Lausitzring – 2011, zeigte sich von seiner besten Seit

DSF/Kabel 1 Moderatorin Lina Van de Mars und York vom Wilms Team

DSF/Kabel 1 Moderatorin Lina Van de Mars und York vom Wilms Team

Das ist einer der Rennberichte, die mir überaus schwer fallen, weil es nichts außer Freude, Lob und Anerkennung zu berichten gibt. Natürlich stand der Sport an erster Stelle, aber das ganze drum herum, die Stimmung, die Organisation, eben einfach alles stimmte an diesem Wochenende in der Lausitz. Das alles lässt einen so manchen Ärger vergessen und man schaut ganz anders in die Zukunft.

Heute, im Rückblick die Rennen des Wochenendes zu kommentieren, dass fällt sogar mir schwer. Eigentlich schreibe ich sonst immer alles so gut auf, wie ich nur kann, aber hier sind die Informationen so vielfältig und so positiv, dass einer, der das nicht miterlebt hat, schnell zu dem Schluss kommen kann, dass hier etwas aufgebauscht wird. Aber so ist es nicht, denn allein schon das Wetter war die reine Freude und wenn am Freitag noch ein paar Fahrer Sorgenfalten auf der Stirn hatten, weil die „lange“ Variante auf dem Lausitzring gefahren wurde, so waren diese Sorgen nach dem freien Training spurlos verschwunden.

Als dann am Samstag pünktlich 8:00 Uhr das Qualifying der Formel gestartet wurde, war das zwar sehr früh am Tag, aber den Motoren hat es gut getan. Nils-Holger Wilms war wie immer der „Schnellste“ aber dahinter ging es schon los, mit den Überraschungen. Denn der Neueinsteiger Thomas Hoffmann stand mit nur 0,7 Sek. hinter Wilms und deutete damit an, dass es hier im Feld der „Mondialer“ keine Geschenke zu verteilen gibt. Dann folgten in Zehntelabständen, Thalmann, Tanzmann, Schwarze und Keilig. Danach führte Tobias Worm, das Feld der Formel Easter ins Rennen und wurde von Jakob und Hennig verfolgt.

Das Qualifying der Tourenwagen sah einen strahlenden Michael Krings auf der Pole, dahinter folgten aber in ganz kurzen Zeitenabständen, Rocco Berger, Rossner, Fritz Berger, Georg, Haupt und Weißenborn.

Die beiden „Frischlinge“ Andreas Taudte und Martin Bergholz wurden bei der Fahrerversammlung vorgestellt und herzlich im Kreis der „HAIGO“ Tourenwagen aufgenommen.

Als dann am Samstag – Nachmittag gegen 16:50 Uhr die Stunde der Wahrheit schlug, rollte Altmeister Heinz Siegert nicht mit in die Startaufstellung. Aufregung pur – Heinz fehlt!!! Auf dem Weg zum Vorstart, war an seinem MT 77 der Ölkühler geplatzt und so konnte er nicht mit starten. Alle anderen, standen in ihren vorgesehenen „Hufeisen“, die zum ersten Mal am Lausitzring auch für die HAIGO zur Pflicht wurden. Rennleiter Seidel, hatte die Fahrer im „Briefing“ noch extra darauf aufmerksam gemacht, dass die Fahrzeuge exakt in dieser Markierung stehen müssen. Wenn nicht, zeigt die elektronische Überwachung der Rennleitung sofort an, das da was nicht stimmt.

Die Strafe dafür, wurde auch gleich noch mit hinzugefügt und die war, eine komplette Durchfahrt durch die Boxengasse und das mit höchstens 60 Km/h. Jede weitere Kilometerstunde zu schnell, kostete am Lausitzring 10,00 EUR!

Für die doch recht reichlich angereisten Zuschauer, boten die Fahrer der Formelfahrzeuge, ein super Rennen. Nur Nils-Holger Wilms, wurde wieder mal seiner Ausnahmestellung gerecht und machte sich Runde für Runde langsam aber sicher, aus dem Staub. Hinter ihm brannte die Luft, denn es gab jede Runde einen „Neuen“ der auf Platz zwei auftauchte. Auf Meterabstand balgten sich da Tanzmann, Jaak Kuul, Hoffmann, Schwarze, Thalmann und Keilig um das Podium. In mancher Runde, kamen sie zur Freude der Zuschauer, zu dritt nebeneinander auf die Start-und Zielgerade. Niemand konnte voraussagen, wer hier die Blumen abholt. Am Ende waren Wilms, Tanzmann und Kuul die „Glücklichen“ auf dem Podest.
Das Tobias Worm die Formel Easter dominiert, sieht man ganz deutlich, nur ein Blick auf die Meisterschaftstabelle genügt und die Konstellation heißt für ihn, ankommen, dann hat er das Ding im Sack. Michael Hennig hat aber noch nicht aufgegeben, muss aber auch noch unbedingt Frank Jakob im Auge behalten. Worm gewann den ersten Lauf vor Hennig und Jakob. Schade das nur noch Peter Benz in Wertung ankam, denn Lutz Stallbaum und Marco Wollenberg, mussten die Segel vorzeitig streichen.

Da auch in diesen Jahr die Meisterschaft erst im letzten Rennen, vom 30.09. – 02.10.2011 wieder auf dem Lausitzring entschieden wird, zeigt ganz deutlich, dass es bis in die letzte Runde spannend bleiben wird. Denn nicht nur in den Klassenwertungen ist noch alles offen, auch um die Gesamtwertung, um den Ulli Melkus – Pokal sowie um den SLM – Pokal, ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Im ersten Rennen der HAIGO – Tourenwagen, standen nur 15 Wagen in der Startaufstellung, aber der Sport, der von diesen Fahrern geboten wird, kann sich immer und überall sehen lassen. Die Zeitabstände sind so gering, dass jede vorher abgegebene Prognose, am Ende nur noch Makulatur ist. Micha Krings dominierte ähnlich wie Nils-Holger Wilms das Feld, aber leider nicht mit dem gleichen Erfolg. Die Familie Berger aus Potsdam, nämlich Vater Fritz und Sohn Rocco, haben wahrscheinlich einen heimlichen Vertrag mit dem Lausitzring geschlossen oder den beiden liegt diese Rennstrecke besonders gut.

Micha Krings zog natürlich erst mal auf und davon, aber zwei Runden vor dem Ende, verpasste er den Bremspunkt und musste den „Notausgang“ nehmen. Resultat der ganzen Aktion – Platz 7 und mitten im Feld rollte er über die Linie. Ganz anders Rocco Berger, der an dem Tag scheinbar einen Turbo eingebaut hatte, denn keiner konnte ihm folgen. Allerdings blieb Kay-Uwe Rossner in Sichtweite und auch Norbert Haupt, mit dem legendären Melkus-Spyder PT 73, konnte das Tempo mitgehen. Am Ende der Hatz, kamen die schon erwähnten drei, gefolgt von Fritz Berger und Tibor Georg mit nur einer Differenz von 14,8 Sek. über die Linie. Am Sonntag waren die Gesichter ein wenig grau, weil die HAIGO – Truppe zwei schöne Geburtstagsfeiern hatte. Gerhardt Dietrich wurde tatsächlich auch schon 60 und bei Klaus Tanzmann fehlen nun auch nur noch drei Jahre, dann ist auch er im Club der „Sechziger“ angekommen.

Zum Glück waren die Rennen der HAIGO, erst am Sonntag – Nachmittag und so spielten die Kopfschmerzen keine Rolle mehr.

Die Formelleute hatten ihren Auftritt erst 16:55 Uhr, das Wetter war gut, die Bedingungen auch und so stand einem guten Rennen nichts im Wege. Altmeister Heinz Siegert war wieder mit an Bord, wenn auch am Ende des Feldes, aber er war erst mal wieder mit dabei.

Wilms zog wieder seine bekannt saubere Bahn, aber Tanzmann blieb auf Sichtweite dran. Siegert kam von eben diesem letzten Startplatz mit Vehemenz nach vorn gestürmt und kam noch auf Platz drei ins Ziel. Aber leider hatte Heinz sich nicht korrekt in dieses aufgemalte Feld gestellt und wie am Anfang schon erwähnt, eine Strafe erhalten.
Nach genauer Prüfung durch die Sportkommissare, erhielt Siegert eine Zeitstrafe von 30 Sek. und der erkämpfte dritte Platz war futsch.
So kam es, dass wieder die Fahrer vom Vortag, erneut zur Siegerehrung gerufen wurden. Also Wilms, Tanzmann und Kuul auf dem Treppchen und dann kamen Schwarze, Thalmann, Siegert, Hoffmann, Wolters, Heidicke und Koitsch über die Linie.

Bei der Formel Easter, nutzte Michael Hennig seinen guten Start aus und ließ sich bis zum Zielstrich nicht mehr überraschen. Zumal Tobias Worm ernsthaft mit Frank Jakob beschäftigt war und diesen erst kurz vor Schluss, auf Platz drei verweisen konnte. Leider fielen wieder Wollenberg und Benz aus, so dass es eher ein mageres Ergebnis bei der Formel Easter zu verzeichnen gab.

Die große Überraschung bei den Tourenwagen, war ganz einfach Jens-Uwe Fischer. Jens hatte ein scheinbar rabenschwarzes Wochenende erwischt, denn eine Getriebereparatur nach der anderen brachte weder zum Training noch zum ersten Rennen ein brauchbares Ergebnis. Aber dann kam die große Stunde des Jens-Uwe Fischer aus Gera. Sein Samara ließ ihn dieses Mal nicht im Stich und der lange ersehnte Sieg war plötzlich da. Sicherlich auch ein wenig begünstigt, durch den erneuten Ausfall von Micha Krings, der seinen Samara mit defekter Ölpumpe abstellen musste. Aber das spielt im Rennsport keine Rolle, wer zuerst an der Fahne ist, der hat gewonnen, denn „Haltungsnoten“ gibt es glücklicherweise nicht.
Zu Beginn des Rennens sah es fast so aus, als ob doch tatsächlich Fritz Berger das Heft in die Hand nehmen will, aber dann spielte seine Bremsanlage verrückt und Fritz musste die Jugend ziehen lassen. Schade, denn ich hätte mich gefreut, wenn einer der alten „Haudegen“ mal wieder ganz oben gestanden hätte.

Das es am Ende für Fischer kein Spaziergang war, dafür sorgte schon der Sieger von Rennen eins, Rocco Berger. Am Strich trennten die beiden lediglich eine ganze Zehntelsekunde. Das war was für die Zuschauer und ich muss eben diesen Zuschauern am Lausitzring, ein ganz dickes Lob aussprechen. Auf dieser Riesentribüne verliert man einfach die Übersicht und hat überhaupt kein Gefühl für die Anzahl der Besucher, aber eins steht fest, so viele wie dieses Jahr bis zur Siegerehrung da geblieben sind, so viele waren es noch nie.

Dafür möchte ich mich hiermit im Namen der Fahrerschaft ganz herzlich bedanken und vielleicht liest der eine oder andere HAIGO – Fan diese Zeilen.

Kay-Uwe Rossner donnerte mit seinem 2105 als Dritter über die Linie und wurde von Georg, Haupt und Fritz Berger verfolgt. Eine Sache muss ich noch loswerden, die beiden „Neulinge“ Andreas Taudte und Martin Bergholz, beide zum aller ersten Mal dabei, machten ihre Sache prima, macht weiter so, ihr passt gut zu uns.

Stromhardt Kraft und Anett