Schön, schnell und alt

waren sie anzusehen, die Formel und Tourenwagen der HAIGO´ 06. Ihr erster offizieller Auftritt im Rahmen der Beru-Top10 in Oschersleben war wieder ein voller Erfolg. Abgesehen von den technischen Kinderkrankheiten der Autos am Saisonanfang, war den Damen und Herren vom ADAC-Westfalen anzumerken, das sie bereits die 39. Veranstaltung organisieren. Alles vom Freitag bis Sonntag wurde professionell abgewickelt. Nochmals Danke – im Namen der HAIGO-Fahrer. Die Gleichmäßigkeitsläufe am Samstag waren hoch interessant, weil einige der Fahrer ihre Vorjahreserfolge unbedingt wiederholen wollten. Aber wie das im Leben eben so ist, hatten einige die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Nach gutem Start führte Dieter Georg (MT77) mit großem Vorsprung das Feld der Klasse Easter bis 1300 ccm an. Natürlich begünstigt durch den Ausfall von Heinz Siegert (MT77), der seinen Formel in der siebenten Runde mit Motorschaden in der Boxengasse abstellen musste. Bei der anschließenden Siegerehrung sah man mit Jens Wilke und Jens Redlich auf den Ehrenplätzen ebenfalls nur glückliche Gesichter. Unsere “Frischlinge” Frank Jakob und Tino Merz-Petri hatten natürlich mit Anfangsproblemen zu kämpfen, aber das legt sich noch und dann wird sich auf die Geschlossenheit und der Spaß einstellen.
Die “Großen” waren voller Hoffnung, dass sie hier der Chef im Ring sind, aber richtig gelang das nur den beiden „Profis“ Wilms und Opitz. Bei den beiden merkte man, das sie genau wussten auf was es beim ersten Rennen der Saison ankommt. Bernd Webers Neuerwerb Estonia – 25 war noch nicht fertig und so wahrte er mit Platz 3 auf seinem MT77 – 1300 cm³ alle Chancen um am Ende bei den Mondial´s ein Wort mitreden zu können. Die mit großen Hoffnungen gestarteten Tanzmann, Thalmann, Mühle, Stehr und Schöche mussten alle die Waffen strecken, weil technische Defekte ein Eingreifen in den Kampf um die Spitze vereitelten.
Hoffen wir, das sie alle ihre Beschwerden bis zum 13. Mai auf dem Eurospeedway im Griff haben, denn dann werden die Karten neu gemischt.
Bei unserer Tourenwagen – Truppe sah die Situation ähnlich aus, nur waren dort die “Alten” auch die “Neuen” Sieger. In der Reihenfolge der Klassen sahen die Zuschauer mit Heiko Gaida, Maik Thomas, Klaus Mahlich und Michael Meyer die Spitzenleute aus 2005 in Front. Die starke Truppe der Gäste konnte lediglich auf den Ehrenplätzen punkten. Zur Freude aller HAIGO-Fahrer belegte unser holländischer Gast Albert Westerhuis Platz drei bei den Trabi´s und sorgte damit für eine gelungene Überraschung.
Für die größte Überraschung am Sonntag sorgte nur einer – Petrus. Unsere Formel wurde beim Rausfahren so furchtbar eingeweicht, dass die Gridgirls fluchtartig die Startaufstellung verlassen mussten. Aus der Info – Runde kam das Pace-Car nur mit einem Auto zurück, mit Hans Sieber (MTX), der als einziger den Braten gerochen hatte und mit Regenreifen rausgegangen war. Alle Anderen fuhren in die Box. Nach langen zehn Minuten waren alle fertig und stellten sich an der Boxenausfahrt bei rot an. Als dann das Pace-Car mit Hans Sieber im Schlepp vorbei war, durfte sich das gesamte Feld anschließen. Als der Start frei war, donnerte das Feld in einer gewaltigen Gischtwolke die Start- und Zielgerade hinunter. Ganz am Ende Heinz Siegert, der nach einem Motorschaden im ersten Rennen von hinten starten musste. Das er am Ende das Ding auch noch gewann, war nicht nur seinem perfekt laufenden Leihmotor sondern auch seiner hervorragenden Fahrkunst im Regen zu verdanken. Jens Wilke und Dieter Georg versuchten es gar nicht erst, dem schnellen Heinz Siegert aufzuhalten und begnügten sich mit Platz zwei und drei.
Bei den großen Formelfahrzeugen war Nils-Holger Wilms nicht zu schlagen. Nils legte mit seinem MB 90 Zeugnis darüber ab, dass dieses Fahrzeug ein würdiger Nachfolger des MT 77 geworden wäre. Ein beachtlichen Einstand bei den Großen gab Bernd Weber. Er belegte im ersten Lauf hinter Henrik Opitz Platz drei und konnte im zweiten beweisen, dass ein guter MT 77 sogar in der Lage ist auf Platz zwei vor Henrik Opitz anzukommen. Die beiden „Könige“ Fred Stehr und Dr. Kay Braun konnten mit ihren “neuen” Autos das Tempo noch nicht mitgehen. Beide sind aber bestimmt intelligent genug um erst mal kleine Schritte in Richtung Spitze zu unternehmen. Bestimmt denkt unsere “Mühle”, den arge Spritprobleme plagten, genauso. Jungs bleibt tapfer, eure Zeit kommt noch.
Die Tourenwagen waren natürlich vorgewarnt und gingen alle gleich auf “Winterrädern” an den Start. Der Indy-Start war bei diesem Wetter natürlich besonders heiß. Das Pace-Car Tempo liegt so bei 80 km/h und das heißt schon ab Reihe drei Blindflug. Eigentlich ging aber alles gut, bis auf Jürgen Hofmann, der in der Westkurve seinen BMW mit der Nase in die Leitplanke rammte. Alles Gute für Dich Jürgen und wir hoffen, dass der Schaden in grenzen geblieben ist und Du am Lausitzring wieder mit dabei sein kannst. Die Freunde der Lada– Fraktion von BEK-Gera waren richtig Happy, als Jürgen Klaus aufs Treppchen steigen konnte. Bei den Trabis´s war die Freude eher verhalten, denn der “Neue” Steffen Großmann gewann den zweiten Lauf souverän und zeigte damit an, dass die Trauben dieses Jahr höher hängen. Reiner Zänker zeigte allen, dass auch ein Zweitakter in den richtigen Händen schnell sein kann. Jetzt kann ich verstehen, warum Reiner sich immer Regen-Rennen wünscht. Bei den “Halbstarken” bis 2000 ccm legte Klaus Becker mit seinem Ford Escort gleich eine hohe Meßlatte an. Das passte Klaus Malich und Wolfgang Krug gar nicht ins Konzept. Der lachende “Dritte” war Jens Übigau mit seinem Fiesta, der sich aus allem raus hielt und am Ende hervorragend punkten konnte. Bei den großen Brummern hatte unser Meister Michael Meyer schon Freude in den Augen, weil der Sierra-Turbo von Heiko Winkler nicht am Start war. Aber die Freude war von kurzer Dauer, denn der Berliner Sven Bütow hatte sich mit seinem BMW gut vorbereitet und machte Michael das Leben schwer. Ich bin gespannt wie die Sache am Eurospeedway am 12./13.05. ausgeht, denn dort liegt die Nennung von Heiko Winkler vor. Alexander Fürstenberg mit seinem BMW-Hartge hatte plötzlich Frank Kawalek mit dem 911 am Hals und am Ende trennte Beide nur ein Punkt. Das wird im Laufe der Saison beiden noch viel Spaß machen.
So, nun ist der Anfang für 2006 gemacht, bis zum Eurospeedway sind nur noch drei Wochen Zeit – bis dahin.

Im Namen der HAIGO
Stromhardt Kraft