Sachsenring – wie bist du schön

Wie viele Sachsenring-Rennen ich seit 1952 miterlebt habe, dass kann ich heute beim besten Willen nicht mehr sagen. Am Start als Motorrad- und Wagenfahrer war ich fünfzehn Mal. Das war aber alles noch auf der alten Variante, auf der neuen Berg- und Talstrecke bin ich nur zweimal gestartet und das war nur zu Präsentationen. Die Fahrer der HAIGO, die ja nun zu 95% aus der Generation stammen, die den alten Sachsenring gar nicht kennen, waren trotz des wirklich schlechten Wetters am Sonntag, voll des Lobes. Wenn auch der Wermutstropfen „Gleichmäßigkeitswertung“ immer wieder zur Diskussion steht, sind die Gerüche, der Motorenklang und die Kommentare von Lutz Weidlich so, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Wenn ich mal ein wenig Zeit hatte und ich mich unter die Zuschauer mischen konnte, dann wurde mir mein Gefühl im vollen Umfang bestätigt. Wenn ich eben dort irgendwo am Rande der Strecke stand und unsere alten Autos waren zu hören, dann war der Kommentar der Zuschauer eindeutig – „Mensch, das ist wie damals“ war dann überall um mich herum zu hören. Ich bin dann immer zufrieden zurück gelaufen, denn was kann man als Organisator Besseres zu hören bekommen. Das mit der Organisation, bei 760 Startern nicht alles reibungslos über die Bühne geht, dass müssen alle einsehen. Am Rande der Veranstaltung hatte ich noch einmal die „Alten“ der vergangenen Tage eingeladen, die die in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren am „Ring“ am Lenkrad gedreht haben. Leider haben mir viele abgesagt, einige aus gesundheitlichen, andere aus Zeitgründen oder weil sie einfach keine Lust mehr haben. Die Einladungen waren an 52 – Ex-Fahrer raus gegangen, 27 hatten ihr Kommen zugesagt und 13 waren dann zu Kaffee und Kuchen erschienen. Schade, denn ich wollte unserer Jugend gerne noch einmal die Akteure der vergangenen Jahre vorstellen.

Über die einzelnen Läufe mit Gleichmäßigkeitswertung gibt es von meiner Seite aus wenig zu berichten. Einige HAIGOs schonten ihr Material, andere nutzten den Sachsenring um für den nächsten Meisterschaftslauf zu testen, der eben schon eine Woche danach auf dem Lausitzring stattfindet. Das ich kein Freund der Erfindung „Gleichmäßigkeitswertung“ bin, dass hat sich inzwischen herumgesprochen. Wenn man nach dem jeweiligen Wertungslauf eine halbe Stunde warten muss, um dann zu erfahren, dass der, der scheinbar schnell war, doch nur fünfzehnter ist, dann ist für mich der Spaß auf der Strecke geblieben. Aber so ist das eben mit der „Moderne“ die uns heute an jeder Ecke verkauft wird, wenn man mal richtig hinschaut, steckt nur Schaum dahinter. Rennen fahren sieht für mich anders aus und die Gleichmäßigen werden bald auch noch „Haltungsnoten“ einführen, damit die ganze Sache ein wenig interessanter wird.

Meckern alleine hilft ja bekanntlich auch nichts, es war eine gelungene Veranstaltung mit historischen Fahrzeugen, so wie wir es uns immer gewünscht haben. Dank an den ADAC – Sachsen, besonders an die Sportabteilung, die den Mut aufgebracht hat, so ein „Riesending“ zu stemmen. Die Ergebnisse stehen, für alle Interessierten, auf der HAIGO – Seite. Wir fahren vom 23. – 25.05.2014 auf dem Lausitzring unseren zweiten Meisterschaftslauf und gleichzeitig feiern wir 10 Jahre HAIGO und unsere Autos stehen zum hundertsten Mal in der Startaufstellung.

Stromhardt Kraft
Im Namen der HAIGO