Klappern gehört zum Handwerk,

ein schönes altes Sprichwort, nur bei der gesamten HAIGO – Truppe klapperten in Oschersleben die Zähne, so kalt war es, zum Saisonfinale des ADAC-Börde-Preis.
Drei Tage Regen, Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt, wer will da noch Rennen fahren.

Die HAIGO`s taten es und das auch noch mit Bravour. Denn am Samstag – Nachmittag trat der Fanfarenzug Hohenmölsen, im Auftrag der HAIGO in der Motorsportarena Oschersleben auf und begleitete, unter großen Beifall, alle Starter in ihre Startaufstellungen. Es war schon ein schönes „Spektakel“ wenn die Rennwagen mit Musik in ihre Startaufstellung gebracht werden. Pünktlich 15:35 Uhr waren dann unsere Formel an der Reihe und Gaststarter Toni Koitsch rollte auf die Pole. Ganz überraschend stand Silvio Keilig mit seinem Estonia 21 neben ihm. Der Grund dafür ist ganz einfach, denn der 1984 in Tallinn gebaute Wagen ist ganz einfach für solche Wetterbedingungen gemacht und Silvio nutzte einfach die Schwäche der „Großen“ vortrefflich aus. Das ganze Feld stand auf Regenreifen, obwohl dem Anschein nach, die Ideallinie schon an manchen Stellen abzutrocknen begann. Aber sicher ist sicher und so entschieden sich alle für „M+S“! Toni wollte natürlich zeigen, was er inzwischen in der ADAC-Formel gelernt hat und setzte sich sofort an die Spitze. Das interessierte die Gegner überhaupt nicht, denn die fuhren alle auf „Ankommen“ weil ja die Meisterschaft keinesfalls entschieden war und so ließen sie den Gast einfach ziehen. Der hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht und bekam eine „Drive Through“ Strafe von der Rennleitung aufgebrummt, weil er einen Fehlstart hingelegt hatte und so spülte es plötzlich Silvio Keilig an die Spitze des Feldes. Der konnte sich aber nicht lange daran erfreuen, denn er hatte wie Toni zu zeitig angeruckt und so kam auch er in den Genuss, einmal mit 60 Km/h durch die Boxengasse zu fahren. Dadurch war natürlich der Instinkt bei Nils-Holger Wilms geweckt und er zeigte meisterlich, dass man auch mal mit Geduld ein Rennen gewinnen kann. Unser Gast aus Estland, Jaak Kuul, hatte den Start etwas verschlafen und kämpfte sich durch das Feld auf Platz zwei. Tanzmann, Opitz und Siegert mussten sich in der Schlussphase dann doch noch dem hervorragenden Toni Koitsch geschlagen geben, der am Ende noch Platz drei erreichte.

So ähnlich erging es bei den „Kleinen“ auch Silvio Keilig, nach seiner Strafrunde durch die Boxengasse. Schlitzohr „Heidi“ Heidicke hatte nur auf diese Situation gewartet und fuhr endlich seinen lang ersehnten Klassensieg ein. Der Skoda-Chauffeur Lutz Stallbaum, war mit seinem dritten Platz sichtlich zufrieden, denn damit kam er dem Titel „Vizemeister“ mit riesen Schritten immer näher.

Bei den großen Tourenwagen, hatte Tibor Georg an diesem Wochenende scheinbar irgendeine süße Fee an seiner Seite, denn bei ihm lief alles wie geschmiert. Wer träumt nicht ins geheim von einem Start – Ziel – Sieg, ohne das etwas schief gehen kann. Allerdings ganz ohne Rückspiegel wäre es dabei nicht gegangen, den der Schleizer Michael Krings, lag da schon noch in Lauerstellung und Tibor hätte sich keinen Dreher leisten können. Bei Maik Thomas hing alles nur vom „Ankommen“ ab, denn bei ihm ging es ganz einfach um „Alles“ und so beteiligte er sich auch nicht an dem Kampf um Platz drei, denn am Ende Marcus Gesell vor Uwe Hahn, Fritz Berger, Holger Kiwatt und Ringo Stöber einfahren konnte. Bei den Trabis gewann, wie schon auf dem Sachsenring Daniel Milde, allerdings dieses Mal mit dem Ersatzauto von Steffen Großmann, der hinter Robert Berger nur als Dritter über die Ziellinie kam. Ein Lob auch an Marcel Heintze, der bei seinem allerersten Rennen, seinen „Leihwagen“ immerhin auf Platz 18 von 24 gestarteten Tourenwagen, bringen konnte.

Am Sonntag war dann der Höhepunkt erreicht. Startzeit der Tourenwagen war sage und schreibe bei 8:30 Uhr angesetzt. Aber wie schon gesagt, die Bedingungen waren für alle gleich und so gab es auch keine größeren Beschwerden von Seiten der Fahrer.

Da ja die Platzierung aus dem ersten Rennen die Startaufstellung für Rennen zwei ist, stand also abermals Tibor Georg mit seinen „Zweitwagen“ auf der Pole. Hinter ihm standen Michael Krings, Marcus Gesell, Uwe Hahn, Fritz Berger, Holger Kiwatt, Ringo Stöber und dann kam mit Daniel Milde auch schon die erste Rennpappe. Trotz Nässe und Kälte ging beim Start alles gut, aber schon nach vier Runden, verlor der kleine Robert Berger seinen, nach Schleiz neu aufgebauten 601 – RS, in der letzten Rechts vor Start und Ziel.

In Runde sieben verweigerte der Lada von Sebastian Droß, seinem Fahrer den Dienst und blieb mit defekter Benzinpumpe liegen. Zwei Runden vor Schluss, spukte und knallte der Trabi von Peter Gareis aus allen Löchern, das war auch kein Wunder, denn er hatte beim Überrunden von den Großen einen ordentlichen Schluck Wasser in den Vergaser bekommen. Derweil zog Tibor Georg, wie am Vortag seine Runden und hielt den Abstand zu Michael Krings relativ konstant. Maik Thomas, wollte sich als Meister keine Blöße geben, konnte aber den tapfer kämpfenden Uwe Hahn, von Platz drei nicht mehr vertreiben. Auf den Plätzen dahinter folgten Holger Kiwatt, Marcus Gesell, Ringo Stöber, Fritz Berger, Kai-Uwe Roßner, Rocco Berger und Werner Liebers. Dann auf Platz zwölf kam mit Steffen Großmann auch schon der erste Trabi ins Ziel.

Pünktlich 9:00 Uhr führte der Fanfarenzug Hohenmölsen unsere Formel in die Startaufstellung und dieses Mal stand Nils-Holger Wilms ganz vorn und neben ihm Jaak Kuul. Dahinter Toni Koitsch und Klaus Tanzmann, die beide ihre Platzierung vom Vortag gerne wiederholen wollten. Das Vorhaben gelang auch fast, denn Toni Koitsch zog einfach auf und davon nur Klaus Tanzmann konnte am Anfang noch ein wenig mit halten. Gegen Rennende kam aber Jaak Kuul gewaltig auf und ging an Wilms und Tanzmann vorbei. Allerdings nicht ganz sauber, denn die Rennleitung bestrafte den tapferen Esten mit 60 Sek. und damit viel er in der Wertung auf Platz sieben zurück. Glück für Wilms, der dadurch Platz drei „erbte“ und anstelle des Gastes auf das Treppchen steigen konnte. Was war da draußen auf der Strecke passiert? Wilms war mit Regenreifen raus gegangen und bei abtrocknender Strecke suchte er logischer Weise nasse Stellen, um die Reifen zu kühlen. Dabei hatte er nicht beachtet, dass Kuul an seinem Hinterrad war und dann kam was kommen musste. Beide berührten sich und der Rennleiter beurteilte diese Aktion als „unsportliche Fahrweise“ und bestrafte Kuul. So ist das im Sport und so werden wir es auch werten.

In der Formel Easter gab es schon schöne Positionskämpfe zu sehen. Besonders viel vorgenommen hatte sich Hartmut Heidicke, der seinen Sieg vom Vortag auf alle Fälle noch einmal wiederholen wollte. Silvio Keilig dagegen wollte aber die Schande (Fehlstart) nicht auf sich sitzen lassen und gab alles. Heidicke ließ ihn aber keine Sekunde aus den Augen und kämpfte sich doch am Ende des Rennens wirklich an das Getriebe von Keilig heran. Keilig wollte, so wie es eben die Profis auch machen, in der letzen Kurve alles dicht machen aber der Plan misslang. Heidicke „rutschte“ innen durch und gewann das „Ding“ mit gerade mal einen Meter Vorsprung. Die Jungens dahinter waren sich offensichtlich einig, ließen alles ganz und kamen in der Reihenfolge Zängler, Georg und Stallbaum über die Linie.

Trotz aller Kapriolen, die der alte Mann dort oben im Himmel wieder mit uns abgezogen hat, nächstes Jahr kommen wir wieder und wehe es ist kein besseres Wetter, dann fahren wir nämlich wieder.

Bis bald,
Stromhardt Kraft