Preis der Lausitz und Saisonfinale 2012

Schon im vorigen Jahr hatte es Peter Vogt geschafft, das nach einigen Versuchen anderer Veranstalter, nun wieder ein Rennen auf dem Lausitzring zur Tradition wird.
Der Termin Ende September, erscheint mir als sehr richtig, denn schon 19:00 Uhr wird es dunkel und wenn unser Formelrennen tatsächlich gegen 18:10 Uhr gestartet worden wäre, dann hätten unsere Fahrer bestimmt ein Problem bekommen. Wie aber im Leben immer, hat alles was schief geht und scheinbar unlösbar ist, auch manche gute Seite. Das Unschöne waren die Querelen im Vorfeld der Veranstaltung, die vielleicht sogar mit dem Bruch der Interserie enden könnten. Das Schöne war der mehrmals gestraffte Zeitplan, der es ermöglichte, das die Autos ohne Beleuchtung nun schon 15:30 Uhr an den Start gehen konnten. Aber immer schön der Reihe nach, denn das was sich in den Tagen zuvor ereignete, war auch nicht schlecht.

Am Freitag, den 28.09.2012 hatte der Veranstalter bis 14:00 Uhr einen Testtag ausgeschrieben. Danach war das freie Training für alle Klassen angesetzt und die Zeit war ausreichend, damit jeder noch das eine oder andere ausprobieren konnte. Interessant war der Termin der Fahrerbesprechung, die fand nämlich am Freitag gegen 20:00 Uhr statt und Rennleiter Horst Seidel war trotz fortgeschrittener Stunde gut drauf. Er verkündete mit Sicherheit die beste Nachricht am Ende der Versammlung und bestätigte, dass der ADAC Berlin/Brandenburg in Verbindung mit Peter Vogt, den 3. Preis der Lausitz 2013 durchführen wird. Da es die HAIGO auch 2013 wieder geben wird, ist mit Sicherheit an zu nehmen, das wir auch zu dieser Veranstaltung wieder mit dabei sein werden. Der Grund dafür sind nicht nur die Neuzugänge, sowohl in der Formel als auch bei den Tourenwagen, denn seit langer Zeit hatte die HAIGO mal wieder mehr Tourenwagen als Formel am Start. Mit einundzwanzig (21) Tourenwagen und achtzehn (18) Formel, hatte die HAIGO das stärkste Teilnehmerfeld von allen Teilnehmern beim Preis der Lausitz zu bieten. Allerdings gab es schon den ersten Ausfall, noch bevor alles richtig losging. Formel-Fahrer Jörg Koitsch brachte aus Döbeln eine ganz verflixte und aktuelle Magen-Darm-Grippe mit und nach kurzer Beratung stand fest, sofort nach Hause, denn in so einem Fall und bei der Ansammlung von Menschen, ist äußerste Vorsicht geboten. Von hier aus gute Besserung nach Döbeln.

Am Samstag gegen 9:20 Uhr hatte die Formel das Qualifying zum ersten Rennen und es wurde wie schon so oft, die Beute von Nils-Holger Wils. Dann folgte Klaus Tanzmann und zur Freude von „Papa“ Worm, sein Sohn Tobias, der damit einen respektablen Einstand in die Formel Mondial gab. Mit Worm stand Schwarze in Reihe zwei, gefolgt von Hoffmann, Weber, Kuul, Mühle und dann kam schon der erste Easter mit Jens Maik, der ja von uns allen liebevoll „Nase“ genannt wird. Ganz neu im Feld und zum ersten Mal im Rennen dabei, waren Gunter Schönfeld, Guido Ketzmarick und der Pole Andrzej Fontanski. Einer fehlt bei meiner Aufzählung, nämlich der „Pechvogel“ Christian Kappel, er hatte sich so gefreut, dass er dieses Jahr nun doch ein Rennen bestreiten kann. Aber es ging schon „gut“ los, denn im freien Training brach das Differential an seinem MT 77 und nun war guter Rat teuer. Hier aber bewies die HAIGO – Mannschaft, dass die alten Qualitäten von früher doch noch da sind und „Papa“ Keilig, „Papa“ Worm und der wieder aktive Hans-Jürgen Vogel, reparierten das Getriebe und gegen drei Uhr in der Nacht, meldete „Schrauber Franz“ – Auto fertig!!! Damit war aber die Angelegenheit für den Fahrer Christian Kappel, noch lange nicht beendet. Am Freitag-Abend erhielt er die Nachricht, dass er dringend auf seiner Arbeitsstelle erwartet wird, also Christian auf und sofort nach Leipzig. Das er natürlich dann zu Hause in seinem Bett schläft, dass ist auch noch ganz normal, dass er aber dann am nächsten Morgen, auf dem Weg zu seinen PKW von einem Radfahrer angefahren wird und solche Verletzungen erleidet, dass er ins Krankenhaus muss und die Teilnahme am Rennen damit unmöglich war, das ist schon ein Einstand nach Maß, oder ? Dann kam wieder die HAIGO – Familie in Spiel, denn Tibor Georg hatte an seinem Samara Motorschaden und war für meine Begriffe der richtige Mann, um das Auto von Christian Kappel zu fahren. Teamchef Immo Warnecke war einverstanden und so kam Tibor Georg doch noch an den Start, allerdings eben „nur“ mit einen Formel und nicht mit seinem Tourenwagen. Dass er diese Aufgabe hervorragend gelöst hat, dass konnten ja alle sehen und von mir und vom Team-Warnecke, noch ein großes Dankeschön nach Mühlhausen.

Das Qualifying der Tourenwagen brachte eine Überraschung, die aber eigentlich auch gar keine war. Die Leidenszeit des Michael Krings mit seinem Zastava, scheint ein Ende zu haben und da Micha ja genau weiß, wo in der HAIGO der Schuh drückt, überließ er seinen Samara Marcus Gesell, der damit gleich die Pole schaffte. Dahinter folgten Rocco Berger (der am Freitag 40 wurde), Guido Steinmann, Kai-Uwe Roßner, Fritz Berger, Michael Weißenborn und dann der ex. Trabi-Kutscher Peter Gröning, der in hervorragender Manier den „Leihwagen“ von Lubner-Motorsport, heil um den Lausitzring bewegte. Dahinter folgten Maik Thomas, Andreas Taudte, Werner Liebers, Dieter Hoffmann, Frank Lode, Jonny Schönfelder, Martin Bergholz, Klaus Pschayek und Dominic Georg. Uwe Hahn meldete unüberwindliche technische Probleme und der so kranke Jens Fischer, startete zur besseren Genesung, lieber in Frohburg.

Das Formel – Rennen am Samstag brachte die erwartete Start – Ziel – Show des Nils-Holger Wilms. Bis auf Klaus Tanzmann, ist im Moment niemand in Sicht, der das Tempo des Dresdners mitgehen könnte. Wie üblich bei einem Saisonfinale, wenn die Plätze dort vorn relativ feststehen, wird auf „Ankommen“ gefahren um nichts mehr zu riskieren. Die Meisterschaft ist eben am Ende doch gewichtiger, als ein Einzelsieg und daran wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Falk Schwarze hatte nur Augen auf Jaak Kuul, der immer für die eine oder andere Überraschung gut genug ist. Aber Falk war auch schlau genug und ließ nichts mehr anbrennen. Tobias Worm mischte da noch ein wenig mit drin rum und kam auf einen hervorragenden vierten Platz ins Ziel. Wie sich die Sache mit und um den jungen Mann aus Leipzig entwickeln wird, das werden wir spätestens 2013 erfahren. So waren die Abstände recht gleichmäßig verteilt und in der Reihenfolge mit Wilms, Schwarze, Kuul, Worm, Weber, Hoffmann, Mühle, Keilig, Braun, Georg, Wollenberg und Ketzmarik kamen sie über die Linie. Zwei Anmerkungen sind noch wichtig, denn unser Medizinmann Dr. Kay- Patrik Braun, steuerte den Formel König vom Brinkmann-Motorsport, weil unser „Küken“ Michael Wolters beruflich verhindert war und dadurch waren die Absagen dieses Mal recht bescheiden. So mussten Fontanski (Wasserpumpe), Thalmann (Getriebe) und Schönfeld (Radnabe) aufgeben. Nur Jens Maik wurde als ausgefallen gemeldet, obwohl er gar keinen Defekt hatte. Was war passiert, unsere „Nase“ hatte in der Schlussrunde nicht bemerkt, dass der Spitzenreiter Wilms ganz dicht hinter im aufgetaucht war. Wenn er ihn noch vor der Ziellinie hätte passieren lassen, dann wäre er der Sieger in der Easter gewesen. So aber trennten die Beiden gerademal 10 Meter und der arme Zielrichter musste nun aber Wilms abwinken. Er zeigte dem Easter mit der 26 an – „WEITERFAHREN“ aber unser Jens sah nur die Flagge und war der Meinung, die meinen ja mich. Nein, sie meinten Wilms und unsere „Nase“ fuhr seelenruhig auf die Auslaufrunde, dann in die Boxengasse und Richtung Park ferme. Seine Monteure hatten das Missgeschick aber beobachtet und schickten ihn über die Ziellinie in der Boxengasse. Pech gehabt, der Chefzeitnehmer hatte nach 30 Sekunden, nach dem alle die Ziellinie passiert hatten, die Messeinrichtungen abgeschaltet und damit galt die 26 und Jens Maik als ausgefallen.

Samstag 15:50 Uhr – HAIGO Tourenwagen am Start und es war ein wirklich gut gemischtes Feld, was sich da dem Starter präsentierte. Maik Thomas und Micha Krings, mit ihren restaurierten Skoda und Zastava bereichern die HAIGO-Tourenwagen sowieso. Schade ist es eben nur für die „Rennpappen“ und für den historischen Motorsport der ex. DDR. Da es in der Vergangenheit immer wieder Leute gab, die da meinten, dass man aus einem Trabant noch vielmehr raus holen kann. Mit Hilfe der neuen technischen Möglichkeiten, tunte man ohne Rücksicht einfach drauf los und versucht doch tatsächlich diesen Mist als die motorsportliche Vergangenheit von damals zu verkaufen. Leider wurden dabei die wirklichen und halbwegs echten Autos zur Strecke gebracht und die Fahrer der historischen Autos gaben den Kampf gegen diese Unvernunft auf. Die 6200 Zuschauer am Lausitzring, hätten sie bestimmt gerne gesehen, ihre „Rennpappen“, aber die „Rennfahrer“ von heute, haben sie kontinuierlich und von Jahr zu Jahr mehr vermurkst und damit aus dem Rennkalender verbannt. Die Fahrerschaft der HAIGO, hat in ihrer Fahrerversammlung am Lausitzring, meine Anfrage nach einer Startgenehmigung für den Trabant 1.1 – mit einem ganz klaren „NEIN“ beantwortet. Damit war die Geschichte meiner so sehr geliebten „Rennpappe“ beendet, schade.

Das Marcus Gesell Auto fahren kann, dass hat sich ja inzwischen rum gesprochen und ich kann nur hoffen, dass er sein Versprechen wahr macht und im nächsten Jahr ein wieder vollwertiges Mitglied der HAIGO wird. Auf jeden Fall pilotierte er den Krings-Samara fehlerfrei um den Lausitzring und nur Rocco Berger und Guido Steinmann konnten da halbwegs mithalten. Allerdings war die „Kampfgruppe“ dahinter, mit Rossner, Fritz Berger, Weisenborn, Gröning, Thomas, Taudte, Liebers, Hoffmann, Lode, Schönfelder, Berholz, Pschayek und Dominic Georg nicht von schlechten Eltern. Nur einen Ausfall gab es und das war ausgerechnet Micha Krings mit dem Zatava. Das Getriebe versagte seinen Dienst und Micha war ein wenig traurig, weil er sich so gerne mit Maik Thomas „angelegt“ hätte, aber was nicht ist, dass kann ja noch werden.

Sonntag – 14:15 Uhr Die HAIGO- Tourenwagen gehen das letzte Rennen des Jahres an. Die Truppe ist bis auf Bäckermeister Jonny Schönfelder komplett. Hier an dieser Stelle noch ein Dankeschön an Jonny, der Pflaumenkuchen zum Einstand in die HAIGO war Klasse, danke. Gesell machte mit dem Krings-Auto natürlich wieder kurzen Prozess und dominierte die Partie wie im Rennen am Vortag. Schade war, dass der einzige Ausfall im Rennen genau Guido Steinmann traf. Zur Halbzeit des Rennens kam Guido an die Box – Wasser weg und aus. Bis dahin hatte er sich mit Rocco Berger einen sehenswerten Fight geliefert und Papa Fritz hatte das Nachsehen. Nach dem Ausfall von Steinmann, zeigten die Reifen von Rocco an, dass ihnen der Kampf nicht bekommen war und Papa Fritz roch seine Chance. Auf der Linie trennten die beiden gerade mal 40 Zentimeter und die Zuschauer spendeten spontan und stehend Beifall. Familienfeier bei Bergers, aber dahinter gab es noch einen, der ganz und gar glücklich war. Kay-Uwe Rossner hatte sein Auto heil ins Ziel gebracht und der Dank ans Team war bestimmt echt. Peter Gröning kam mit den Lubner-Samara immer besser zurecht, nur schade dass er die HAIGO-Siegerehrung geschmissen hat, denn er war doch tatsächlich im SLM-Pokal Dritter geworden. Vielleicht hat es zu Hause gebrannt oder so etwas, denn eine viel bessere Entschuldigung kann es kaum geben, denn die Siegerehrung gehört immer noch zur Veranstaltung. Werner Liebers, Andreas Taudte und Frank Lode rangen tapfer denn Skoda von Maik Thomas nieder, aber passt auf, der kommt nächstes Jahr wieder. Micha Krings brachte den Zastava mit Serien-Getriebe ins Ziel und damit wird ja nun langsam in Gera die Sonne wieder scheinen. Klaus Pschayek und Martin Bergholz wechselten dauernd die Positionen, wie ernst es dabei war weiß ich nicht, aber Dominic Georg hätte sich ins Fäustchen gelacht, wenn da noch was für ihn gegangen wäre.

Sonntag – 15:30 Uhr Unsere Formel tritt zum letzten Meisterschaftslauf an. Nach dem so absolut spannenden Formelrennen vor vier Wochen zum ADAC-GT-Master, versprach sich Peter Vogt wieder so eine Show und hatte uns ans Ende der Veranstaltung gelegt. Schade, die Show blieb dieses Mal aus, denn die Meisterschaft stand im Vordergrund und da wurde einfach nur noch taktisch gefahren. Das konnte man ganz deutlich am Verhalten des Nils-Holger Wilms erkennen. Klaus Tanzmann, der die Schmach vom Vortag wieder gut machen wollte, trumpfte gewaltig auf und in der sechsten Runde war es dann soweit, Tanzmann ging an Wilms vorbei und gewann das Rennen ohne nennenswerte Gegenwehr. Dahinter passierte das Gleiche zwischen Schwarze und Weber genau noch mal. In der siebenten Runde war Weber im Windschatten von Schwarze und in der achten kam er schon als neuer Dritter über die Linie. Das Getriebe von Jacky Thalmann hatte am Samstag „Zahnausfall“ und die Reparatur wurde in Angriff genommen. Am Sonntag-früh zum Qualifying sollte alles besser werden, aber das Ding streikte wieder. Ergebnis – letzter Startplatz mit Sondergenehmigung des Rennleiters. Das kann der Rennleiter machen, er muss aber davon überzeugt sein, dass der Fahrer bis dato seine Sache gut gemacht hat. Ob das bei Jacky zutrifft, dass lasse ich hier mal lieber offen, denn bei der Störung der Nachtruhe im Fahrerlager, war er bestimmt nicht ganz unschuldig. Dafür legte er aber am Sonntag eine Performance hin, die sich gewaschen hatte. Schon in der ersten Runde, kam er vom letzten Startplatz gestartet, auf Platz 8 bei mir vorbei. Das die Schritte nach vorn, dann immer kürzer und schwieriger werden, das weiß auch Jacky, aber beindrucken ließ er sich davon nicht. In der fünften Runde war er schon an Mario Mühle dran und ein der nächste Runde war er schon im „Schlepptau“ von Tobias Worm. Am Ende reichte es für ihn zu Platz fünf, wenn aber das Rennen noch ein paar Runden länger gewesen wäre, wer weiß wer weiß! Jens Maik holte sich am Sonntag seinen verdienten Siegerpokal der Formel Easter ab, leider fiel Tibor Georg mit seinem MT 77 – Leihwagen aus, denn die Rundenzeiten sahen so schlecht nicht aus. Wenn mein langjähriger Freund Jens Redlich gesehen hätte, was dieser Guido Ketzmarick mit seinem Auto anstellt, dann wären ihm bestimmt die Freudentränen übers Gesicht gerollt. Ohne hier großartige Geschenke zu verteilen, aber das muss mal gesagt werden. Wer sich so in diese HAIGO einfügt, wer so einen hervorragenden Einstand gibt, der wird Spaß und Freude mit uns am Motorsport haben. Das Gleiche gilt für alle „Neulinge“ die am Lausitzring zum ersten Mal dabei waren. Die HAIGO-Mütze und der Aufnäher sind nur symbolischer Natur, aber ihr gehört ab jetzt dazu und ich sage euch im Namen der Fahrerschaft – Danke!

Noch ein Wort zum Schluss. Die in letzter Zeit so sehr ins Gespräch gebrachten, zu dünn gefeilten und total bis ans Ende getunten HAIGO-Motoren, hatten alle keinen Trockensumpf, kein 6- Getriebe und keine um geschweißten Zylinderköpfe. Niemand hatte irgendwelche technischen „Neuentwicklungen“ mitgebracht, aber alle hatten sie ein hervorragendes und unfallfreies Rennwochenende erlebt. Verzeiht mir bitte meine englische Macke, denn ich bin immer noch ein begeisterter Anhänger des Motorsports nach englischem Vorbild. Das das auch manche Vorteile hat, das habe ich am Wochenende mit Andrzej Fontanski erlebt. Der Pole kam viel zu spät zur Veranstaltung, sprach kein Wort Deutsch und ich konnte alles mit ihm auf Englisch regeln, ohne Probleme. Wenn dann so einer zum Abschied,
– Thanks for your help –
sagt, dann bin ich zufrieden und ich weiß, dass ich etwas Gutes für die HAIGO getan habe.

Stromhardt Kraft und Anett