Tourenwagen hatte sich Sebastian Dross vorgenommen, den verpassten Lauf in Oschersleben vergessen zu machen.

So war es dann auch in der Startaufstellung, die aber auch eine große Überraschung bereit hielt. Auf Platz Zwei stand ein junger Mann auf einmal ganz vorn neben Bernd Weber. Es war Christian Stoppel dem die freie Sicht nach vorn vollkommen fremd war und er sichtlich von seinem eigenen Speed überrascht war. Am Ende war es ein gutes Formelrennen, denn die ersten drei mit Wilms, Weber und Schwarze, trennten nach dreizehn Runden nur 1,142 Sekunden. Dann dahinter, aber gar nicht sehr enttäuscht – Stoppel.
Hoffmann und Thalmann hatten technische Probleme und so kam Christian Stoppel fast noch in Podest Nähe.

Wenn wir durch alle möglichen und unmöglichen Probleme in nur kleiner Besetzung in Poznań angereist waren, aber gute Rennen haben wir in beiden Klassen an allen Tagen geboten.
Eine ganz eigene Dynamik, zeigt sich bei den HAIGO–Tourenwagen in der letzten Zeit. Niemand weiß wieso und warum es auf einmal und nach so vielen Jahren des Bangens um unsere „Blechautos`s„ so sehr nach oben geht. Ich habe dieses Jahr sage und schreibe 26 Tourenwagen die sich eingeschrieben haben und es ist noch kein Ende in Sicht. Die Frage warum das so ist, kann ich leider nicht beantworten, es ist ebenso und wir sind alle glücklich darüber.

Schon im Qualifying der Tourenwagen, konnte niemand das Tempo von Sebastian Dross mitgehen. Peter Gröning und Jens Hösel waren da am ehesten in der Lage ein wenig Paroli zu bieten.

Wenn man aber Sebastian Dross unvoreingenommen zuschaut, dann muss man dem jungen Mann aus Berlin allen Respekt zollen, wie er diese russische Heckschleuder durch die Kurven zirkelt.

Im ersten Rennen am Sonnabend konnte Peter Gröning den Start gewinnen, aber an der ersten Rechts war Dross schon daneben und machte sich dann Runde für Runde aus dem Staub. Ein sehr schönen Zweikampf lieferten sich bis zur Ziellinie Gröning und Hösel. Der so viel gescholtene „Rüpel„ von Oschersleben, hat in Poznan allen gezeigt, dass er auch sehr sauber und schnell Auto fahren kann. Peter Gröning war vom Zweikampf begeistert, weil sie sich beide Luft zum Leben gelassen hatten und so soll es auch in Zukunft bleiben. Dahinter kämpften Zosky, Roth, Nienhold und der „NEUE„ Nico Unbehaun ganz toll um jeden Meter und Fritz Berger und Sohn Rocco (mit dem neuen Auto) blieben nur die Rolle der Platzierten übrig.

Zu erwähnen wäre da noch der wiederholte Neueinstieg von Martin Bergholz, der seit sehr langer Zeit nun das Lenkrad von Papa Klaus übernehmen wird und sicher nächstes Jahr ein Wort da vorn mitreden will. Marco Brenner und der tapfere Norbert Haupt beschlossen das Feld und waren nicht enttäuscht, denn auch sie hatten Spaß am Racing in Poznań.

Sonntag, 04.07.21 – 09:10 h

Das Qualifying der Formel zu Rennen Zwei, zeigte einmal mehr, dass Bernd Weber an diesen Wochenende gar keinen Spaß verstand und die ganze Sache sehr professionell anging. Die Zeiten zeigten aber ganz deutlich, dass sich Wilms, Schwarze und Hoffmann keines Wegs geschlagen gaben. Die Differenz zwischen Weber (1) und Hoffmann (4) war lediglich 0,606 Sek. (!) und das versprach schon ein gutes Rennen zu werden.

So war es dann 12:20 h auch, Weber gewann sogar fast den Start gegen Wilms, der ja mit seinen Starts schon für viel Aufregung in der Vergangenheit gesorgt hat. Aber Weber ließ da nichts anbrennen und verwaltete aus den Spiegeln seine Verfolger aufmerksam. Wilms war sich sicher, dass Weber an dem Tag nicht verlieren wollte und richtete dann sein Augenmerk eher auf den jungen Stoppel, der ja schon am Vortag bewiesen hatte, dass er auch schnell fahren kann. Hoffmann und Schwarze mussten mit technischen Problemen passen und Thalmann, der alle Gänge festhalten musst, ließ Stoppel nach kurzer Gegenwehr fahren und sichert sich lieber Platz vier. Von Platz fünf verpasste Martin Kuntze ein wenig den Anschluss zu Thalmann, als er aber merkte (leider zu spät) das da noch was gegangen wäre, war auch dieses Rennen zu Ende.

Wie schon in Oschersleben, waren auch in Poznań unsere Tourenwagen das Salz in der Suppe. Prima Racing und ein Dankeschön an alle die da mitgeholfen haben. Nur Dross hatte an dem Tag keinen Gegner zu fürchten, aber dahinter brannte die Luft schon ganz schön. Gröning und Hösel konnten sich geringfügig vom Feld absetzen, aber schon ein kleiner Fahrfehler hätte genügt und die Kampfhähne Zoski, Roth, Nienhold, und Unbehaun, warteten nur darauf, dass dort vorn einer die Nerven verliert. Nur 0,43 Sek. trennten die vier Verfolger und das ist ja nun wirklich nur ein Windschattenfahren vom Feinsten.
Den beiden Bergers, Bergholz, Brenner und Haupt blieben da nur noch die Plätze am Ende des Feldes.

Zu wenig Teilnehmer in beiden Klassen, aber gute und spannende Rennen, so ist das Fazit der Veranstaltung.

Etwas trauriges aber sehr Schönes war die Verabschiedung von Andrzej Fontanski der am 31.01.2021 leider viel zu früh verstorben ist. Ihm zu Ehren versammelte sich die HAIGO – Familie, sein Mechaniker Robert und der Rennleiter zu einer Trauerminute am Start und Ziel.
Dafür möchte ich allen die teilgenommen haben meinen herzlichen Dank aussprechen.

Ich hoffe, wir sehen uns am 03.09.2021 alle gesund und fröhlich in Brno wieder.

Bis dahin,
Stromhardt Kraft

HAIGO