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Bericht zur Meisterfeier

Die letzten Rennen der Saison 2017 liegen vier Wochen zurück und es wurde Zeit unsere Gewinner zu ehren und miteinander die 14. Saison der HAIGO zu feiern. Im „Schwarze Ross“ in Siebenlehn war der große Saal festlich dekoriert, als sich nach und nach rund 120 Gäste einfanden. Darunter auch unsere polnischen Fahrer Andrzej Fontanski und Blazej Wojciechowski, die die weite Anreise nicht scheuten.

Punkt 19 Uhr startete ein gut gelaunter Stromhardt Kraft mit der Begrüßung unserer Ehrengäste: Dr. Lutz Oeser vom ADAC Sachsen, Jörg Müller vom Sächsischen Landesfachverband Motorsport, Frank Nutschan, Gerhard Hubrich und Werner Liebers.
Es folgte ein zügig präsentierter Rückblick auf die vergangene Saison mit ihren Höhen und Tiefen. Das Positive überwog eindeutig: Die HAIGO kehrte auf die beliebte Strecke in Most zurück und das gleich zweimal. Die Veranstalter der Sachsenring Classic fassten sich ein Herz und ermöglichten zum 90. Jubiläum der Rennstrecke echte Rennen für die HAIGO Touren – und Formelwagen. Und der MDR übertrug von dort je ein Rennen der beiden Klassen. Der Ausblick auf 2018 ist ebenfalls positiv, wobei der Fortbestand der Serie kein Selbstläufer ist und jedes Jahr aufs Neue davon abhängt, ob und wie die anstehenden Probleme gelöst werden.
Währenddessen hatten sich die beiden Damen von den Pink Socks schon warmgelaufen, um nun durch den Saal zu flitzen und an Angela Berger, Kerstin Ritz, Tina Sprotte, Ingrid Claußnitzer, Kerstin Wilms und Anett Bath ein kleines Dankeschön der HAIGO zu überreichen.

Die Siegerehrungen starteten mit der SLM-Wertung. Jörg Müller vom Sächsischen Landesfachverband Motorsport e.V. überreichte die Pokale an die Tourenwagenfahrer Kai-Uwe Rossner, Rocco Berger und Guido Steinmann sowie an die Formelfahrer Toni Koitsch, Lutz Stallbaum und Tobias Worm.

Ein Preis der der HAIGO besonders am Herzen liegt, ist der Ulli Melkus-Gedächtnis-Pokal für den erfolgreichsten Formelfahrer. Dieses Jahr wurde Toni Koitsch die Ehre zuteil. Er bekam den Pokal aus den Händen von Frank Nutschan, dem langjährigen Weggefährten von Ulli Melkus.

Den HAIGO ADAC Tourenwagen Cup konnte dieses Jahr Kai-Uwe Rossner für sich entscheiden, Platz 2 ging an Guido Steinmann und Dritter wurde Rocco Berger. Gerhard Hubrich überreichte die Pokale.

Den HAIGO ADAC Formel Easter Cup 2017 gewann Christian Stoppel. Hartmut Heidicke wurde Zweiter und Platz 3 konnte Lutz Stallbaum für sich verbuchen.

Der HAIGO ADAC Formel Mondial Cup 2017 ging an Toni Koitsch. Nils-Holger Wilms wurde Zweiter und Tobias Worm konnte sich über den dritten Platz freuen.

Die Pokale des ADAC Sachsen, für die drei Fahrer mit den klassenübergreifend (Formel- und Tourenwagen) meisten Punkten überreichte Dr. Lutz Oeser (ADAC) an Toni Koitsch, Nils-Holger Wilms und Kai-Uwe Rossner.

Damit waren die riesigen Pokale und Magnum-Sektflaschen alle verteilt. Aber die Gewinner blieben auf der Bühne und Fritz Berger wurde nach vorn gerufen. Er hatte etwas von Rücktritt verlautbaren lassen. Keiner von uns will das glauben oder wahrhaben, aber man weiß ja nie. Deshalb bekam er vorsichtshalber unter den Klängen von Tina Turners „Simply the Best“ einen goldenen Ehrenkranz für 35 Jahre Lada-Racing, umgehängt von Sebastian Dross, unserem jüngsten Tourenwagen-Fahrer. Anschließend sollte Fritz auf der Bühne seinen Helm an den Nagel hängen, was natürlich scheiterte. Somit sind wir zuversichtlich, ihn auch 2018 wieder auf den Rennstrecken zu sehen. Wenigstens hin und wieder mal.

Bis hierher hatte Stromhardt Kraft zügig durchmoderiert. Jetzt war es an der Zeit, ihn einmal zum Schweigen zu bringen – um sich bei ihm zu bedanken. Seit 2004 führt er den HAIGO-Marathon und richtige Pausen gibt es dabei nicht. Damit das wo weitergeht bis in alle Ewigkeit, bekamen er und Martina von der Fahrerschaft ein Wellness-Wochenende geschenkt, stellvertretend überreicht von Nils-Holger Wilms und Michael Krings.

Dann durfte er wieder ran an das Mikrofon und bedankte sich im Namen der HAIGO bei Birgit Gartsch, Peter Benack, Ulli Carsten, Hagen Schulze, Tino Löwe, Gerd Koitsch, Michael Krings und Michael Krause für ihre Unterstützung der Rennserie. Natürlich auch bei den Pink Socks, die fleißig Pokale und Sektflaschen auf das Siegerpodest jongliert hatten damit die Fotos gut aussehen.

Da der offizielle Teil sehr flott über die Bühne ging, musste wahrscheinlich niemand hungern. Aber über die nun folgende Eröffnung des Buffets freute man sich auch so. Auch die Kalorienanzahl konnte man dieses Mal vernachlässigen, da die Diskothek schon in den Startlöchern stand. Die Gäste ließen sich auch nicht lange bitten, die Tanzfläche füllte sich gleich beim ersten Lied. Für visuelle Unterhaltung sorgte parallel Jörg Ziebart mit einen Zusammenschnitt seiner Videos, die er die Saison über aus dem Material der Formelfahrer produziert hat und die es bei Youtube und Facebook zu sehen gibt. Schnell war es Mitternacht und die Diskothek musste noch ein paar Zugaben spielen, da die Tanzfläche einfach nicht leerer wurde. Echte Sportler eben, die HAIGO´s.

MK

Da muss man durch – Most 2017

Alle hatten darauf gehofft, dass der Altweibersommer doch nun endlich kommen könnte, aber genau das Gegenteil war der Fall. Der einzige Sonnenstrahl war die Ankündigung im Programmheft. Da stand ganz groß:

The memories of motor racing under socialismus

Und so sehen wir uns auch.

Sturm, Regen und eine Saukälte waren die Rahmenbedingungen zum HAIGO – Saisonfinale.

So mussten alle Fahrer mit den gleichen unwirtlichen Umständen kämpfen, denn bei keinem der Rennen konnte jemand auch nur im Geringsten vorher sagen, was denn nun die richtige Reifenwahl sein wird.

Die Nervosität im Fahrerlager war vor jedem Rennen regelrecht zu riechen. Neuerdings sind ja unsere jungen Leute so clever und versuchen ihr Glück mit einer Wetter Vorhersage übers Telefon. Das hatte zwar den Erfolg, dass sie wussten, wenn der Regen da sein wird, aber wie stark er sein wird, dass konnten sie nicht heraus finden. Sei es wie es sei, der Reifenpoker war am Ende nicht viel anders, als vor dreißig Jahren.

Die internationalen Rennen, noch dazu eins was von der FIA ausgeschrieben ist, hat natürlich immer auch einige Überraschungen parat. So war die französische Zeitnahme eben der festen Überzeugung, dass unsere AMB – Transponder mit ihrer Technik nicht kompatibel sind. So mussten alle unsere Fahrer einen Transponder für 50,-€/ Wochenende mieten. Als Trostpflaster bekamen wir aber dann ein freies Training von der tschechischen Rennleitung regelrecht geschenkt.

Das ganze Wochenende über, waren die Formelleute die Truppe, die zuerst testen musste, was da draußen auf der Strecke los ist. Das hatte für die Blechauto-Chauffeure den Vorteil, dass sie eine gute Info nach dem Rennen bekommen konnten. Wo steht Wasser, kann man Slicks riskieren und hundert andere Fragen, waren da angesagt. Das die Tourenwagen das größere Problem bei Regen haben, liegt daran, dass das Wasser aus dem Radkasten immer wieder auf den Reifen zurück fällt, was bei der Formel zu 100% raus geschleudert wird.

Über die freien Trainings am Freitag-Nachmittag gibt es nicht viel zu berichten, weil es eben doch nur, mehr oder weniger, ein Funktionstest ist. Dabei gibt es von der Zeitnehme auch Rundenzeiten, die aber keine Bedeutung für die Veranstaltung haben.

So begann das Saisonfinale und der „Kampf um die Plätze“ am Samstag – Früh genau um 11:10 Uhr.

Der erste Aufruf galt der Formel und die Strecke war patsch-nass, aber es regnete nicht mehr. Alle standen auf Regenreifen, nur Christian Stoppel und Jens Maik wagten den Ritt auf „Profillos“ – Reifen. Unser „Neuling Stoppel ist bei solchen Aktionen sowieso immer etwas mutig und schaffte es doch tatsächlich mit nur 1,2 Sek. hinter Heidicke auf Startplatz zwei in der Easter.
Jens Maik hatte schon nach zwei Runden einen Defekt an der Bremse und landete am Ende des Feldes.
In der Mondial war in Poznan eigentlich schon eine Vorentscheidung zu Gunsten von Toni Koitsch gefallen.
Die Sensation war, dass Tobias Worm mit einen Rückstand von nur 0,028 Sek. hinter Toni Koitsch auf Platz zwei auftauchte.
Aber Nils-Holger Wilms wollte am Samstag- Nachmittag alles versuchen, um das Unmögliches doch noch zu schaffen. So sah dann die Startaufstellung zum ersten Rennen, für die ersten zehn so aus:

Toni Koitsch Tobias Worm (!)
Bernd Weber Nils-Holger Wims
Henrik Opitz Andrzej Fontanski
Jörg Koitsch Gunter Schönfeld
Frank Thalmann Heiko Werner

Nils-Holger Wilms ist ja als „Schnellstarter“ schon seit DDR-Zeiten bekannt, nur mit der energischen Gegenwehr von Toni Koitsch hatte er nicht gerechnet und so kam was keiner wollte, sie kollidierten in der ersten Kurve und die Sportkommissare erkannten in Toni Koitsch den Verursacher. Die Folge war eine 30 Sek. Zeitstrafe auf die Gesamtfahrzeit. Das aber sollte am Ende des Rennens Folgen für den Döbelner haben.
Für Nils-Holger Wilms war durch diese Kollision das Rennen vorzeitig beendet. Schade, denn der Kampf um die vorderen Plätze war damit zu einer Ein-Mann-Show geworden. Eher ein langweiliges Rennen, was im Vorfeld eigentlich ganz anders zu vermuten gewesen wäre. Dann war auch noch das Endergebnis vollkommen offen, weil die Zeitnehmer zwei verschieden Protokolle präsentierte. Erst auf meine Nachfrage, was denn die Zeitstrafe von Toni Koitsch für Auswirkungen auf die Endplazierung hat, gab es dann eine korrekte Liste, die als Sieger des Rennens Tobias Worm anzeigte.

Im ganzen Rennen wurden fünf Strafen verhängt, so das dann am Ende folgendes Ergebnis als korrekt und bestätigt bekannt gegeben wurde. So wurde als Sieger Tobias Worm vor Toni Koitsch und Jens Maik zur Ehrung auf das Podest gerufen.

Wenn man dann das Fazit zieht, hatten wir in der Formel mit sechs Ausfällen einen Saisonrekord erreicht, der keinen von uns befriedigen kann.

Unsere Tourenwagen machten das alles viel besser und schon im Qualifying zeigte Michael Krings mit seinem Zastava und einer Zeit von 2:10,99 wo der Hammer hängt. Es ist ein wirklicher Jammer, dass wir ganze sechs Tourenwagen zu Hause gelassen hatten, weil die Besitzer anderen Verpflichtungen nachgehen mussten.
Schade auch, dass Peter Gröning seinen Unfallschaden von Brno noch nicht reparieren konnte und das Uwe Hahn immer noch mit Getriebe – Problemen zu kämpfen hat. Denn Beide zählen allemal zu den Piloten, die durchaus in der Lage sind ein Rennen zu gewinnen.

Die ganze Mannschaft war auch sehr erfreut, dass endlich wieder Sebastian Dross an Bord war, denn der Berliner sorgt immer für Stimmung und gute Laune im Fahrerlager. Auch Marcel Heintze hatte alle seine Sorgen zu Hause gelassen und verstärkte die HAIGO in Most. So stand eben ein relativ kleines Feld mit zwölf Autos in der Startaufstellung, aber die ganz „Großen“ vom FIA-ETCC – Cup hatten auch nur ganze dreizehn Autos mit gebracht, was aber kein Trost für uns sein soll.

Die Resultate aus dem Qualifying zeigten schon, dass hier in Most eine Endscheidung fallen musste, denn die Meisterschaft ist erst beendet, wenn der letzte Punkt vergeben ist. Das es so eng werden würde, hatten die Spitzenleute schon im Voraus errechnet und so war es dann auch. Nach Michael Krings folgten Dieter Hoffmann, Rocco Berger, Sebastian Dross, Guido Steinmann, Kai-Uwe Rossner und Michael Weißenborn. Thomas Roth, Rene Bath, Marcel Heintze und Fritz Berger hatten keine Chance mehr in der Meisterschaft noch ein „Wörtchen“ mit reden zu können. Die Rennen am Samstag-Nachmittag und am Sonntag mussten die Endscheidung bringen.

Gegen 16:15 Uhr war es dann soweit und ich sage es gerne noch einmal, was unsere Tourenwagen wieder für ein Rennen boten, das war hervorragend.
Selbst der zwölffache(!) tschechische Staatsmeister Vaclav Lim in der Formel, kam zu mir und strahlte übers ganze Gesicht. Dann sagte er:

Stromhardt, so etwas gab es zuletzt 1988 hier in Most.

Ich glaube, ein schöneres Lob kann ich mir gar nicht denken.

Zwischen Michael Krings und Sebastian Dross musste die Rennleitung sicherheitshalber ein Zielfoto abrufen, weil es nicht deutlich war, wer denn nun Zweiter war.
Zum besseren Verständnis hier mal die Zeiten im Ziel:

Kai-Uwe Rossner = 24:47.44
Sebastian Dross = 24:47,73
Michael Krings = 24:47,74
Rocco Berger = 24:47,90
Michael Weißenborn = 24:50,01

Erst ab dem sechsten Platz mit Guido Steinmann erfolgt ein „Bruch“ der Zeiten, dass aber auch nur, weil Guido, der die ganze Zeit mit vorn dran war, in einer der letzten Runden in einen Dreher gezwungen wurde, weil eben manchmal nur ein Auto rein passt, aber eben zwei dort durch wollen. Wenn dann auch noch Dieter Hoffmann (Kabelbruch) hätte mit eingreifen können, dann wäre die ganze Sache „Filmreif“ gewesen.

Meine ganze Hoffnung begründet sich darauf, dass die Versprechungen einiger Interessenten, die jetzt irgendwo als „Rennfahrer“ ihr Dasein in einer Veranstaltung mit Gleichmäßigkeit fristen, ihr Herz endlich in beide Hände nehmen und zur HAIGO kommen. Ich garantiere hervorragenden Tourenwagen – Motorsport, denn die Weichen für 2018 sind gestellt und es sieht sehr gut aus.

Sonntag, der 8. Oktober 2017 und es ist keine Wetterbesserung in Sicht.

Die Rennleitung hatte uns am Samstag-Abend im Namen der ETCC – Vereinigung zur Party auf die Burg Hnevin eingeladen.
Selbst diese Ehre reichte nicht aus, um unseren Fahrern ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern. Das Wetter vermieste jede aufkommende Stimmung im Fahrerlager.
Das ganze Spiel vom Samstag wiederholte sich zu 100% und der Poker mit den Reifen begann von ganz vorn.

Wieder war es die Formel, die das testen musste, ohne vorher auch nur die geringste Chance zu haben, weil es kein Rennen vor uns gab. Aber sie meisterten ihre Aufgabe hervorragend, denn es gab keinen einzigen „Abflug“ obwohl Most ja bekanntlich im Regen immer sehr noch glatt ist. Toni Koitsch und Tobias Worm schienen sich mit den schlechten Verhältnissen am besten zu verstehen. So standen dann in der Startaufstellung der Estonia 25 und unser altehrwürdiger MT 77 auf gleicher Augenhöhe an der first line. Dahinter dann interessanter Weise die beiden letzten Autos, die Ulli Melkus noch 1988/89 und 1989/90 in Dresden gebaut hat.
Ihre Piloten sind immer noch die Leute von damals, nämlich Nils-Holger Wilms mit dem M 90 und Henrik Opitz mit dem ML 89. Hoffentlich hat das jemand von unseren Fotografen festgehalten, denn so ein Bild muss unbedingt ins HAIGO-Archiv.

Nils-Holger Wilms setzte sich sofort an die Spitze, wurde aber während des Rennens dauernd von Tobias Worm attackiert, der sichtlich einen guten Tag erwischt hatte. Am Ende ließ Tobias etwas abreisen, weil er rechnen kann und ihm die Punkte für den dritten Platz allemal wichtiger waren als irgendeine sinnlose Aktion, die alles in Frage gestellt hätte. Der schöne dritte Platz von Gunter Schönfeld wäre bald im Regen untergegangen, weil Gunter sich ganz leise nach vorn gearbeitet hatte und niemand hatte mit ihm gerechnet.

Am Saisonende gab es dann doch noch Ärger, weil sich Jacky Thalmann und Jörg Koitsch nicht über die Vorfahrt einigen konnten und ihre Autos zum Ende der Saison noch demolierten.

Leider war dieses Formel Rennen, wenn man von dem Zweikampf Wilms/Worm an der Spitze absieht, wieder mal ein sogenanntes zerrissenes Rennen, wo jeder mehr oder weniger für sich alleine unterwegs ist.

Eine Bemerkung muss ich am Schluss noch anfügen, dass unser polnischer Freund Andrzej Fontanski hier oder da eine falsche Entscheidung trifft, ist nicht zu übersehen, ihn aber dafür nicht nur von der Rennleitung sondern auch noch von der Fahrerschaft zu bestrafen, finde ich nicht sonderlich fair.

Sonntag – 14:45 Uhr

Ein spannendes Tourenwagen Rennen wird von uns allen erwartet. Es ist trocken, aber die Wolken an der Rückseite des Erzgebirges sagen etwas ganz anderes.
Telefon-Wetter-Info -> in 20 Minuten regnet es, was nun machen. Die Spitzenleute in der ersten Reihe, Rocco Berger und Dieter Hoffman haben Slicks drauf, also machen es alle anderen auch. Sie fahren in die Startaufstellung und es beginnt zu regnen. Vater Dross trifft eine Entscheidung und rüstet in letzter Minute um auf Regenreifen. Dann entscheidet sich Kai-Uwe Rossner auch auf umrüsten – es ist zu spät.
Da lässt der Rennleiter Gnade vor Recht ergehen und genehmigt, dass das Auto über ein Rettungstor in die Boxengasse geschoben werden darf. Sicherlich falsch, aber der Sicherheit wegen vielleicht richtig.

Das kleine Feld geht noch dazu ohne Michael Krings auf die Reise, weil dessen Ersatzgetriebe beim Funktionstest den Geist aufgegeben hat.

Zu allen Übel rollt Guido Steinmann bei der Startaufstellung auf einen falschen Startplatz (wahrscheinlich sogar falsch eingewiesen) und bekommt eine „Proberunde“ durch die Boxengasse geschenkt.

Die erste Runde können sich Rocco Berger und Dieter Hoffman noch vor Sebastian Dross retten, aber dann werden sie von Sebastian regelrecht verspeist.
Der Berliner donnert im Regen über den Asphalt von Most, als ob es kein Morgen gibt. Dahinter hat sich aber Kai-Uwe Rossner aus der Boxengasse und nun mit Regenreifen, auf die Jagd nach Dieter Hoffmann und Rocco Berger gemacht und er schafft es. Ich hatte die Punktwertung nach Poznan nicht im Kopf, aber ich wusste schon, dass es für ihn um „Alles oder Nichts“ ging. Früher schmiss der Geraer immer mal sein Auto weg, aber seit vorigem Jahr hat sich in seinem Kopf etwas entscheidendes geändert. Wie ein Uhrwerk lief sein Auto und wie ein Profi pilotierte er die russische „Heckschleuder“ um den Kurs. Er schaffte es auf Platz zwei und jetzt weiß ich es genau, es war sein Meistertitel.

Zum Schluss noch ein fälliges Statement zur Formel Easter. Die Fahrerschaft hatte schon voriges Jahr beschlossen, dass es auf Grund der schwachen Besetzung der Klasse ein Hilfsprogramm gibt. Dieses Hilfsprogramm hat einen sichtlichen Erfolg gezeigt, wobei dieser Erfolg eben leider von vielen Schultern getragen werden musste. Ich hoffe sehr, dass die Fahrerschaft diesem Hilfsprogramm auch 2018 zustimmt, was aber meiner Meinung nach sehr stark von der Konstitution der Besetzung der Klasse Tourenwagen abhängt. Ich möchte eines Tages nicht vor die Entscheidung gestellt werden und mich zwischen Formel Easter und HAIGO-Tourenwagen zu entscheiden zu müssen. Weil wir uns zwei Förderprogramme nicht leisten können. Sei es nun wie es sei, die Formel Easter Fahrer haben eine anständige Leistung über die ganze Saison gezeigt und haben einigen Mondials das Leben schwer gemacht und ich glaube es hat ihnen sogar Spaß gemacht. Dafür werden sie dann auch in Siebenlehn entsprechen geehrt.

Stromhardt Kraft

Poznan 2017 – und kein Saisonfinale

Nun waren die HAIGO`s schon acht Jahre zu Gast in Poznań und ich glaube, dass wir dort in den letzten Jahren immer wussten wer die HAIGO – Klassen gewonnen hat. Dieses Jahr ist es nicht so, denn das zusätzliche Rennen vom 6.-8.10.2017 in Most wird in allen Klassen wohl die Entscheidung bringen. Alles liegt so eng zusammen, dass eine Prognose nicht möglich ist.
Das dadurch die Nervosität unter den Akteuren drastisch ansteigt, dass konnte man in Poznań regelrecht riechen.
Schon im Qualifying zu Rennen eins, ging da der Poker richtig los – es war nass, aber es regnete nicht mehr und das ist einfach das Schlimmste für einen Rennfahrer.

Die große Frage war da – Slicks oder Regenreifen?

Da wurde über Handy das Wetter abgefragt – kein befriedigendes Resultat. Die einheimischen Streckenposten wurden befragt – wie wird in der nächsten Stunde das Wetter – kein befriedigendes Ergebnis, weil jeder was anderes aussagt. Was macht die Konkurrenz? – kein befriedigendes Ergebnis, weil jeder was anderes aufgezogen hatte.
Dann ging es aber los und die die Slicks drauf hatten, hatten die falsche Wahl getroffen. Die Tourenwagen waren zuerst dran und Kai-Uwe Rossner kam entnervt ins Fahrerlager zurück – er hatte sich für Slicks entschieden und erbte dadurch den letzten Startplatz.
In der Formel, die gleich anschließend dran war, stand die gleiche Diskussion an und auch hier gab es nur finstere Gesichter – was soll man hier machen, was ist die richtige Entscheidung?

Durch die Information der Tourenwagen, hatten es die Formelfahrer entschieden leichter, weil sie nun wussten wo Pfützen stehen und wo Wasser die Straße überquert.

Wenn man das Feld der Formel sieht, dann kommt einfach Freude auf, wenn dann über zwanzig Autos in die Startaufstellung rollen, dann ist das schon ein imposantes Bild.

Die Stunde der Wahrheit begann dann zuerst für die Tourenwagen. Am Samstag gegen 14:45 Uhr wurden sie auf die noch immer unter Wasser stehende Strecke geschickt und der Regen wurde immer stärker.
Das Ganze schien ein Tag der „Fronttriebler“ zu werden, denn Rocco Berger, Uwe Hahn, Michael Krings und Dieter Hoffmann belegten gleich mal die ersten vier Startplätze. Das da ein Guido Steinmann und der erstaunlich mit dem Regen zurecht kommende Rene Bath mit seinen Lada – 2101 nur die Startplätze fünf und sechs einnahmen, war ganz normal.
Ohne auch nur die geringste Achtung vor dem Wetter und der Konkurrenz stürmten Rocco Berger und Dieter Hoffman auf und davon. Am Anfang schien es so, als ob Guido Steinmann und Uwe Hahn da noch was hätten ändern wollen, aber der Zug – Berger/Hoffmann war schon auf der Siegerstraße und nicht mehr auf zu halten. Am Ende der 20 Minuten + eine Runde kamen sie im respektablen Abstand und angeführt von Rocco Berger mit Dieter Hoffmann, Michael Krings, Uwe Hahn, Guido Steinmann über die Linie. Der in der Meisterschaft führende Rossner, musste sich mit Platz sechs begnügen.

Die Formel hatte einen neuen Gast zu begrüßen und war ganz schön verwundert, wo der Speed des Letten Andris Grikis her kam. Hartmut Heidicke hatte es mir aber schon berichtet, was da auf unsere Formel – Spitze zu kommen könnte. Ohne jemals eine Runde in Poznań gefahren zu sein, belegte der Gast im Qualifying mit seinem Estonia 21 – Platz zwei!!!
Toni Koitsch legte die „Latte“ mit einer 2.07,186 schon gleich mal hoch, aber Andris Grikis antwortete mit einer 2.08,510 nicht schlecht darauf. Unser „Meister“ Wilms hatte da mit einer 2.10,149 nur Platz drei zu bieten. Das erstaunlichste Resultat brachte aber Jens Maik (Nase) mit Platz vier in die Startaufstellung. Gratulation dafür, denn das Team Schönfeld / Maik hatte an dem Wochenende nicht gerade Erfolg im Überfluss zu verbuchen. Bei den „Kleinen“ hatte bei dem Wetter der ex. Autocrosser Christian Stoppel scheinbar gar keine Mühe die Konkurrenz der Klasse bis 1300 cm³ in Schach zu halten.

Gegen 15:20 Uhr wurde dann das große Feld der Formel auf die Reise geschickt. Toni Koitsch, Andris Grikis und Nils-Holger Wilms zeigten den bei dem Wetter verständlich wenigen Zuschauer aber ein Formel-Rennen vom Feinsten. Hinter dieser Spitze zeigten aber eben ein Jens Maik, Bernd Weber, Jörg Koitsch, Tobias Worm, Anderzej Fontaski, Jacky Thalmann und Heiko Werner, dass auch sie gut Rennauto fahren können.
Schade nur, das Falk Schwarze und Hans-Jürgen Vogel unterwegs einen Kontakt nicht vermeiden konnten und beide Autos so beschädigten, dass an ein Rennen am Sonntag nicht zu denken war.

Mit nur wenig zeitlichen Abstand folgte die Formel Easter mit Stoppel, Stallbaum und Ketzmarick auf den Plätzen eins bis drei. Fast wäre es gelungen, dass die Easter ein volles Feld gehabt hätte, denn die polnischen Sportfreunde verstärken die Klasse bis 1300cm³ hervorragend.

Sonntag, es scheint eine Wetterbesserung in Sicht, aber als die Tourenwagen zum Start gerufen werden, beginnt es wieder zu regnen. Zu allem Übel musste auch noch Uwe Hahn auf einen zweiten Start verzichten – Antriebswelle defekt. Dann kam der zweite Schock, die Rennleitung hatte die Sonntag – Startzeit um fast zwei Stunden (!) vorgezogen, mich aber über diese drastische Änderung vergessen zu informieren. Aber unsere Fahrer quittierten das mit Humor, weil man in Poznań mit so etwas immer rechnen muss.

Am Start übernahm erstmal sicherheitshalber Dieter Hoffmann die Führung und Rocco Berger sah sich die ganze Sache mit nur wenigen Metern Abstand von hinten an. Fuhr aber auf der Start und Zielgeraden schon immer mal daneben, um zu zeigen dass er noch da ist und nur auf einen Fehler wartet. Der Fehler ließ auch nicht lange auf sich warten, denn ab Runde vier kam plötzlich Rocco Berger mit einem respektablen Vorsprung vorbei. Aber die Rennleitung hatte bei Rocco Berger einen Frühstart erkannt und hielt dem Samara – Chauffeur die Tafel mit der 56 und dem Zusatzschild „Drive Through“ vor die Nase. Egal wie man es sehen möchte, Rocco erkannte die Aufforderung nicht und dann auch nicht die Tafel 56 in Verbindung mit der schwarzen Flagge.
Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten, dann kam die Meldung „Disqualifikation“ für Rocco Berger.

So konnte Dieter Hoffmann doch noch seinen lange ersehnten Sieg – 2017 einfahren, denn Guido Steinmann und Michael Krings waren zu weit weg, um da noch irgendetwas ändern zu können.

Gegen 13:55 kam dann das erwartet spannende Formelrennen in die Startaufstellung. Das konnte ja was werden, dieser Andris Grikis hatte sich da was vorgenommen und wollte als Sieger von „Race two“ nach Lettland zurück fahren. Wer vorne weg rechnet, der muss zweimal rechnen, dass hatte mir meine Tante schon vor fünfzig Jahren immer wieder erklärt und sie sollte auch dieses Mal recht behalten. In Runde sechs waren alle seine Hoffnungen dahin, Motor geplatzt. Dabei hätte er es auch ein wenig ruhiger angehen können, denn auch hier hatte die Rennleitung auf Frühstart von Toni Koitsch und Anderzej Fontanski erkannt und die entsprechenden „Aufforderungen“ den Fahrern vor die Nase gehalten. Zum Glück hatte Toni Koitsch die Zeichen der Zeit richtig erkannt und trat seine Strafe an, in dem er eine langsame Fahrt durch die Boxenngasse mit max. 60 Km/h in Kauf nahm um dann mit entsprechend dicken Hals erneut nach vorn stürmte. Er hatte das Glück des „Tüchtigen“ den ein zweiter Platz nach der „Bummelei“ durch die Boxengasse ist da nicht die Regel. Unser polnischer Freund Andrzej Fontanski ignorierte alle Signale vom Turm und wurde disqualifiziert. Seinen Kommentar danach lasse ich hier lieber weg.

So konnte Altmeister Nils-Holger Wilms, der alles mit der nötigen Ruhe anging, dass Rennen ganz sicher gewinnen. Dahinter wie schon erwähnt, Toni Koitsch der damit alles zur Meisterschaft retten konnte was es zu retten gab. Dann folgte Jacky Thalmann und dahinter in einem fantastischen Rennen Bernd Weber und Tobias Worm, die sich bis ins Ziel keinen Meter schenkten und dahinter sichtlich zufrieden mit sich und der Welt, Jens Maik (Nase).

Die kleine Klasse wurde wieder einmal von Lech Wojciechowski dominiert. Trotz Dreher in Runde eins konnte er sich doch noch den Sieg holen. Allein Christian Stoppel hätte ihm da Paroli bieten können, aber man merkte dem jungen Mann aus Hoyerswerda an, dass ihm die Meisterschaft viel mehr Wert ist, als der Tagessieg in Poznań. Erwähnen muss man dabei, dass dieser Lech Wojciechowski schon 1988 mit unserem Nils-Holger Wilms in Schleiz Rennen gefahren ist und damals schon eine gute Figur abgegeben hat. Also fahren kann er schon noch, denn die Überprüfung seines Motors ergab keine Differenzen. Ich füge das deshalb an, weil die Stimmen nicht verstummen wollen, dass das Auto des Polen nicht regelkonform sein soll. Wenn es da Ungereimtheiten gegeben hätte, wäre eine Ummeldung in die Klasse Mondial (1600 cm³) erfolgt.

Nun geht es zum letzten Rennen nach Most und dort ist hoffentlich nun endlich der „Altweibersommer“ im vollen Umfang da. Ich erwarte auf unserer „Lieblingsstrecke“ ein packendes Finale für 2017 aber auch unfallfreie Rennen, nach dem Motto „der Bessere soll gewinnen“.

Stromhardt Kraft

Siegerehrung 7. Wertungslauf Brno 2017

Brno 2017 – Wettbewerb muss fair sein

Die Überschrift hat ihren Grund in den Vorkommnissen des Vorjahres und das sollte sich in 2017 auf gar keinen Fall wiederholen. Denn nach der Anfrage der polnischen Fahrer des BMW 318 is – Cup, musste ich die HAIGO – Tourenwagen Fahrer um eine Abstimmung bitten. Zum Glück gab es nur zwei Gegenstimmen und ich konnte die polnischen Fahrer einladen und ich hatte damit sage und schreibe siebenundfünfzig (57) Autos am Start.
Das macht Stress und Arbeit ohne Pause, weil jede zweite Aktion in Englisch stattfinden muss. Daran müssen wir uns nun langsam gewöhnen, denn die Zeichen für 2018 stehen zu 100% auf „International“ und da ist eben nur Englisch angesagt.
Die freien Trainings verliefen sowohl bei den Tourenwagen als auch bei der Formel unfallfrei und ohne besondere „Beanstandungen“ ab. Die einzigen „Höhepunkte“ waren da die Absagen von Sebastian Dross, der zum Mücke-Team auf Arbeit musste und die von Jaak Kuul aus Estland, die beide nicht in der HAIGO starten konnten.

Am Freitag gegen 15:00 begann die Formel mit dem Qualifying und hier musste ja nun jeder zeigen was er drauf hat. Der Döbelner Toni Koitsch ließ hier mit 1,6 Sek. Differenz zu Nils-Holger Wilms und 1,9 Sek. zu Bernd Weber, gleich mal die Diskussion um die Pole verstummen. Falk Schwarze, Jacky Thalmann und Tobias Worm folgten mit geringem Abstand, aber die Ankündigung von T. Koitsch war eindeutig – ich will siegen.

Gegen 15:30 folgte das große Feld der Tourenwagen und das Versprechen unserer polnischen Freunde, was ich ihnen bei der Fahrerbesprechung abgenommen hatte – „fairer Motorsport“ sonst gibt es keine gemeinsamen Start mehr, wurde zu wirklich in die Tat umgesetzt. Das die Polen dieses Jahr ein ganzes Stück schneller geworden sind, war für unsere Fahrer überraschend. Voriges Jahr war unser Dieter Hoffmann mit seinem Samara noch auf Platz vier im „Quali“ aber diese Jahr war unser schnellster Mann, Uwe Hahn mit seinem wirklich schnellen Zastava, auf Platz 24 (!) zu finden. Das ist aber kein Beinbruch, denn unsere Leute fahren ja sowieso in ihrer eigenen Wertung und die ist am Ende wichtig, nichts anderes.
Sowohl im Training als auch bei den Rennen war die „Boss – GP“ immer in unserer Nähe und ihre Geschwindigkeit als auch ihre „Tonlage“ waren bei 18.000 U/min. nicht nur vom Hinsehen, auch vom Hinhören, eine Klasse für sich. Das „alte“ F 1 – Auto von Sebastian Vettel ist schon ein Uhrwerk auf Rädern und der V10 – Motor ja sowieso.

Am Samstag gegen 15:45 Uhr begann dann unsere Formel mit der HAIGO – Vorstellung und der tschechische Streckensprecher kündigte die HAIGO als den einzigen existierenden Vertreter der ehemaligen Rennen für den Pokal für Frieden und Freundschaft an.
Danke dafür, denn bei den Rennen hier im Lande, wird das gerne vergessen. Ich habe auch schon die Einladung für 2018 erhalten und wir kommen alle gern nach Brno.

Nach meinen Beobachtungen legte Toni Koitsch einen fantastischen Start hin, aber es roch gewaltig nach Fehlstart. Nach dem Rennen habe ich mir den Start noch mal in der Wiederholung angesehen und Toni war mit einem 1/100 Sek. im Plus, also absolut korrekt.
Das Nils-Holger Wilms schon an der ersten „Ecke“ vorbei war, war aber kein Zustand von Dauer, denn Toni setzte sich im Laufe des Rennens kontinuierlich ab und Wilms musste mehr und mehr seine Aufmerksamkeit auf seine Verfolger richten, denn Thalmann und Weber kamen gewaltig schnell immer näher. Zum Glück für Bernd Weber überquerte Toni Koitsch die Ziellinie genau 0,1 Sek. vor der Zíelflagge und so konnte Weber sich sogar kurzzeitig irgendwo an Wilms vorbei mogeln. Im Zieleinlauf sah es verdächtig nach einem „toten Rennen“ zwischen Wilms und Weber aus, aber Wilms hatte am Ende doch ganze 0,065 Sek. „Vorsprung“ ins Ziel gerettet. Dahinter folgten Thalmann, Worm, Schwarze und Jens Maik auf den Plätzen.

Ein besonderer Dank gilt Hartmut Heidicke, der sich seit vorigem Jahr besonders um den Erhalt der Formel Easter bemüht und mit Peter Benz, Lutz Stallbaum, Detlev Schulze, Guido Ketzmarick und Christian Stoppel eine „Mannschaft“ zusammen gestellt hat, die es durchaus verdient hat Beachtung zu finden. Vielleicht schaffen wir es, dass in Poznan noch ein paar Easter dazu kommen und das eine getrennte Wertung zustande kommt. Denn guten Motorsport zeigte die „Truppe“ in Brno alle Mal.

Samstag – 16:30 Uhr. -die 36 Tourenwagen kommen in die Startaufstellung, ein imposantes Bild. Leider nicht für die „Letzten“ hinten, denn die können die Startampel schon nicht mehr sehen. Das heißt in dem Fall, los fahren wenn sich bei den Nachbarn die Räder anfangen zu drehen. Ich habe das in Silverstone und in Brand Hatch (HRA – F3) erlebt, ein ungutes Gefühl. Für die Zuschauer aber eine Gaudi ohne Ende, weil die Überholvorgänge im Startgetümmel schier unglaublich sind. Die Gefahr des Auffahrens ist riesengroß, weil man nicht sieht was in den vorderen Reihen passiert, aber erstaunlicher Weise geht immer alles gut aus. So war es auch dieses Mal in Brno und das ganze Feld kam sogar ohne „Kontakte“ durch die erste Kurve. Das kommt davon, dass die Fahrer nun langsam gemerkt haben, dass das Rennen eben nicht in der ersten Kurve gewonnen wird und man nur gewinnen kann, wenn man „ankommt“.
Über die Positionskämpfe der polnischen Fahrer möchte ich hier nicht weiter berichten, weil mir es immer noch schwer fällt, die Namen auch nur im Geringsten korrekt aussprechen und schreiben zu können. An einem Beispiel will ich es dennoch versuchen – wie soll man sich Krysztof Warzeszkiewicz merken können und im Laufe der Tage korrekt aussprechen. Ich darf das Beispiel bringen, denn die polnischen Freunde haben sich halb kaputt gelacht, weil ich sie um Erlaubnis gefragt habe.

Nun zu den HAIGO – TW:
Kai-Uwe Rossner gewinnt den Start, wird aber schon in der ersten Runde von Uwe Hahn attackiert und überholt.
Die Beiden zeigen ein hervorragendes Rennen, bis Rossner irgendwo unterwegs etwas „zugestoßen“ ist, denn plötzlich tauchte der sehr konstant und schnell fahrende Dieter Hoffmann auf Platz zwei auf und führte seinen Samara endlich wieder mal auf das berühmte Treppchen. Rossner hatte Glück und rettete doch noch Platz drei, so dass die Meisterschaft für ihn in greifbare Nähe rückt.
Interessant sind die plötzlich hervorragenden Ergebnisse eines Michael Krings. Man hatte in der Vergangenheit schon das Gefühl das der „Micha“ das Rennen fahren verlernt hat. Aber seit Oschersleben hält der „Zasi“ nun endlich bis ins Ziel und Michael zeigt allen, dass er doch noch richtig fahren kann. Am Ende wurde er mit Platz vier belohnt, denn er hatte nur noch vier Gänge und dass ist in Brno schon eine schwierige Angelegenheit.
Rocco Berger folgte ihm auf dem „Fuße“ hatte aber mehr mit Guido Steinmann zu kämpfen, als das er von dem „kranken“ Zastava vor ihm hätte profitieren können.
Etwas abgeschlagen folgten Thomas Roth, Fritz Berger und Rene Bath. Wobei zu erwähnen wäre, dass das Auto von Rene Bath hervorragend lief und wenn der Fahrer noch ein paar Rennen oder auch Kilometer trainiert, dann kann er zu Roth und F. Berger aufschließen und dann gibt es richtig Spaß. Peter Gröning verfolgt diese Jahr die „Pechmarie“ konstant und niemand weiß so richtig warum.

Peter lag gut im Rennen, als in Runde fünf irgendetwas an seinem Auto undicht wurde, Wasser austrat und Peter auf seiner eigenen „Brühe“ das Auto verlor. Zu allem Unglück hatte der BMW hinter ihm nur 10 Meter Abstand und rauschte mit stehenden Rädern in die Qualm Wolke und in der stand der Samara und Peter.
Frontschaden bei Beiden, aber der BMW war gerade noch reparabel, der Samara leider nicht. Damit rückt die Titelverteidigung für den amtierenden HAIGO – Meister in weite Ferne. Ein schwacher Trost für Peter war, dass eben dieser BMW genau den gleichen Frontschaden am Sonntag noch einmal davon trug, nach dem er mit einen „Kollegen“ Kontakt hatte. Damit war die ganze Nachtschicht für das polnische Team eigentlich für die Katz.

Sonntag – 15:35 Uhr,
die Formel geht auf die „Einführungsrunde“ und der Sieger vom Vortag, Toni Koitsch führt das Feld an.
Start – des ganze Spiel vom Vortag wiederholt sich exakt. Koitsch gewinnt den Start und Wilms geht in der ersten „Ecke“ vorbei. Bleibt auch zwei Runden vorn, aber dann geht Koitsch unaufhaltsam vorbei und baut seinen Vorsprung konstant aus. Bernd Weber will seine gute Platzierung vom Vortag auf alle Fälle wiederholen, aber die „Defekthexe“ ist schneller und macht sein Getriebe kaputt. So sind Jörg Koitsch und Bernd Weber die ersten in der Boxengasse und müssen tatenlos zusehen, wie Toni Koitsch auf und davon fährt.

Nur einer kann das Tempo hinter Wilms halbwegs mit gehen – Falk Schwarze. Der Oberlausitzer zweifelt schon eine ganze Weile an seinen Fähigkeiten und ist stinke sauer, aber in Brno sollte sich das Blatt wenden, denn sein MTX 1-06 wurde auf dem Kurs vor dreißig Jahren von Alwin Patljech getestet und konstruktiv verändert, um dem Estonia 25 Paroli bieten zu können.
Im Respektabstand folgten dahinter Thalmann, Worm, Maik, Werner, Andrzej Woichiechowski und Andrzej Fontanski. Dann kamen schon die Easter mit Heidicke, Stoppel und Stallbaum.

Sonntag – 16:20 Uhr –
das große Feld der Tourenwagen ist kaum geschrumpft, denn Ausfälle waren in beiden Klassen kaum zu verzeichnen.
Der Zastava mit Uwe Hahn startete von der Pole und kam in der ersten Runde als führender an Start und Ziel vorbei. Rossner hing aber dran, kam sogar vorbei, aber dann fing eine Antriebswelle am Zastava an sich langsam in ihre Bestandteile zu verabschieden. Aber Uwe versuchte zu retten was zu retten war und schaffte es doch tatsächlich das kranke Auto auf Platz neun ins Ziel zu bringen. Vorn branten Rossner, Steinmann, Krings, Hoffmann und Rocco Berger ein tolles Feuerwerk der Tourenwagen ab. Rossner wehrte sich mit „Händen und Beinen“ gegen die Angreifer, aber dann ließen seine Bremsen nach, kleine Rutscher waren die Folge und der Zastava und sein „Chauffeur“ Michael Krings hatten nur auf diese eine Gelegenheit gewartet.

Michael Krings übernahm die Führung und zog konstant seine Runden an der Spitze bis ins Ziel.
Der Sachsenring – Sieger Guido Steinmann konnte an dem Tag Krings nicht gefährden und konzentrierte sich notgedrungen auf Rocco Berger, der immer schon furiose letzte Runden abfeuert und damit öfter alle überrascht. Als Dieter Hoffmann einen „Feindkontakt“ hatte und in einen Dreher gezwungen wurde, viel er aus der Spitze zurück. Rossner konnte daraus kein Kapital schlagen und musste am Ende mit Platz vier vorlieb nehmen.
Schade das Thomas Roth, Fritz Berger und Rene Bath nur auf Sichtweite kämpften, wenn die mal zusammen kommen, was in nächster Zeit durchaus zu erwarten ist, entsteht dort eine neue „Kampfgruppe“ die sichtlich Spaß am Motorsport hat.
Zu Beginn des Tourenwagen – Laufes wurde es am Himmel in Brno verdächtig dunkel, bis dahin hatten wir wunderbares Wetter und nun drohte Wasser von oben.
Alle waren mit Slicks draußen und ein Rennabruch wäre die unweigerliche Konsequenz gewesen.
Wie durch ein Wunder blieb alles bis nach der Siegerehrung trocken, mit dem letzten Ton der Hymne fing es dann an und wir mussten unsere sieben Sachen im Regen zusammen packen.
Die Einladung für 2018 ist ausgesprochen und wir kommen wieder nach Brno – versprochen.

ADAC TCR Race Weekend – Oschersleben

Vom 07. – 09.07.2017 gastierte die internationale und die nationale Rennserie TCR sowie die Formel 4 in Oschersleben.
Das die HAIGO zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde, ist sicher der Konstanz der HAIGO in den letzten Jahren zu verdanken. Ein wenig Angst hatte ich schon, weil der langjährige Freund der HAIGO, der Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben Thomas Voß, nicht mehr in Oschersleben tätig ist. Aber alle Bedenken waren umsonst, denn der „Neue Boss“ in Oschersleben ist kein Geringerer als Ralph Bohnhorst. „Bohni“ war 1989 Europameister und fünfmal Deutscher Meister in der Klasse der Renngespanne. Das da die Chemie zwischen uns stimmt, ist natürlich selbstverständlich. Im Orga – Meeting am Donnerstag – Abend stellte mich Bohni den internationalen Gästen vor und sagte:
Stromhardt Kraft ist der Direktor des VEB Kombinates HAIGO.
Ich glaube nicht, dass die Gäste aus Italien, Spanien, Frankreich, England, Schweiz, Belgien und Ungarn auch nur im Geringsten verstanden haben, was Bohni damit sagen wollte.
Aber applaudiert haben sie alle und ich wurde herzlich aufgenommen.
Die Platzverhältnisse im Fahrerlager waren durch die Absage des tschechischen Skoda-Octavia-Cup regelrecht himmlisch.
Die HAIGO-Truppe konnte zum ersten Mal so richtig aufatmen.
Alles locker und soft, wir haben es alle sehr genossen.

Das der Zeitplan einigen nicht so richtig gefallen hat, war der Absage des Skoda-Cup geschuldet. Wenn man als Veranstalter so um die 50.000 Stück Rennprogramme in Umlauf gebracht hat, da kann man am Samstag – früh den Zeitplan eben einfach nicht mehr ändern.

So kam es dann dazu, dass die HAIGO´s zum zweiten Mal in ihrer Geschichte „getrennt“ wurden. Das heißt, dass unsere Rennen nicht wie immer hinter einander gestartet wurden, sondern die Tourenwagen am Samstag – Abend und die Formel – mitten in der Nacht – nämlich Sonntag – früh 8:30 Uhr. Eigentlich möchte ich es nun gerne immer so haben, denn die Nachtruhe im Fahrerlager war wohltuend, ganz im Gegenteil zum Sachsenring-Wochenende.

Die beiden freien Trainings am Freitag verliefen ohne große Höhepunkte, denn die Fahrer haben schon lange begriffen, dass man im freien Training kein Rennen gewinnen kann.
Am Samstag gegen 14:05 Uhr begann dann der Kampf um die Startplätze und es war gar keine Überraschung, dass Guido Steinmann seine gute Performanz vom Sachsenring konserviert hatte und in Oschersleben gleich mal neu demonstrierte.
Auch Dieter Hoffmann machte wieder auf sich aufmerksam und hat seinen Samara scheinbar wieder zu alter Leistung verholfen. Unser, immer auf Punktejagt befindlicher Rocco Berger, stellte sich ganz heimlich und leise auf Platz drei, hinter Steinmann, um immer gleich mit bei der Musik zu sein. Dahinter Krings und Rossner, die nur 0,81 Sekunden hinter Steinmann zurück lagen. Es schien so, als ob die alte Dominanz der HAIGO-Tourenwagen, nur auf dem Sachsenring eine Unterbrechung gefunden hätte.

Die Formel wird im Moment ganz schön von Toni Koitsch beherrscht. Unser ehemaliges Renn-Küken hat sich inzwischen zur einer „Rennmaschine“ entwickelt, die keine Unklarheiten darüber aufkommen lässt, wer in dieser Saison Meister werden will. Hoch interessant war der zweite Platz von Jacky Thalmann, der Leipziger tauchte auf einmal vorn auf und brachte gleich auch noch Tobias Worm im Schlepptau mit.

Alles ganz gegen den Willen von Meister Wilms, der auch noch Jens Maik (Nase) vorbei ziehen lassen musste. Das Schlimmste für Wilms war aber die Tatsache, dass damit sein sechzigster (60) Geburtstag, ganz und gar nicht nach seinen Wünschen verlief. Das Mitleid für unseren Meister war echt, aber es hielt sich in Grenzen. Platz fünf im „Quali“ ist für ihn eben schon eine herbe Niederlage.
Unser polnischer Freund Andrzej Fontanski ist ja dieses Jahr in die Mondial umgestiegen. In der Easter war er ja in guter Gesellschaft und immer für eine vordere Platzierung gut, aber nun weht ihm ein eisiger Wind entgegen. So sagte er mir, hätte er es sich nicht vorgestellt, die Jungens würden ja richtig schnell fahren.

Samstag, 17:35 Uhr – Rennen 1 der HAIGO Tourenwagen.
Noch ganz schön viel Zuschauer auf den Tribünen und an der Strecke. Nicht so viele wie auf dem Sachsenring, aber für die Uhrzeit und Samstag – Abend, Donnerwetter.
Also, ich muss es hier mal ganz deutlich sagen, die HAIGO – Tourenwagen sind im Moment der Publikums-Renner und haben in Oscherleben eine Werbung für uns gemacht, die kaum zu toppen ist. Mein lieber Mann – Hahn, Gröning, R. Berger, Steinmann, Rossner, Dross und Krings brannten ein Feuerwerk des Motorsports ab, dass sogar Leute aus dem Hotel zurück ins Fahrerlager kamen, um diese Heißsporne zu beglückwünschen. Der Tenor in der Rennleitung war eindeutig:

– Es war das beste Rennen des Tages!!!

Ich kann diese Positionskämpfe nicht mehr wiedergeben, denn dazu würde das Papier hier nicht reichen.

Hier die Zeitdifferenz im Ziel: Krings – 20:34,924 und der Sechste Dieter Hoffmann – 20:57,534, das ist eine Differenz von sage und schreibe 2,39 Sekunden nach elf Runden in Oschersleben.

Da kann man nur sagen – danke Jungs, das habt ihr großartig gemacht.
1. Michael Krings
2. Kai-Uwe Rossner
3. Guido Steinman
4. Rocco Berger
5. Peter Gröning
6. Dieter Hoffmann

Natürlich auch allen anderen ein großes Dankeschön, besonders aber an Sebastian Dross, der in der letzten Runde auf Platz drei, einen Vergaserschaden zu beklagen hatte.
Danke auch an Marcel Heintze, der trotz einer privaten Verpflichtung, wenigsten am Samstag der HAIGO die Traue gehalten hat.

Wie schon erwähnt, Sonntag – früh 08:30 Uhr Start der Formel.
Aber in der Nacht und noch am Morgen Regen und keine Alternative für die Bereifung der Wagen. Rennleiter Bohnhorst stelle mir gegen 07:00 Uhr das Safety Car zu einer Besichtigungsrunde zur Verfügung. Das Ergebnis war eindeutig, Wasser überquerte an mehreren Stellen die Fahrbahn und das geht natürlich nur mit Regenreifen. Die Gefahr, dass es während des Rennens abtrocknet war schon groß, denn dann wären diese Reifen unwiderruflich kaputt gegangen. Zum Glück hatte Petrus ein Einsehen und schickte ab und zu mal ein wenig Nasses von oben so das die Reifen nicht in Gefahr kamen zu verbrennen.
Der Start war schon eine Beute von Toni Koitsch und Jacky Thalmann hing sich sofort dran. Zu aller Erstaunen tauchte nach dem ersten Umlauf Heiko Werner auf Platz drei auf und konnte bis zur letzten Rund nicht von dort verdrängt werden.

Aber eben in dieser letzten Runde kam Falk Schwarze von hinten und nahm ihm den schon sicher geglaubten Podiumsplatz einfach weg. Wilms hatte im Regen mit seinem M 90 keine Chance, gegen den Estonia 25 von Toni Koitsch und der verwaltete seinen Platz an der nicht vorhandenen Sonne, souverän bis ins Ziel.

Ein besonderes Dankeschön gilt den Fahrern der Klasse Easter und dort wieder besonders dem „HAIGO – Neuling“ Christian Stoppel. Christian hat den Estonia 21 von Silvio Keilig käuflich erworben und kommt damit scheinbar großartig zurecht.
Auf alle Fälle war der „Vielstarter“ (war vor dem Sachsenring auf dem Moskau-Race-Track gestartet) Hartmut Heidicke erstaunt, dass ihm „Stoffel“ gleich mal so 6,21 Sek. abgenommen hatte. Na ja, diese Jugend eben und es ist ja auch gut so, dass diese „Grünschnäbel“ so langsam in die Gänge kommen. Auf alle Fälle ist da Licht am Ende des Tunnels zu sehen und es wird auch nächstes Jahr wieder eine Formel Easter geben.

Am Sonntag, den 09.07.2017 war die alte Ordnung wieder hergestellt und die HAIGO startete zu Gunsten der internationalen Gäste und übernahm als „Gastgeber“ die beiden letzten Rennen des Tages. Das nächste Rennen der TCR – Truppe ist in Thailand, dann folgt China und ihr Saisonfinale findet in Abu Dhabi statt. Da kann man sich gut vorstellen, dass die schon ihre Tracks voll packen, wenn wir an den Start rollen.
Zuerst gingen die Tourenwagen gegen 15:30 Uhr an den Start und da die Platzierung vom ersten Rennen die Startaufstellung vom zweiten Rennen ergibt, war klar das Samstag-Sieger Michael Krings, auf der Pole stand. Genützt hat es dem „Micha“ nicht viel, denn die russische „Heckschleuder“ von Kai-Uwe Rossner startet eben unglaublich gut und der Zastava -Fronttriebler blieb mit durchdrehenden Rädern fast auf der Stelle stehen.
Aber er machte sich dann als Polesetter auf den Weg nach vorn, was aber kein „Zuckerschlecken“ war. Denn die ganze „Bande“ um Rossner, Hahn, Hoffmann, Dross und Steinmann, geben einen gewonnen Meter nicht ohne Gegenwehr zurück.
Dadurch, dass sich Rossner und Hahn im direkten Zweikampf verstrickten, gelang Krings die Flucht nach vorn. Am Anfang waren es nur wenige Meter, aber von Runde zu Runde schaffte er es, sich einen Vorsprung von 100 Metern bis ins Ziel zu sichern. Schade, dass Uwe Hahn seinen bildschönen Zastava in Runde sieben ohne Fremdeinwirkung, in die Leitplanken parkte. Hoffentlich bekommt Uwe den Schaden bis Brno wieder hin, ich wünsche ihm dabei viel Erfolg. Sebastian Dross kam vom letzten Startplatz stark nach vorn, aber für ihn war das Rennen einfach zu kurz. Dennoch ist der vierte Platz ein Erfolg fürs „Dross-Team“, denn die Erfolge sind dieses Jahr ganz rar für den Berliner. Wunderbare Positionskämpfe auch im „Hinterfeld“ zwischen Thomas Roth und „Oldie“ Fritz Berger. Aber passt auf, demnächst habt ihr dort auch noch Rene Bath mit auf dem „Hals“, denn der drückt schon ganz schön auf den „Pinsel“. Eine kleine Begebenheit muss ich noch berichten, ich freue mich ja wirklich mit euch nach dem Rennen und ich lasse mich auch gern drücken, aber wisst ihr wie weh das tut, wenn ihr dabei noch den Helm auf habt?

Sonntag, den 09.07.2017 – 16:10 Uhr.
Start der Formel und trockenes Wetter, also alles für ein gutes Rennen gerichtet. Wilms gewinnt den Start und macht kein großes Hehl daraus, dass er Lauf zwei gewinnen will. Die beiden Leipziger Thalmann und Worm, sowie der Oberlausitzer Schwarze müssen von ganz hinten starten. Alle drei hatten Probleme im ersten Rennen und hatten nun schlechte Karten.

Aus der ersten Runde kamen sie so zurück:
Wilms, T. Koitsch, Schwarze(!) Weber, Thalmann, Werner, J.Koitsch, Schönfeld und Fontanski.

In Runde drei ging T. Koitsch an Wilms vorbei und machte gleich ein paar Meter gut. Dann passierte Weber Schwarze und der kam ins Visier von Thalmann, der vorher noch irgendwo an Werner vorbei gekommen war. In dem Zusammenhang ein großes Dankeschön an Gunter Schönfeld, der nach dem unverschuldeten Crash vom Sachsenring, seinen Estonia wieder mit vier Rädern(!) an den Start gebracht hat.
Am Ende trennten 32,98 Sek. die Plätz eins bis zehn und leider ist die Leistungsdichte der Formel der vergangenen Jahre, nicht wieder zu erkennen. Denn am Ende kamen sie alle irgendwie allein in der Reihenfolge Toni Koitsch, Nils-Holger Wilms, Bernd Weber, Falk Schwarze, Frank Thalmann, Heiko Werner, Jörg Koitsch und Gunter Schönfeld über die Linie.

Danach folgte aber schon die Easter, mit Christian Stoppel, Hartmut Heidicke, Peter Benz, Lutz Stallbaum, Tobias Winter, Guido Ketzmarick und Detlef Schulze.

Nun kann ich sagen, danke an alle die mitgeholfen haben, dass Oschersleben 2017 ein Erfolg war.

Das war nun die Halbzeit in dieser Saison und nun geht es Anfang September nach Brno, dann nach Poznan, dann noch einmal nach Most und dann nach Siebenlehn.

Die Autobahn Dresden – Prag ist ja nun fertig und da geht es vielleicht ein wenig schneller.

Ich wünsche allen ein paar erholsame Tage und freue mich euch alle gesund in Brno begrüßen zu können.
Bis dahin,
Stromhardt Kraft

Die CODE-60 Affäre

Classic Grand Prix auf dem Sachsenring

Das der „Ring“ nun schon 90 Jahre alt ist, kann man kaum glauben. Wenn man aber die alten und abenteuerlichen Bilder von damals sieht, dann bekommt man schon Ehrfurcht vor diesen Fahrern. Denn ihr Mut war bestimmt nicht geringer, als der der Helden von heute.

Was gibt es von den Rennen der HAIGO am Sachsenring zu berichten. Es war ein Wochenende voller Haken und Ösen, weil schon der permanente Platzmangel im Fahrerlager alle Beteiligten vor eine große Herausforderung stellt. Wir haben alle versucht, dass „Beste“ aus der Situation zu machen. Gelungen ist es uns, aber zufrieden und glücklich waren die „HAIGO`s“ damit nicht.

Um es kurz zu machen, schon nach dem freien Training mussten alle unsere Tourenwagen-Chauffeure zu einem erneuten Briefing antreten. Der Grund dafür war einfach eine Entscheidung der Rennleitung, die beschlossen hatte, die HAIGO unter der Reglung „Code – 60“ fahren zu lassen. Diese Reglung wird schon ein paar Jahre bei den Langstrecken – Rennen am Nürburgring praktiziert.
Das die Anwendung dieser Reglung nun am Sachsenring von Erfolg sein sollte, war schon ein gewagtes Unternehmen. Einmal deshalb, weil die Fahrer so eine Reglung noch niemals trainiert haben und zum anderen die Streckenposten am Sachsenring eben zu weit von der Strecke entfernt stehen.
So kam eben das, was kommen musste, die Fahrer konnten die für sie neuen Flaggen schlecht und zu spät sehen. Die Ersten erkannten das Flaggen-Signal und die Mannschaft dahinter sauste rechts und links am auf der Bremse stehenden Konkurrenten vorbei. Dabei gilt bei Code – 60 absolutes Überholverbot.
Alle meine „Bitten“ beim Rennleiter, etwas an der Situation zu ändern, waren erfolglos.
Ich möchte mich nicht weiter darüber äußern, aber die Rennen der HAIGO wurden regelrecht zerstört.
Ich wage diese Behauptung, weil ich in der Vergangenheit hervorragende HAIGO-Rennen im In- und Ausland erlebt habe und von allen Veranstaltern immer ein großes Lob über die Disziplin der Fahrer bekommen habe.
Natürlich hat die Sicherheit der Streckenposten und deren Helfer oberste Priorität, aber das kann nicht dazu führen, dass die sowieso schon knappe Fahrzeit von 20 Minuten, mit Rundenlang unter „Code – 60“ mit eben diesen 60 Km/h runter gespult wird. Das ist weder für die Zuschauer noch für die Aktiven wünschenswert.
Das einstimmige Fazit der Fahrer – so etwas machen wir nie wieder mit.
So waren dann auch die Rennen sowohl am Samstag als auch am Sonntag von Unterbrechungen gezeichnet, die man eigentlich gar nicht zu Papier bringen kann, weil sonst eben diese Papier nicht ausreichen würde.

Interessant war, dass dieses Mal die jeweiligen Inhaber der „Pole“ sowohl bei den Tourenwagen, als auch bei der Formel ihre Positionen auch im Rennen souverän verteidigen konnten.
Guido Steinmann (TW) und Toni Koitsch (FO) ließen der Konkurrenz kaum eine Chance von der Spitze vertrieben zu werden.
Nur „Mister-Mondial“ – Nils-Holger Wilms versuchte alles um diesen Toni Koitsch aus Döbeln den Sieg streitig zu machen. Das hinter ihm aber Tobias Worm nur auf einen einzigen Fehler von ihm lauerte, machte es ihm nicht leichter. Nach Unterbrechungen huschten sie dann im Sekundenabstand in der Reihenfolge Toni Koitsch, Nils-Holger Wilms, Tobias Worm, Falk Schwarze, Bernd Weber, Jörg Koitsch, Jens Maik, Henrik Opitz und Gunter Schönfeld über die Linie.
Dahinter kam schon Hartmut Heidicke mit dem ersten Easter (1300cm³).

Bei den Tourenwagen wurden durch die Rennleitung zwei Skoda RS 130 gemeldet, die dann auch als HAIGO-Neulinge ordentlichen Motorsport boten. Das unsere Tourenwagen großartigen Motorsport bieten können, dass hatte ich den Zuschauern mit Streckensprechen Lutz Weidlich vorher schon angekündigt. Um das zu verdeutlichen, will ich hier an dieser Stelle mal die Rundenzeiten darstellen.
Guido Steinmann – 1,42.429
Jens Voigt – 1,43.371
Rocco Berger – 1,44.142
Kai-Uwe Rossner – 1,44.758
Uwe Hahn – 1,44.168

um nur mal die ersten fünf zu nennen.
Das Guido Steinmann ein begnadeter Rennfahrer ist, dass wissen wir schon lange. Was er aber auf dem Sachsenring 2017 für eine Vorstellung abgab, war ein wenig erschreckend. Als ich ihn bei der Siegerehrung nach dieser feinen Leistung befragte, sagte er einfach ins Mikrophon: „Heute hat nun endlich mal alles gepasst“. Ich wünsche ihm, dass in Oschersleben wieder alles so gut passt.

Der Sonntag sollte nun unter der Mitwirkung des MDR zu einer besonderen HAIGO-Show führen.
Der MDR und der ADAC-Sachsen hatten der HAIGO eine Übertragung der Rennen angekündigt und so war schon im Vorfeld die Nervosität in der „Truppe“ zu spüren. Leider kann man ja als „Mitspieler“ die originale Übertragung nicht verfolgen und zur Sendezeit bei „Sport im Osten“ nur mit einer Aufzeichnung vorlieb nehmen.
Leider wiederholten sich die Ereignisse vom Samstag und die Rennen waren von Unterbrechungen und bei der Formel sogar von einem Re-Start gezeichnet. Natürlich waren die Fahrer daran schuld, aber Racing ist nun mal von Drehern und Ausrutschern ins Kiesbett belastet. Natürlich kam dann sofort „Code-60“ zum Einsatz und die wilde Hatz mit 60 Km/h konnte beginnen. Spaß gemacht hat das ganz sicher keinen an der Strecke und auch keinen im Rennwagen gemacht.
Aber so war es nun mal und hinterher Weinen macht auch keinen Sinn mehr.

Wie schon vorher erwähnt, konnten sich die Polesetter sowohl bei den Tourenwagen mit Guido Steinmann, als auch bin der Formel mit Toni Koitsch souverän an der Spitze behaupten. Die Verfolger waren genau wie am Vortag, Jens Voigt bei den Tourenwagen und Nils-Holger Wilms in der Formel.
Das Tobias Worm seinen dritten Platz erst durch einen Protest ( der erste in der Geschichte der HAIGO) gegen die Wertung erreichen konnte, war korrekt und war den Umständen und dem Einsatz der „Code-60“ Flagge geschuldet. Seine Verfolger hatten eben diese in Pink gehaltene Flagge nicht beachtet und waren an Tobias rechts und links vorbei gehuscht. Das Ergebnis war eindeutig, alle „Straftäter“ erhielten eine 30 Sek. Strafe und wurden im Ergebnis zurück versetzt, nämlich dahin wo sie hergekommen waren. Das das bei den Fahrern natürlich keine Freude auslöst, das kann man sich ja gut vorstellen.

Erwähnen muss ich an dieser Stelle unbedingt, das sich am ganzen Wochenende die Fahrer der Formel Easter hervorragend geschlagen haben und sie dieses mal ganz zurecht auf dem Podest geehrt wurden.
Das Ergebnis der Easter am Samstag:
Hartmut Heidicke, Tobias Winter + Guido Ketzmarick
Am Sonntag:
Hartmut Heidicke, Christian Stoppel + Guido Ketzmarick
Es ist für die Easter – Driver Licht am Ende des Tunnels zu sehen und ich hoffe sehr, dass wir die Klasse erhalten können.

Stromhardt Kraft

The Most Historic Grand Prix

Schon als die Einladung für diese Veranstaltung vom 12. – 14.05.2017 bei mir eintraf, konnte ich in ungefähr erahnen, was das für die HAIGO bedeutet.
Ich habe mich getäuscht und in keiner Art und Weise daran geglaubt, dass ich noch einmal in meinem Leben von den Vertretern der FIA persönlich begrüßt und für meine Arbeit mit der HAIGO belobigt werde. Na ja, es hat ja auch ganze dreizehn Jahre gedauert, bis es dazu gekommen ist.
So, nun zu wichtigeren Dingen.

Saisonbeginn, das hat immer etwas mit viel technischen Problemen zu tun und so war es auch in diesem Jahr.
Schon nach dem freien Training und noch schlimmer nach dem Zeittraining, waren viele am Schrauben und besonders hatte es die Defekthexe auf Bernd Weber abgesehen. Bernd musste sogar nach Leipzig zurück fahren und zu Hause eine totale Getriebe – GR durchführen. Als Bernd und sein Schrauber Matthias glaubten es geschafft zu haben, gab der Motor seinen Geist auf. Aber sie haben es geschafft und Bernd wurde am Sonntag wenigsten noch auf Platz vier abgewinkt.

Das Qualifying am Freitag gegen 16:25 Uhr für unsere Formel endete wie schon so oft. Dauerbrenner Wilms stand auf der Pole, gefolgt von Jörg Koitsch, Toni Koitsch und Altmeister Opitz. Dann folgten Schönfeld, Thalmann, Schwarze, Jens Maik und zu aller Freude Jeanette Siegert. Heinz hat es nun endlich fertig gebracht und seine legendäre Startnummer 90 und seinen MT, an seine Tochter zu übergeben, herzlichen Glückwunsch dazu.

Das Qualifying der Tourenwagen wurde genauso wie die Formel von Rossner dominiert. Gefolgt von Hahn, R. Berger, Thomas, Hoffmann, Dross, Krings, Steinmann, Gröning.
F. Berger, Roth, Lode und Heintze fehlten schon 6,050 Sek. zu Rossner.

Das Rennen der Formel am Sonntag früh gegen 9:15 Uhr verlief eher unspektakulär. Wenn man mal von der fantastischen Leistung des Tobias Worm mit seinem MT 77 absieht. Tobias rauschte durch das Feld der Formel, wie ein D-Zug und endete vom Startplatz 19 kommend auf einen undankbaren vierten Platz. Allerdings ließ dieser Ritt große Hoffnungen auf das Rennen am Sonntag aufkommen.

Thalmann und Opitz hatten unterwegs irgendwo „Feindberührung“ und nur Thalmann konnte die Fahrt ohne Frontflügel fortsetzten. Für Opitz war das Rennen aber leider beendet. Solche Dinge passieren im Eifer des Gefechts bei Rennen immer wieder und solange die Rennleitung darin keine grobe Unsportlichkeit erkennen kann, wird auch keiner der Beteiligten bestraft. Trotzdem ist es eben für unsere Werbung nicht von Vorteil, wenn im ersten Rennen gleich sieben Autos nicht ins Ziel kommen.
Nach zwölf Runden, die ganz schön lang sein können, kamen sie so über den Zielstrich:
Wilms, Jörg Koitsch, Toni Koitsch, Worm, Schwarze, Schönfeld, Jens Maik, Thalmann, Jeanette Siegert, Werner, Fontanski, Stallbaum, Benz, Ketzmarik, Kuntze und Vogel.

Gratulation am Lutz Stallbaum, der die Wertung der Formel Easter bis 1300 cm³ gewinnen konnte.

Sonnabend – 10:15 Uhr

Start der TW in die neue Saison.
Wieder ein unglaublich spannendes Rennen. Wenn zehn Runden lang Rossner in Führung liegend, permanent von R. Berger und Thomas bedrängt wird und alles nur darauf wartet, wenn denn nun einer der drei, mit dem dahinter lauernden Steinmann endlich einen Angriff startet, musste erst wieder mal Petrus eingreifen.

In Runde zehn begann es zu nieseln – Rossner mit ein bis zwei Meter Vorsprung vor Berger oder Thomas, so genau konnte man das gar nicht mehr sagen.
Runde elf, es beginnt richtig zu regnen und Rocco Berger stellt sich an jeder Kurve neben Kai Rossner. Auf der anderen Seite auf der Außenbahn, versucht das Maik Thomas. Die Fronttriebler sind bei dem Wetter dem Lada 2105 eben einfach überlegen. Aber, früher hätte der Kai das „Ding“ irgendwo unterwegs in den Kies versengt. Das hat er aber nun gelernt und kann mit dem Druck umgehen. Er gab alles was er hatte und wurde belohnt, denn nur Rocco Berger gelang es in der Zielkurve an der russischen Heckschleuder vorbei zu kommen und zu siegen. Die beiden Reporter waren total aus dem Häuschen, so ein Finish hatte hier in Most keiner erwartet.

Nach zwölf Runden huschten Berger, Rossner und Thomas mit einer Differenz von nur 0,5 Sekunden über die Ziellinie.
Mit nur wenigen Sekunden folgten Dieter Hoffmann und Guido Steinmann. Mit großen Abstand folgten dann Fritz Berger, Lode, Heintze, Roth und Krings. Dross und Gröning hatten technische Probleme und mussten beide in Runde vier aussteigen.

Bei solchen Großveranstaltungen hat es sich aus Zeitgründen eingebürgert, dass der Zieleinlauf der Rennen vom Samstag, die Startaufstellung am Sonntag ergibt. Das gefällt uns allen nicht und wir hätten lieber zwei richtig voneinander getrennte Wertungen mit zwei Qualifying und zwei Rennen, Dann würde aber das freie Training wegfallen und da kann ja keiner was am Auto einstellen oder ausprobieren.

Um das zu verändern, sind wir als Gastserie sowieso zu klein.
Unsere „Gastgeber“ mit ihren Grand Prix Cars kamen aus Australien, der USA, England, Frankreich, Belgien, Holland und Italien. Diese Maserati, Cooper, Heron, Lotus und Brabham und sie alle kosten ein vielfaches unserer Autos.
Aber, sie staunten nicht schlecht über unser Auftreten und ihre Einladung zur Race – Party am Samstag – Abend auf die Burg war wirklich ehrlich. Ich habe mich im Namen der Fahrer ganz herzlich bedankt und bekam die Einladung prompt für 2018 ausgesprochen. Die Verabschiedung von Gerhard Ittner nach 40 Jahren Arbeit im Autodrom Most war natürlich emotional wie man sich ja vorstellen kann, Tränen inklusive.

Der neue Besitzer des Autodrom kam extra zu mir, stellte sich vor und bedankte sich bei mir für den hervorragenden Sport, den die HAIGO am Samstag abgeliefert hatte. Er freute sich, dass diese HAIGO im Oktober noch einmal in Most zu Gast sein wird.

Die Party begann 20:00 Uhr und endete nach viel Reden und viel Beifall und viel Essen und Trinken pünktlich 22:00 Uhr.
Das folgende Feuerwerk war kurz, qualitativ aber sehr schön anzusehen.
Dann wurde die ganze Mannschaft mit den Bussen, mit denen wir die schlimme schmale Straße hinauf gefahren wurden, wieder ins Fahrerlager zurück gebracht.
Ich kann an die Rennleitung vom Autodrom und unseren Gastgebern nur Danke sagen.

Dann kam der Sonntag – 9:00 Uhr

Die Formel wurde zum Start gerufen und pünktlich auf die Reise geschickt. Am Anfang sah es so aus, als ob Jörg Koitsch
und Tobias Worm mit Wilms Schritt halten könnten, aber der clevere Wilms beobachtete aus dem Spiegel genau, was hinter ihm passierte.

Dann ließen die beiden Verfolger mehr oder weniger „abreißen“ den hinter ihnen war so viel Luft, dass keine Gefahr bestand überrascht zu werden. Bernd Weber kam noch mal von hinten auf Platz vier vor, so wie Worm am Vortag, das war dann aber schon alles an Höhepunkten.
Ein negativer Höhepunkt war nur der Kontakt zwischen Stallbaum und Benz, die sich ihre Autos in Runde ein so demolierten, dass ein Start am Sachsenring in Frage gestellt ist.
Damit war dann auch der Einlauf der Easter mit Ketzmarick und Schulze, eher ein trauriges Ergebnis.

Ganz anders ging es dann bei den Tourenwagen zu.
Schade nur, dass Weißenborn fehlte, der hätte dort vorn in die Kampfgruppe noch rein gefehlt.
Rossner wollte gleich wieder vom Start weg klare Verhältnisse schaffen und ließ die Kiste fliegen was das Zeug hält. Thomas, R. Berger und Steinmann hatten da aber was dagegen und ich glaube, dass sie wieder auf Regen hofften, denn der Himmel sah schon sehr bedrohlich aus. Rossner sagte mir noch in der Startaufstellung – „drück mir die Daumen, dass es trocken bleibt“ das habe ich dann auch gemacht, aber geholfen hat es ihm nicht sehr.
Denn in der letzten „Rechts“ quetschte sich Thomas mit dem Skoda irgendwie an Rossner vorbei und gewann das Rennen mit sage und schreibe „27“ Tausendstel vor Rossner.
Man sprach gleich im Streckenfunk von einem Zielfoto, aber die Sportkommissare entschieden einstimmig für Maik Thomas.
Rocco Berger, dem Sieger vom Vortag fehlten nur zwei Zehntel zu Rossner, das war gerade mal 1,60 Meter! und das nach zwölf Runden. Diese HAIGO – Tourenwagen sind nun aber wirklich ein fantastisches Aushängeschild geworden, aber es sind immer noch zu wenig Autos im Feld und das müssen wir verändern.

Stromhardt Kraft

Poznan – wir waren alle erschrocken

Der Schreck war für uns alle unvorstellbar und die Vermutungen über die nächsten Aktionen waren schon bald nicht mehr anzuhören. Was war passiert, die HAIGO-Truppe bezog ihr nun schon seit Jahren angestammtes Fahrerlager und als alles an Ort und Stelle untergebracht war und jeder sein Equipment aufgebaut hatte, sollte es dann mal so langsam los gehen.
Aber dann kamen schon die ersten Meldungen über Dinge die wir eigentlich schon lange vergessen haben. Die Luftventile aus den Fahrerlager-Fahrrädern waren raus geschraubt und nicht mehr auffindbar, von Zugfahrzeugen fehlten die KFZ-Kennzeichen und zu guter Letzt wurde Uta, die gute Seele vom Gröning-Team, in der Nacht in der Damentoilette eingesperrt.
Der Rennleiter sah sich außer Stande diese Dinge abzustellen, wollte aber auch nicht die polnische Polizei rufen. Plötzlich sprach in der Rennleitung niemand mehr deutsch oder englisch und ich musste mir vom Team Wojchiechowski Hilfe holen.
Am Ende kam raus, dass es sich um einen dummen Jungenstreich der Fans vom BMW – Cup gehandelt hätte.
Es wurde eine außerordentliche Fahrerbesprechung der BMW – Fahrer einberufen und mir wurde versichert, das sich solche Dinge nicht mehr wiederholen werden. Am Ende dieser Besprechung wurde mir ein dickes Lob für mein korrektes Verhalten ausgesprochen und die BMW-Fahrer möchten gerne auch 2017 wieder mit der HAIGO zusammen arbeiten. Wie das unsere Fahrer aufnehmen, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle bin ich bereit für den gemeinsamen Motorsport unter Freunden, nicht aber wenn sich solche Dinge wie in Brno und Poznan wiederholen.

Da man nach Brno in der Meisterschaft in keiner Klasse einen klaren Favoriten erkennen konnte, blieb die ganze Sache spannend. Besser gesagt gab es mehrere Anwärter auf die Titel und keiner wollte eine Prognose abgeben.
In den beiden Formelklassen war es genau so eng wie bei den Tourenwagen.
Am Samstag, den 24.09.16 – 15.15 Uhr gingen die Formel zu ihrem vorletzten Meisterschaftslauf auf den einzigen noch existierenden polnischen Rundkurs. Unser langjähriger Gaststarter Jaak Kuul aus Tallinn war endlich wieder mal da und hatte nur Pech. In der letzten Runde ereilte ihn an vierter Stelle an kapitaler Motorschaden. Überhaupt waren an diesen Tag die technischen Ausfälle an der Tagesordnung, denn sechs Autos mussten mit dem „Lumpensammler“ in Fahrerlager zurück gebracht werden.

Nur für einen schien an dem Tag die Sonne ganz hell und strahlend. Der kleine Tobias Worm kam von relativ weit hinten, vor auf Platz drei. Wenn auch Toni Koitsch mit seinen stotternden Motor ein wenig mit geholfen hat, war die Freude und die berechtigten Tränen von Papa Volker Worm schon ganz ehrlich. Endlich wieder ein MT 77 auf internationaler Bühne auf dem Treppchen. Das Rennen ans sich war wieder von Taktik geprägt, denn keiner der Spitzenleute konnte sich einen Ausfall leisten. Besonders Wilms, T.Hoffmann, T.Koitsch und Thalmann belauerten sich unaufhörlich. Schwerarbeit für die Helfer an der Boxenmauer, die ihren Fahrern möglichst aktuell auf dem Laufenden halten wollten. Dahinter lauerten ja schon Schwarze, Weber und J.Koitsch nur darauf, dass dort vorn irgendwas passiert, damit sie evtl. noch ein paar Punkte abkassieren konnten.
Aber es passierte nichts und so kamen sie dann alle, mehr oder weniger auf Sichtweite über die Linie.
Nur zwischen Wilms und T.Hoffmann wurde es am Ende noch mal richtig eng. Um das richtig zu verdeutlichen hier die Zeitdifferenz am Zielstrich nach 13 Runden: Wilms mit 21:40.406 und T.Hoffmann mit 21:40.683 !!! Spannender geht es einfach nicht mehr. Dann Worm, T.Koitsch, Thalmann, Schwarze, Weber, J.Koitsch, Maik, Schönfeld und Werner. Dann kamen unsere Easter mit L.Wojchiechowski, Heidicke und Ketzmarick von Platz eins bis drei ins Ziel.

Danach waren unsere TW dran und die standen der Formel in nichts nach. So balgten sich Runde für Runde Weißenborn, R.Berger, Gröning, Förster und am Anfang auch noch Roßner, wie richtige „Rennfahrer“ um jeden Meter.
Ganz so eng wie bei der Formel war der Zieleinlauf nicht, weil sich Weißenborn in der letzten Runde irgendwo ein paar Meter absetzten konnte. Aber auch hier ein paar Zahlen, die verdeutlichen, wie eng auch es bei den TW zu geht. Weißenborn fährt seine schnellste Runde in 1:54.929 und Rocco Berger mit 1:54.879 und das beide Male in Runde neun.

Ein wenig traurig war ich aber schon, denn in Runde neun konnten sich Dirk Förster und Rocco Berger über den noch zur Verfügung stehen Asphalt auf der Strecke nicht einig werden. Dann hatten wir den zweiten schweren Karosserieschaden der Saison bei Dirk Förster zu beklagen. Schade für Dirk, denn Rocco kam fast unbeschädigt als Zweiter über die Linie.
So kamen sie über den Strich: Weißenborn, R.Berger, Gröning, F.Berger, Krings, Hahn, und D.Hoffmann. Roßner, Roth und Förster mussten die Segel streichen.

Sonntag, den 25.10.16 – 10.50 Uhr

Start der Formel zum letzten Lauf für 2016 – und wer wird nun Meister?
Der T. Hoffmann knallte eine schnelle Runde nach der anderen hin, aber Wilms ließ sich nicht nervös machen. Er wusste, dass wenn er nicht ausfällt, kann es auch 2016 für ihn reichen. T. Hoffmann fuhr seine schnellste Zeit in Runde zehn und Wilms antwortete in Runde zwölf mit einer ebenso schnellen Zeit auf diese Ansage.
So deutlich sieht man das an den folgenden Rundenzeiten:
T.Hoffmann – 1:38.017
T. Worm – 1:38.622
N.-H. Wims – 1:38.525
J.Koitsch – 1:38.596
Thalmann – 1:40.550
J.Kuul – 1:40.441 (mit Ersatzmotor)
Nur nicht ausfallen, das war hier Trumpf, alles andere wäre ein herber Verlust der Meisterschaft gewesen.
Der vom Samstag – Erfolg verwöhnte Tobias Worm setzte am Sonntag noch eins drauf und kam mit seinem MT 77 als glänzender Zweiter ins Ziel – Glückwunsch. Wilms scheint auch in dieser Saison alles irgendwie richtig gemacht zu haben, denn nach meiner Rechnung müsste er der neue Meister sein. Der Einlauf der ersten zehn war: T.Hoffmann, Worm, Wilms, J.Koitsch, Thalmann, Kuul, Schönfeld, Schwarze und Maik.
Bei der Easter waren es: L.Wojeciechowski, Fontanski, Ketzmarick, Stoppel und Stallbaum.
Als die schwarz/weiß karierte Flagge fiel, war alles gut, wir waren Unfallfrei, alle an Bord und nun nach vorn schauen.

Sonntag, den 25.09.16 – 11.35 Uhr.

Zwischen Qualifying und Rennen standen am Sonntag leider nur gut zwei Stunden Reparaturzeit zur Verfügung.
Der Grund dafür ist relativ einfach erklärt. Durch den EM – Status, der sowohl in Brno als auch in Poznan gefahren wird, entscheidet die FIA zu welchen Zeiten die Hauptläufe gefahren werden. Dadurch bleiben für uns im Rahmenprogramm immer nur die Zeiten übrig, die die FIA frei gibt. In Brno waren es eben leider die zwei letzten Rennen und in Poznan nun eben die zwei ersten Läufe. Wenn man aber auf dieser internationalen Bühne mit machen will, dann muss man sich eben auch an diese Spielregeln halten.
Leider fehlten in der Startaufstellung Dirk Förster und Thomas Roth. Was sich aber dann abspielte war sehenswert.
Ich kann mich hier an dieser Stelle nur immer wiederholen, wenn unsere TW einen halbwegs guten Tag erwischen, dann zaubern die „Brüder“ ein Rennen hin, dass es keinen mehr kalt lassen kann. Unsere polnischen Sportfreunde, auch die vom BMW-Cup, waren sprachlos. Nach zwölf Runden hatten die ersten zwei im Ziel eine Differenz von sage und schreibe 0,028 Sekunden.
Nach einem faszinierenden Rennen, huschten sie nach zwölf Runden in dieser Reihenfolge über den Strich: Weißenborn (wegen dem sich der polnische Streckensprecher fast die Zunge gebrochen hätte), dann Rocco Berger, Kai-Uwe Roßner, Dieter Hoffmann, Uwe Hahn und Peter Gröning. Mit etwas Abstand folgen Michael Krings und Fritz Berger.
Aber von der Spitzengruppe hätte an dem Tag wohl jeder die Chance gehabt, dass letzte Rennen des Jahres zu gewinnen.

Stromhardt Kraft

Brno – mit zwei Gesichtern

Mit viel Freude über die Einladung zum Masaryk – Race – Days 2016 machte sich die HAIGO – Truppe auf den Weg ins „Böhmische“ Brno.
Vom 09. – 11.09.16 war der Termin gute fünf Wochen nach dem unglücklichen Auftritt der HAIGO auf dem Lausitzring, gut dazu angetan, endlich wieder Rennen zu fahren. Alle hatten sich für die beiden letzten Rennen des Jahres in Brno und Poznan viel vorgenommen, zumal ja beide Rennstrecken von 90% aller Fahrer geliebt werden. Die Meisterschaft war noch vollkommen offen und so war auch für die nötige Spannung gesorgt.

Sorgen machte mir nur die geschrumpfte Teilnehmerzahl der Tourenwagen, denn fünfzehn TW sind gleich fünf fehlende Teilnehmer, deren Startgeld am Ende zur Bezahlung des Veranstalters fehlen. Deshalb kam mir die Anfrage vom polnischen BMW – Cup aus Poznan nicht ungelegen. Das waren sage und schreibe gleich mal so an die zwanzig Autos mehr. Durch die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen mit der kleinen Maluch – Trophy und der Prüfung der BMW-Rundenzeiten, sah die ganze Sache recht vielversprechend aus. War sie dann auch, bis das Qualifying vorbei war, dann waren die BMW-Fahrer und ihr Boss regelrecht aus dem „Häuschen“, denn unsere HAIGO – TW waren gleich mal mit vier Autos unter den ersten zehn der BMW gelandet.

Das machte bei den Polen unglaubliches Erstaunen und sie wollten es einfach nicht glauben, was da eben passiert war. Für mich war es eine ganz normale Sache, denn eben dieser BMW-Cup setzt auch auf finanzielle Sparsamkeit und erlaubt nur ein ganz begrenztes Tuning. Die Autos waren viel schwerer als die HAIGO´s und bremsen mussten die ehrgeizigen Polen auch eher. Dann kam noch dazu, dass sie zum ersten Mal in Brno starteten und unsere „Profi`s“ die Strecke ja schon aus den Vorjahren zur Genüge studiert hatten. Besonders zu schaffen machte ihnen der Lada von Guido Steinmann und der Samara von Peter Gröning. Die Beiden fuhren in jedem Training auf Platz vier und waren nur ganz wenig weg von der BMW-Creme. Dann kam die alles entscheidende Frage:
Was machen wir, wenn ein HAIGO-Auto gewinnt?

Ich habe den „Chef“ ganz ruhig angelächelt und geantwortet, dass es dann eine ganz normale Siegerehrung gibt, so wie bei jeden anderen Rennen auch.

Dann kam das was kommen musste.
Samstag, den 10.09.16 – 16.00 Uhr – Start der Tourenwagen. Ein unglaubliches Bild, wenn 35 TW auf die Reise gehen. Der Lärm der Motoren, der aufgewirbelte Staub, der Gestank von Gummi, Benzin und verbrannter Kupplung und alles „rammelt“ auf die erste Kurve zu. Ich war glücklich, denn soweit ich sehen konnte, war alles erstmal gut gegangen. Erstmal, denn was dann folgte war nur noch mit „Crash Car“ zu vergleichen. Jegliche Schuldzuweisung liegt mir fern und ich bin auch heute noch der Meinung, dass es von beiden Seiten mit mehr Respekt hätte beginnen müssen.
Es muss mir für die Zukunft eine Lehre sein, dass eben im Vorfeld besser darüber gesprochen wird, wenn sich so unterschiedliche Ansichten über Rennen mit Autos unterschiedlicher Leistung treffen.

Das endgültige „Gaudi“ kam aber noch und zwar in Gestalt des tschechischen Rennleiters. Nach dem ich den Antrag gestellt hatte, die beiden Klassen zeitversetzt zu starten (was bei solchen Vorkommnissen durchaus üblich ist) lehnte das der Rennleiter vehement ab. Er war der Meinung, dass ein solches Rennen des absolute „Salz“ in der Suppe des Renntages gewesen wäre und das am Sonntag ja bestimmt noch mehr Zuschauer kommen und er gerne noch mal so eine Show bieten möchte.
Was soll ich sagen, nach einer Stunde der zähen Verhandlungen, wurde ich beauflagt, mit den deutschen Fahrern eine „extra“ Fahrerbesprechung durch zu führen, bei der jeder der HAIGO – Fahrer mit seiner Unterschrift bestätigen musste, dass er die versetzten Ampelsignale zu 100% beachtet und befolgt.
Ende gut alles gut, bis auf den schwer beschädigten Lada von Guido Steinmann, lief dann das zweite Rennen ohne große Vorkommnisse über die Runden.

Das Ergebnis vom Samstag war schon beeindruckend:
1. Uwe Hahn
2. Dieter Hoffmann
3. Guido Steinmann
4. Peter Gröning
5. Michael Weißenborn
6. Rocco Berger
7. Dirk Förster
8. Kai-Uwe Rossner
9. Tibor Georg
10. Michael Krings
11. Thomas Roth
12. Fritz Berger
13. Marcel Heintze

Das Tourenwagen – Ergebnis vom Sonntag sah dann, nach dem versetzen Start so aus:
1. Peter Gröning
2. Dirk Förster
3. Michael Weißenborn
4. Fritz Berger
5. Thomas Roth
6. Marcel Heintze
7. Dieter Hoffmann

Alles andere stand mit mehr oder weniger einfachen Schäden am Streckenrand oder in der Boxengasse. Wie z.B. Rossner und Hoffmann mit Gasseil gerissen und Hahn hatte kein Kupplungsdrucklager mehr.

Unsere Formel bot ein, im Verhältnis zu den Tourenwagen, eher normales Rennen.
So wie die Zeiten aus dem Qualifying die Startaufstellung ergab, so waren Positionskämpfe auch Mangelware und der Zieleinlauf war dann auch entsprechend unspektakulär.

Der Polesetter Toni Koitsch gab das Heft des Handels niemals aus der Hand und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Dahinter folgten mit Respektabstand: Wilms, T.Hoffmann, Weber, B.Wojchiechowski, J.Koitsch, Worm,Werner, Vogel, Ketzmarick, Fontanski, Stallbaum, A.Wojchiechowski, Thalmann.
Das Sonntag-Rennen der Formel war abermals mehr von taktischen Verhalten der Fahrer geprägt, nur Wilms machte „Ernst“ und setzte sich gleich nach drei Runden an die Spitze und legte somit schon einen kleinen Grundstein in Richtung Meisterschaft. Toni Koitsch hatte es ihm leicht gemacht, denn der fiel mit Motoraussetzern auf Platz vier zurück. Thomas Hoffmann ließ aber keinen Zweifel aufkommen, dass er das mit allen Mitteln verhindern wollte und ließ nur ein paar Meter Luft, um auch seine Chance auf den Titel zu wahren.

Hinter den beiden Titelanwärtern folgten: Weber, Thalmann, T.Koitsch, B. Wojchiechowski, A.Wojchiechowski, Werner, Maik, Fontanski, Ketzmarick, Stallbaum und Schönfeld.

Zu guter Letzt muss ich noch berichten, dass auch ich nicht ganz ungeschoren nach Hause gekommen bin. Was war geschehen? Auf dem Weg von der Zeitnahme ins Fahrerlager wurde ich von jemanden mit meinen Namen gerufen und ich wollte mit meinen Roller zurück fahren. Beim Wenden blieb ich mit dem linken Fuß in einer Wasserrinne hängen, der Fuß wurde zwischen Seitenständer und Hauptständer eingekeilt. Ergebnis: Bruch des Sprunggelenkes und Beschädigung der Achillessehne. Am Donnerstag nach Brno: OP in Meißen und am folgenden Donnerstag, den 22.09.16 Abfahrt nach Poznan.

Stromhardt Kraft

Gemischte Gefühle

Am 30./31.Juli startete die HAIGO auf dem Lausitzring ihren 5. und 6. Wertungslauf zum ADAC – Pokal 2016. So war der Plan, aber die Wahrheit sieht eben oft anders aus uns so war es auch dieses Mal. Einige der alten Hasen aus DDR-Zeiten, hatten schon immer mal mit mir über ein Rennen im Rahmen des ADMV diskutiert. Aber bisher gab es eigentlich keine richtige Gelegenheit dazu. Da wir ja zu 100 Prozent nur noch Veranstalter aus den alten Bundesländern haben, sind die Bedingungen eben darauf ausgerichtet.

Das heißt, dass die HAIGO eben durch diese teilweise internationalen Rennen, ein Niveau erreicht hat, dass für einen Veranstalter der auf Clubebene agiert, nicht einfach zu handhaben ist.

Das heut zu Tage nur noch das liebe Geld regiert und bestimmt wie wir etwas zu machen haben, das haben wir alle schon lange begriffen.
Wenn aber die HAIGO dann einen großen Teil der Kosten übernimmt und zum Beispiel kein freies Training zum Einstellen der Rennfahrzeuge erhält, dann muss ich mich fragen, warum das so ist. Von dieser Sorte Fragen gab es am Lausitzring noch viele und ich will hier dem ADMV nicht unterstellen, dass die freiwilligen Sportfreunde nicht engagiert genug gearbeitet hätten, aber professionell sieht eben anders aus. So hart wie das klingt, aber auf diesem Niveau sind wirklich nur Clubveranstaltungen zu realisieren.

Schade, aber die von mir und Helmut Tschernoster angestrebte Zusammenführung der verschiedenen Gruppierungen des DDR-Motorsport, wird so nicht funktionieren.
Es war ein Versuch und die HAIGO´s haben das auch richtig verstanden. Aber wir wollen Rennen fahren und dafür bezahlen wir auch eine Menge Geld und dafür wollen wir auch entsprechend behandelt und beachtet werden. Wenn ich nur an die bösartigen Kommentare der Motorradfahrer aus dem ADMV-Cup denke, dann wird es mir heute noch ganz schlecht. Wir konnten gar nichts dafür, sie hatten ihr Equipment auf unseren zugewiesenen Standplätzen aufgebaut und wollten, dass diese „Scheißautos“ hier endlich verschwinden. Wie soll da Freundschaft unter Gleichgesinnten wachsen?

Nun zur Sache, trotz aller vorher gemachten Zusagen, durfte die HAIGO am Lausitzring keine Rennen fahren.
Die Enttäuschung der Fahrer war riesengroß und allemal verständlich. In der nächtlichen (22.10 Uhr) Fahrerbesprechung, die war deshalb so spät, weil wir früh 8.00 Uhr die Veranstaltung eröffneten und erst 18.00 Uhr ins Fahrerlager einreisen durften und alle Fahrzeuge vorher der TK zugeführt werden müssen.
Also mitten in der Nacht hatte ich einige Fragen meiner Fahrer zu beantworten, die mir schwer gefallen sind, weil ich zugeben musste, das ich im Vorfeld einige schwere Fehler und Zugeständnisse gemacht hatte.

Zum Glück ist diese Gemeinschaft in den letzten Jahren so was von stark geworden, dass es eigentlich recht schnell ging und die Hauptsächlichen Dinge die unseren Start betrafen, vom Tisch waren.

Der Sonnabend und der Sonntag waren also nur noch Wertungsläufe zum SLM – Pokal und unterlagen den Bestimmungen des Clubsport.
Das der, der zuerst die Zielflagge sieht, dann nicht automatisch der Sieger ist, das ist schon eine besondere Abart des Motorrennsport. Aber sei es nun wie es ist, ich kann am Ende der ganzen Sache mit einer gewissen Freude feststellen, dass die HAIGO wieder einmal einen großartigen Motorsport geboten hat und ihr Auftritt von der ersten bis zur letzten Minute professionell und diszipliniert war.
Dafür möchte ich mich bei der Fahrerschaft bedanken, auch wenn ein paar wenige schon frühzeitig abreisen und irgendwelche Zeichen setzen wollten.
Wem diese Zeichen was nützen sollten weiß ich nicht, mir jedenfalls helfen diese Zeichen gar nichts.

Stromhardt Kraft