Jim Clark – Revival 2009

Durch sehr unglückliche Umstände wurde es nötig, den Austragungsort von Hockenheim nach dem Eurospeedway Lausitzring zu verlegen. Der HAIGO konnte aber gar nichts Besseres passieren, denn damit kam großer internationaler historischer Motorsport nach Brandenburg. Wir brauchten also nicht erst weit zu reisen, um an einer FIA – Veranstaltung dieser Größenordnung teilzunehmen. Das unsere Formel mit der Formel V zusammengelegt wurde, war für uns nichts „Neues“, denn schon 2006 hatten wir mit dieser Truppe ein ganz feines Rennen in Most. Nur unsere Tourenwagen mussten mit den großen „Brummern“ der GTC zusammen fahren.

Die ganze Geschichte stellte sich aber am Ende doch viel harmloser dar, als vorher angenommen. Denn schon nach dem Qualifying waren die GTC – Monster so sehr dezimiert, dass Maik Thomas mit seinem Skoda 130 RS schon auf dem achten Gesamtrang zu finden war. Das unsere Formel hinter der Formel V starten musste, nahmen die Fahrer ganz locker und bewiesen damit, dass sie ganz einfach gute Gastgeber sind. In der Zeitenliste für das Gesamttraining hätten sowieso Wilms und Opitz ganz vorn und Schwarze, Tanzmann und Siegert auf Plätzen vier, fünf und sieben gestanden.

Schade war nur, dass der Veranstalter es fertig brachte, dass satte Formelfeld schon früh 8:00 Uhr auf die noch nasse Strecke zu schicken und damit keinem der Fahrer einen Gefallen tat. Die Bedingungen waren aber für alle gleich und so war es nicht sehr verwunderlich, dass die drei anwesenden Engländer, dass noch rutschige Geläuf zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Eine wahre Meisterleistung vollbrachte der HAIGO – Gaststarter Jaak Kuul aus Estland auf seinem Estonia 21. Er hatte vergessen eine Startgenehmigung von seinem estnischen ASN mit zu bringen und musste beim ersten Qualifying zusehen. Als das Papier endlich per Fax ankam, durfte er vom letzten Startplatz aus das Rennen aufnehmen und wurde hinter Wilms mit seinem M90 hervorragender Zweiter. Schön, dass bei Klaus Tanzmann scheinbar der Knoten geplatzt ist und er knapp hinter Kuul auf Platz drei einkommen konnte. Genau so erfreulich war auch der dritte Platz von Peter Benz (MT 77) der hinter Keilig (Estonia 21) und Stallbaum (MTX) auf dem Siegerpodest Platz nehmen konnte. Bei den Tourenwagen ließ Thomas (Skoda 130 RS)von allem Anfang an keinen Zweifel aufkommen, das er das Heimspiel gewinnen wollte. Hoch interessant war nur, dass dieses Mal nicht nur Droß (2101) sondern plötzlich auch Roßner (2105) ganz vorn mitmischen konnten. Leider fiel Hahn (2105) mit Getriebeschaden an dritter Position aus, sonst wäre dort vorn um jeden Meter noch erbitterter gekämpft worden. Bei den Trabis scheint sich langsam ein Zweikampf nur zwischen Berger und Großmann zu entwickeln, denn die Heinrich, Hänig, Karich und Gareis können den Beiden dort vorn nicht folgen.

Am Sonntag war Petrus dem Lausitzring wohl gesonnen und spendete Sonnenschein pur. Opitz (ML 89) gewann vor Siegert und Wilms die Mondial und bei der Easter gewann wieder Keilig, aber dieses Mal vor Hennig (MT 77) und Georg (MT 77).

Die Tourenwagen balgten sich am Anfang des Rennens wieder hervorragend, aber dass Glück war dieses Mal auf der Seite von Droß, denn der Taktiger Thomas war nur darauf bedacht, dass ihm nicht`s von „hinten“ schaden konnte und Roßner tat ihm den Gefallen und drehte sich. Kam aber mit einem Gewaltritt doch noch auf Platz drei ins Ziel.
Bei den Trabi`s drehte Großmann den Spieß um und gewann hauchdünn vor Berger. Neuling Heinrich war verdienter Dritter, denn die anderen Rennpappen vielen alle mehr oder weniger zeitig mit technischen Problemen aus.

Am Rande des Jim Clark – Revival gab es für die HAIGO – Mannen noch zwei Höhepunkte.
Einmal zur Fahrerbesprechung am Samstagabend, da war der FIA – Sportkommissar David Gray bei HAIGO zu Gast und erklärte noch einmal die wichtigsten Eckpunkte des Anhang „K“ des internationalen Sportgesetz.

Zum anderen gab es dann noch einen hoch interessanten Besuch aus Estland. Der Konstrukteur des Estonia 25, Alexander Sadovski war gekommen um das zu sehen, was er gar nicht glauben wollte. Nach dem er die erste Runde durch das Fahrerlager gedreht hatte, kam er zu der Erkenntnis, dass die deutschen Fahrer seine Autos hervorragend restauriert hatten. Er wollte spontan HAIGO – Mitglied werden und unbedingt mithelfen, dass seine baltischen Fahrer ab nächstes Jahr in der HAIGO starten.

Im Namen der HAIGO
Stromhardt Kraft