Nach zwanzig Jahren wieder in Poznan

Der polnische Motorsportverband hatte für das erste Wochenende im September zu einem Rennen für historische Rennwagen eingeladen und die einzige noch verbliebene polnische Rennstrecke in Poznan, wurde mit der Durchführung beauftragt. Der vielen von uns bekannte polnische Rennfahrer Czarek Szlawski, hatte dafür gesorgt, dass die nötigen Kontakte hergestellt wurden und so kam es zu einer Einladung an die HAIGO.

Das die Anreise mit knapp 500 Km nicht gerade als günstig zu betrachten ist, dass wussten wir alle, aber es hat sich gelohnt, das kann man nun im Rückblick, mit ruhigen Gewissen sagen.

Es gab für ein Moderates Startgeld zwei Trainings, eine Präsentation und zwei Rennen über zehn Runden. Alle anderen Dinge, wie Toiletten, Duschen, Wasser und Strom, wurden uns kostenlos zu Verfügung gestellt. Jeden Abend kam ein Verantwortlicher der Rennleitung zu mir und wollte wissen, ob alles in Ordnung ist und die deutschen Fahrer zufrieden sind. Das die Ausschilderung zur Rennstrecke in Prezemierowo einfach nicht vorhanden ist, dass liegt nicht an den polnischen Sportfreunden, sondern an den Leuten, die regelmäßig alle Zufahrtsschilder entfernen und damit erreichen wollen, dass diese schöne Rennstrecke auch noch verschwindet. Das dadurch einige von uns lange Zeit in Poznan „umher irrten“, war eine Folge dieser Aktionen. Wie das alles in Zukunft mal enden soll, das kann heute noch niemand voraus sagen. Hoffen wir, dass die Vernunft der Menschen siegt. Alle unsere Trainings und Rennen verliefen unfallfrei und die HAIGO konnte auch in Polen einen guten Gesamteindruck bei den sechstausend angereisten Zuschauern hinterlassen.

Das in der Formel, Nils-Holger Wilms die erste Geige spielt, das kann wohl nur ein technischer Defekt verhindern. Nur schade, dass seine Konkurrenten, die ihm in der Meisterschaft das Leben schwer machen wollen, den Weg nach Poznan nicht angetreten hatten. So konnte der Coswiger beide Rennen ungefährdet gewinnen und nur Solvio Keilig war mit dem Estonia 21 halbwegs in der Lage zu zeigen, wie man mit einem Lada Motor, mit 1300 ccm auch sehr schnell sein kann. Unser „Gastfahrer“ Fred Stehr konnte sich seine lange Anreise von Hannover nach Poznan ein wenig versüßen, denn er wurde hinter Keilig, im zweiten Lauf, auf Platz drei abgewinkt, denn im ersten Lauf lag da noch der Oberlausitzer Falk Schwarze auf Platz zwei, vor Keilig.

Unsere Tourenwagen waren mit einem „Minimal“ – Aufgebot angereist. Die Gründe dafür waren sehr unterschiedlich und so waren von den ursprünglich dreizehn Nennungen, am Ende nur noch sechs übriggeblieben. Allein an dem immer so in den Vordergrund gestellten Startgeld kann es nicht gelegen haben, denn das war im Verhältnis zu den Summen, die hier in Deutschland aufgerufen werden, einfach nur halb so hoch. Wenn man aber einmal im Jahr, für das halbe Startgeld so viel Racing fahren kann, dann noch dazu auf solch einer hervorragenden Strecke, dann müssen doch die zweimal fünfhundert Kilometer, für jeden mal drin sein.

Die Formel fährt nächstes Jahr in Poznan, die Einladung der polnischen Sportfreunde steht und ich hoffe, dass wir uns als würdige Sportfreunde erweisen werden.

Zum Glück hatten wir an dem Wochenende einen Sebastian Droß mit dabei und der zeigte mit seinem Lada 2101 den begeisterten Zuschauern, wie schnell so eine russische „Festung“ noch rennen kann. Der Samara – Mannschaft spielte die Defekt – Hexe arg mit und nicht genug, dass sich Rocco Berger kurz vor der Abfahrt in Potsdam den rechten Arm auskugelte, nein bei Papa Fritz riss im ersten Rennen auch noch ein Pleuel ab und der Fischer – Samara brannte zweimal, weil Öl auf den Auspuff gespritzt war.

Aber die „eineinhalb“ Mann starke, übrig gebliebene Familie Berger, wechselte in der Pause zwischen den Rennen den Samara – Motor und zum „Race II“ stand Fritz wieder in der Startaufstellung. Dafür kann man nur „Danke“ sagen und ich glaube, dass sich dieser Geist unter den Fahrern der HAIGO – Tourenwagen, ganz schnell breit machen sollte, denn es lohnt sich immer noch ein „HAIGO– Driver“ zu sein.

Bewiesen wurde das eindeutig durch die vielen Fragen der polnischen Sportfreunde nach unseren damaligen Spitzenleuten, die in Poznan nach nunmehr zwanzig Jahren, immer noch nicht in Vergessenheit geraten sind. Das merkte man auch ganz deutlich an dem Interesse der Leute am Liebers – Zastava. Das Werner Liebers mit diesem wunderschönen und sauber aufgebauten Auto gut in die HAIGO passt, das steht ganz sicher außer Frage und Werner strahlte, als er im ersten Lauf als Dritter aufs Treppchen gerufen wurde.

Das es in der HAIGO, egal ob man Formel oder Tourenwagen fährt, hervorragende Hilfe untereinander geben kann, dass hat die kleine HAIGO– Mannschaft in Poznan bewiesen.
Denn an diesen Wochenende gab es vier „Einzelkämpfer, die ganz allein angereist waren und die Mannschaft sorgte dafür, dass es keinen von ihnen an etwas fehlte.

Die weitere Zusammenarbeit mit der Rennleitung in Poznan wurde am Sonntagabend vereinbart und ich glaube, dass es beide Parteien ernst meinen. Denn nur gemeinsam kann unser historischer Motorsport erhalten werden, alles andere würde ins Abseits führen.

Im Namen der HAIGO
Stromhardt Kraft