Kurze Tage und lange Nächte

werden einigen HAIGO – Teams vom Eurospeedway–Lausitzring 2007 noch lange in unangenehmer Erinnerung bleiben. Ob die großen oder die kleinen Tourenwagen, die Formel Easter oder die der Mondial, alle hatten sie nach dem ersten Lauf am Samstag alle Hände voll zu tun, um die Autos für Sonntag wieder startklar zu bekommen. Viele traten den Heimweg an, um in der folgenden Nacht in der heimischen Garage vielleicht doch noch aus zwei Motoren einen gebrauchsfähigen zu machen.

Einer der großen Verlierer war dabei bestimmt Josef Pekar aus Melnik. Im Freitagstraining platzte am Peugeot das neue und teure geradverzahnte Renngetriebe. In aller Eile aufladen und zurück in die Tschechei. Das Auto wieder umgebaut auf das Seriengetriebe und Samstag früh zurück zum Eurospeedway. Allerdings hatte Josef nicht mit der einheimischen Miliz gerechnet. In einem kleinen Dorf zwischen Melnik und Teplitz – Richtung A 17 nach Dresden war es dann passiert. Mit Vito und Hänger 120 Km/h in einer Ortschaft und dem nötigen Wortwechsel zu früher Morgenstunde, verlor unser Josef seinen Pass, die Fahrzeugpapiere und die Fahrerlaubnis alles auf einen Schlag.

Eurospeedway 2007 ade – aber in Oschersleben bin ich wieder mit dabei, so sein Kommentar am Telefon. Danke an alle Teams, die es trotz aller Mühen nicht geschafft haben, ihre Autos noch rechtzeitig zum Rennen am Samstag oder auch Sonntag fertig zu bekommen. Das der Eurospeedway, noch dazu bei diesem Wetter, eine Strapaze für Mensch und Maschine ist, dürfte nun wohl endgültig feststehen. Auf der anderen Seite der Medaille schien die Sonne wunderschön und es gab nur glückliche Gesichter. Der Auftritt der HAIGO rief überall Bewunderung hervor und sowohl der ADAC – Berlin/Brandenburg als Veranstalter und auch die TOP 10 GmbH, waren mit uns sehr zufrieden.

Das man uns zur Zeit mit der Transpondermiete, mit dem Rennbenzin und der Zuzahlung beim Training vor eine Tatsache stellt, die vielen Fahrern schon jetzt den Angstschweiß vor 2008 auf die Stirn treibt, wird die HAIGO nicht aus dem Rennen werfen.

Wenn man sich die Anzahl der Zuschauer auf der Riesentribüne gegenüber den Boxen am Sonntagabend 17:00 Uhr ansieht, dann kann man nur sagen, wir können nicht aufhören.
Die ganz glücklichen an diesem Rennwochenende waren natürlich die Doppelsieger und von denen gab es einige. Allen voran die “Großen” bis 3,0 Ltr. mit ihrem fliegenden Porsche und Frank Kawalek am Lenkrad. Dieses Mal ließ er das Gaspedal dort wo es hin gehört und siegte bei beiden Läufen vor Sven Bütow mit dem BMW.

Bei den TW bis 2,0 Ltr. konnte der Berliner Pensionär Klaus Malich seine Schmach von Most vergessen machen und fuhr das Ding im Windschatten vom großen BMW des Michael Friedensstab sicher nach Hause. Alle Achtung vor Peter Sonnenberg, der HAIGO – Neuling wäre ganz sicher zweimal Zweiter geworden, wenn da am Sonntag nicht der Lokalmatador Mirco Lubner (Samara) aufgetaucht wäre. Oldie Wolfgang Krug wurde zweimal unglücklicher Vierter. Bei den kleinen TW bis 1,3 Ltr. konnte Maik Thomas mit dem Skoda–RS 130 allen Skoda Freunden eine große Freude machen. Doppelsieg – Herz was willst du mehr. Aber Michael Krings (Samara) und Gastfahrer Rocco Berger (Samara) machten dem Maik das Leben so schwer wie möglich. Große Beachtung bei den Zuschauern fand auch der Auftritt des Norbert Haupt (Melkus-Spyder PT 73) mit der originalen Startnummer 39 und der periodengetreuen NARVA – Lackierung von Ulli Melkus und zwei feinen fünften Plätzen. Bei den “Rennpappen” gab es natürlich auch einen Doppelsieger. Steffen Großmann siegte in beiden Läufen überlegen einmal vor Heiko Gaida und einmal vor Robert Berger. Für den “Kleinen“ Döbelner Berger war damit das Tal der Tränen endlich vorbei. Herzlichen Glückwunsch Robert. Zweimal ein Dritter Platz sicherte Dirk Hanschmann die Führung in der Gesamtwertung. Früher und auch noch jetzt, sind die Formelfahrzeuge das Salz in der Suppe. So war es auch an diesen Wochenende auf dem Eurospeedway. Ich konnte aus der Sprecherkabine recht genau die Reaktion der Zuschauer auf der Tribüne gegenüber verfolgen. Die offizielle Zuschauerzahl wurde mit 8000 beziffert und wenn dann am Sonntag zur Formel davon immer noch fast 4000 Zuschauer auf der Tribüne sitzen und bis zum Zieleinlauf bleiben, kann das nur mit Freude von uns registriert werden.

Wenn der MB 90 von Nils–Holger Wilms nicht gerade von der Defekthexe heimgesucht wird, dann ist ihm in diesen Jahr der Sieg von keinem mehr zu nehmen und so konnte er den Doppelsieg mit nach Brockwitz nehmen.

Bernd Weber und Klaus Tanzmann wollten Heinz Siegert den zweiten Platz unbedingt streitig machen. Heinz wollte das natürlich mit allen Mitteln verhindern und so übersah er im ersten Lauf eine gelbe Flagge. Die Sportkommissare waren gnädig und belegten den Regelverstoß nur mit einer Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse. Ich hatte nur Angst dass er die 60 Km/h nicht einhält und noch mal antreten muss. Aber er hat es geschafft und konnte sogar seinen zweiten Platz vor Bernd Weber verteidigen. Im zweiten Lauf wollte unser Altmeister aber alles noch besser machen und verhaute doch tatsächlich den Start. Fehlstart – zum ersten Mal in der HAIGO – Geschichte gab es einen Restart. Beim zweiten Versuch ging alles halbwegs gut (aber auch wieder nicht ganz astrein) und so “bestrafte” Heinz seine Kollegen mit der Einbuße von zwei Rennrunden weniger. Heinz, dass kostet in Oschersleben ein kleines Fass extra, den die Jungs haben sich durch die Geburtstagsrunden auf dem Eurospeedway schon gut eingetrunken.

Als Heinz dann auch noch mit Motorschaden aussteigen musste, war die Zeit der Leiden für Klaus Tanzmann endlich vorbei. Vom letzten Startplatz in Rennen gegangen pflügte der Estonia – Mann durchs Feld, als ob es kein Morgen gäbe. Alles ging gut und der zweite Platz war ein verdienter Lohn für den Gerbisdorfer mit der berühmten Startnummer 68 von Viktor Kosankow. Die Ergebnisse aller Läufe vom Wochenende sind im Internet unter www.haigo.net zu finden. Wenn Ihr wollt, sehen wir uns am 28.–30.09.2007 in Oschersleben.

Im Namen der HAIGO
Stromhardt Kraft