Zu Gast bei den Schweizern

Der HAIGO – Saisonstart gestaltete sich in diesen Jahr schon sehr schwierig, weil die Absage des ADAC, für die Teilnahme am ADAC–GT–Cup 2010, doch recht große Veränderungen in der Terminplanung nach sich zog.

Plötzlich gingen mir die Veranstalter aus und ich musste neue Wege suchen und beschreiten. Heute kann man nun nach dem Saisonstart in Most sagen, dass die Bemühungen nicht umsonst waren und die Rennen für die Meisterschaft 2010 in „trocknen Tüchern“ sind.

Most zeigte sich von der besten Seite, sowohl was das Wetter als auch die Beschaffenheit der Strecke angeht. Dank auch an Walter Kupferschmid, dem Rennleiter aus der Schweiz, weil er und seine Truppe alle Tage voll im Bilde waren. Dass es ein kleines Malheur bei der Siegerehrung der Formel gab, hat allen Fahrern mehr oder weniger Spaß gemacht, weil der Sprecher einfach nur die Namen unserer Leute verwechselt hatte.

Unsere Formel war an allen drei Tagen immer zuerst dran und die Tourenwagen waren immer die „Letzten“.
Das hatte etwas mit der Abstimmung der unterschiedlichsten Klassen unter einander zu tun und wir waren zu Gast und mussten diese Umstände einfach akzeptieren.
Das es dann allerdings bei der Fahrerbesprechung am Samstag – früh zu einer unschönen Diskussion zwischen der HAIGO und der Formel-V kam, hatte sicherlich überhaupt nichts mit dem Veranstalter zu tun. Endlich sind die seit dem Lausitzring 2009 bestehenden Ungereimtheiten zwischen den Ansichten der HAIGO und der Formel–V ausgeräumt.

Die HAIGO trat in Most in der schwächsten Besetzung seit ihrem Bestehen an und man kann nur hoffen, dass sich dieser Zustand nicht noch weiter ausbreitet. Alle „Zutaten“ waren eigentlich gegeben, um einen guten Start in die neue Saison zu machen. Leider war es aber wie immer, dass erste Rennen der Saison war von vielen technischen Ausfällen gezeichnet und einige Fahrer mussten die Nacht zu Hilfe nehmen, um von zu Hause „Nachschub“ zu holen.

Die Startaufstellung nach dem Qualifying der Formel Mondial sah auf Pole, wie erwartet, Nils-Holger Wilms und neben ihm stand Altmeister Heinz Siegert. Schon ein wenig überraschend war, dass auf Platz drei „Jacky“ Thalmann noch vor Henrik Opitz die Nase vorn hatte. Jaak Kuul und Jörg Koitsch lauerten dahinter in der dritten Reihe.
Dann kam aber schon der erste Easter mit Michael Hennig am Steuer, der sich ganz frech vor Bernd Weber platziert hatte. Überhaupt machten Vorjahresmeister Keilig und Hennig über das ganze Wochenende, der Formel Easter alle Ehre.

Ein großes Dankeschön gebührt auch den „Frischlingen“ in der Formel. Besonders machte hier Worm jun. eine gute Figur und die Handschrift von Papa Volker war unverkennbar.
Mit Michael Wolters und Marko Wollenberg, traten nun zwei „Wessis“ die Nachfolge von Fred Stehr aus Hannover an und wir können nur hoffen, dass dieser Trend der Wiedervereinigung anhält. Besonders fiel die engagierte Fahrweise vom jungen Micha Wolters auf, der sich seine ersten Sporen im Kartsport verdient hatte und mit dem „großen“ Auto scheinbar gar keine Probleme hat. Leider musste er seinem Teamchef nach dem ersten Lauf ein demoliertes Auto abgeben, weil Jaak Kuul wieder mal eine Lücke gesehen hatte, die gar keine war. Aber die immer wieder so oft geschilderte Kammerradschaft aus den guten alten Zeiten, die ist zu 100% wieder da. Denn wie soll man sonst jemanden erklären, dass beide betroffenen Fahrzeuge mit Ersatzteilen von Steffen Bitterlich, der diese Mal beruflich verhindert war, in Crottendorf wieder startklar gemacht wurden. Danke ist nur ein Wort, aber in der HAIGO hat es noch immer eine große Bedeutung. Hoffentlich können wir diesen Teamgeist noch eine Weile behalten, es würde uns allen gut tun.

Im Rennen 1 der Formel dominierten die beiden alten Hasen Wilms und Opitz, dass Rennen nach Belieben. Bei dem Tempo was die Beiden vorlegten, waren technische Ausfälle der Mitstreiter regelrecht vorprogrammiert. Nutznießer war Jörg Koitsch, der dadurch seinen Estonia auf Platz drei ins Ziel brachte, weil Jaak Kuul in der letzten Runde der Sprit aus ging.
Überhaupt hat die Länge des Rennes viele überrascht, denn 25 Minuten plus eine Runde, das ist für unsere Autos schon die Länge eines der Pokalläufe von damals.

Bei den „Kleinen“ fuhren Silvio Keilig und Michael Hennig, dem Feld einfach auf und davon. Die Stallbaum, Zängler, Benz, Redlich, Wollenberg und Worm, waren einfach machtlos und hatten dem Tempo ihrer „Frontleute“ nichts entgegen zu setzen.

Das Qualifying der „Blechautos“ sah eine so große Leistungsdichte in den Zeiten, so dass eine Vorhersage schier unmöglich war. Tibor Georg erzielte zwar mit seinem Samara und 2:05,243 die schnellste Zeit und damit Pole, aber am Ende sollte alles anders kommen. Neben ihm stand Sebastian Dross mit dem 2101 und hatte nur eine Zeitdifferenz von 0,03 Sekunden. Dahinter stand dann schon Rocco Berger, der auch nur 0,3 Sek. zurück lag und Kai-Uwe Rossner kam mit 2.06,232 auch noch ganz nah ran. Sogar Rocco`s Papa Fritz Berger, schaffte mit 2.07,198 den absoluten Anschluss zur Spitze.

Auch in dieser Klasse gab es ein neues Gesicht und das gehörte Steffen Hornik, der den Vorjahres 2105 von Jens Fischer erworben hat und damit hervorragend zu recht kam.
Bei den ganz „Kleinen“ mit 600 ccm sieht es dagegen ganz trübe aus. Nur Steffen Großmann und Ulli Hänig hatten für Most genannt und damit war an eine Meisterschaft in der Klasse Trabant natürlich nicht möglich. Wer will schon „Erster“ von Zweien werden und so wurden diese Wagen in die Klasse bis 1300 ccm eingestuft und fuhren dort um den SLM-Pokal mit.

Der erste Lauf der Tourenwagen, obwohl das Feld so klein war, begeisterte sogar die Schweizer Gastgeber. Leider hatte Tibor Georg`s Samara das ganze Wochenende Probleme mit der Wassertemperatur und so musste er dieses Mal Sebastian Dross einfach ziehen lassen. Dahinter aber balgte sich der Rest des kleinen Feldes hervorragend. Der Streckensprecher konnte gar nicht verstehen, wieso vier Lada`s durch eine Kurve passen, wo normaler Weise nur für drei der Platz da ist. Als dann Kai-Uwe Rossner mit defektem Keilriemen seinem Motor zu viel zu gemutet hatte, reihte sich das Feld so langsam hinter Sebastian Dross ein und jeder versuchte das Ding nach Hause zu fahren. Schade das Steffen Hornik seinen schönen dritten Platz an Fritz Berger hergeben musste, aber hier siegte einfach die Erfahrung von Fritz aus vielen Rennen.

Die Rennen am Sonntag waren nicht weniger spannend, aber durch die Ausfälle vom Vortag, lichteten sich die Reihen abermals.

Dennoch zeigten die Fahrer hervorragenden Motorsport und schalteten keinen Gang zurück. So siegte in der Klasse Mondial erneut Nils-Holger Wilms mit der hervorragenden Zeit von 1:47,6 und das ließ den 12–fachen tschechischen Staatsmeister Vaclav Lim nur staunen. Heinz Siegert und Henrik Opitz landeten auf den Ehrenplätzen und waren sichtlich zufrieden mit dem Wochenende.

In der Easter siegte Silvio Keilig wie erwartet, aber die Konkurrenz schläft nicht. Mit Michael Hennig und Worm jun. könnte da was kommen, was der Altenburger Mannschaft Paroli bietet.

Der zweite Lauf der Tourenwagen wurde natürlich eine „Demo“ von Sebastian Dross und ich bin gespannt, wenn beim nächsten Rennen in Most, vom 04.–06.Juni 2010 die Skoda`s wieder mit von der Partie sind, ob es Sebastian abermals gelingt so einen Start – Ziel Sieg ein zu fahren. Auf den Plätzen folgen mit dem nötigen Sicherheitsabstand, Rocco Berger und Ringo Stöber, die sich beide richtig über ihre Plätze freuen konnten. Denn, ob es in Zukunft, wenn alle wieder an Bord sind, sie ihre guten Platzierungen wiederholen können, dass lasse ich hier mal lieber offen.

Danke an alle die dabei waren und vor allem an Peter Benz, der uns mit seiner Truppe an allen Tagen gut versorgt hat.

Alles Gute für Euch, schraubt schön und vergesst Eure Nennungen nicht abzugeben.

Stromhardt Kraft
Promotor der HAIGO