Hoffmann – Spiele

Der Saisonauftakt war dieses Jahr zu einer wohl angenehmeren Jahreszeit, als im vorigen Jahr, trotzdem schien es so, als ob sich nichts verändert hatte.
Es war am Freitag und Sonnabend genauso kalt und genauso nass wie ein Jahr zuvor und alle hatten schon die Nase voll. Nur bei den „Hoffmänner“ aus Struth-Helmershof war es anders, für die schien in Oscherleben 2013 die Sonne. Im Qualifying am Samstagmorgen, stellte Hoffmann sen. und Hoffmann jun. sowohl in der Formel, als auch bei den Tourenwagen, ihre Autos auf die Pole.

Am Samstag, gegen 17:00 Uhr war es dann soweit, unsere Formel begann mit dem ersten Wertungslauf und es gab einen Start -Ziel – Sieg von Hoffmann jun.
Niemand im Feld konnte das Tempo von Thomas Hoffmann mitgehen. Selbst unser Gast, Jaak Kuul aus Estland, der als sehr starker „Regenmann“ bekannt ist, gab nach der Hälfte der Distanz auf und sicherte seinen zweiten Platz nach hinten ab. Alle Fahrer beklagten sich über die rutschige Strecke, aber einer strahlte übers ganze Gesicht – Silvio Keilig. Silvio hatte als „Rückkehrer“ in die Easter-Klasse, seinen geliebten Estonia 21 wieder flott gemacht. Zu allem Entsetzen verschluckte sein Vergaser im Fahrerlager (bei einem zu flotten Wendemanöver) einen kleinen Stein und ein Auslassventil war krumm. Minuten vor dem Start war eine Reparatur natürlich nicht mehr möglich und so nahm der die Distanz mit nur drei Zylindern unter die Räder. Die Devise war, geht solange wie es eben geht und wie es ging. Der Altenburger hatte keine Probleme, denn der „Dreizylinder“ ging durch die Kurven wie auf Schienen. Alle anderen hatten riesen Probleme bei jedem Lastwechsel und dadurch waren „Dreher“ an der Tagesordnung, nur Silvio nicht, der fuhr und fuhr und wurde mit dem 1300 Kubik – Dreizylinder ganz sauber auf Platz drei abgewinkt. Sein Kommentar nach dem Rennen: „Beim nächsten Regenrennen ziehe ich einfach vorher einen Kerzenstecker ab.“ Dahinter folgten mit geringem Abstand aber schon Thalmann, Schwarze, Weber, Koitsch, Tanzmann und der zweite Easter mit Heidicke. Danach kamen mit Respektabstand Wilms, Siegert und Mühle ins Ziel. Mit Jens Maik folgte der dritte Easter der aber von Dietrich, Hennig, Werner und Schönfeld verfolgt wurde. Schade aber trotzdem erstaunlich, Tobias Worm musste seinen MT schon in der ersten Runde abstellen, war damit aber der einzige Ausfall im ersten Rennen.

Im Rennen eins der Tourenwagen, stand wie schon oben erwähnt, der nächste Hoffmann auf der Pole und der machte es dem Junior komplett nach. Start-Ziel-Sieg ohne Fehl und Tadel und damit ging der nächste Pokal nach Struht-Helmershof. Dieter hatte kein Problem zu befürchten, denn hinter ihm war Uwe Hahn damit beschäftigt, dass er Werner Liebers und Rocco Berger immer größer im Rückspiegel zu sehen bekam. Der Grund dafür war etwas kleines „Rotes“ was auf den Namen Seicento hört und vom polnischen Kartmeister Maciej Szudlaek gelenkt wurde. Was so ein 18-jähriger im Regen mit einem Auto alles anstellen kann, dass musste dann vor allem unser Altmeister Werner Liebers über sich ergehen lassen. Werner war aber schlau genug und lies sich auf keinen „Krieg“ ein, lies die rote Kiste vorbei und sicherte sich Platz drei auf dem Podest. Knapp dahinter und mit der schnellsten Runde im Gebäck folgte Rocco Berger, Uwe Hahn, Micha Krings (mit dem Taufrischen Zastava), Sebastian Dross, Peter Gröning, mit einer ebenfalls gelungenen Samara Restauration, Papa Szudlarek, Kai-Uwe Rossner, Maik Thomas, Jonny Schönfelder, Cristof Carion (PL) und Petr Kowalski (PL).

Das die HAIGO`s immer Sonntags als die „Letzten“ zum Start gerufen werden, habe ich hier schon zur Genüge erklärt. Wir sind eben im gewissen Sinn „Gastgeber“ und so sollten wir uns auch verhalten. Petrus spielte am Sonntag richtig gut mit und es war ein Rennen mit profillosen Reifen zu erwarten. Der einzige Wehrmutstropfen traf mich völlig unerwartet und aus einer Richtung, auf die ich nicht vorbereitet war. Unser Altmeister Heinz Siegert, musste aus gesundheitlichen Gründen seinen Start absagen. Wenn Heinz ein Fahrerlager freiwillig verlässt, dann müssen es schwerwiegende Gründe sein. Ich kenne Heinz seit 1977 und weiß, dass er ein „Vollracer“ ist, den nichts auf dieser Welt abhalten kann, ein Rennen bis zum Ende durch zu fahren. Auf diesem Wege, möchte ich Heinz alles erdenklich Gute für seine bevorstehende OP wünschen und ihm versprechen, dass wir alle auf seine Rückkehr ins Fahrerlager warten.

Die Startaufstellung für das zweite Rennen, ist in der ADAC-GT-Masters immer der Einlauf aus Rennen eins und so stand natürlich Thomas Hoffman zum zweiten Mal an dem Wochenende auf Pole. Um ihn herum Jaak Kuul, Silvio Keilig, Jacky Thalmann, Falk Schwarze, Bernd Weber, Jörg Koitsch und Klaus Tanzmann. Die Freude bei Hoffmanns war aber nur von kurzer Dauer, denn Thomas stellte schon in Runde zwei seinen Estonia mit technischen Problemen ab. Danach spielten nur noch zwei Fahrer die Musik im Feld. Kuul war sich sicher, dass er nun das Ding gewinnen kann, aber von Platz zehn kam Nils-Holger Wilms wie eine Kugel durchs Feld gedonnert und war schon in Runde drei an Kuul dran und auch schon vorbei. Genauso bewegte auch Tobias Worm seinen MT an der Haftgrenze und man konnte den dicken Hals, den er vom Vortag noch hatte, deutlich sehen. Das die Schritte nach vorn aber immer kleiner werden und die Konkurrenten sich immer mehr wehren, dass bekam Tobias schnell zu spüren. Aber er ließ sich nicht aufhalten, knackte einen nach dem anderen und kam als Dritter hinter Kuul ins Ziel. Nils-Holger Wilms zeigte wieder einmal sein taktisches Geschick, denn nach dem er an Kuul vorbei war, ließ er den M 90 nur noch so hoch drehen, wie es nötig war und zeigte damit die alten Tugenden eines Ulli Melkus in Reinkultur. Hinter Tobias Worm, kamen Bernd Weber Jacky Thalmann, Silvio Keilig (1300), Michael Hennig (1300) und Heidi Heidicke (1300) über die Linie und zeigten der Formel Mondial wo der Hammer hängt. Heinz Melkus sagte einmal, es kann nur der gewinnen, der auch ins Ziel kommt. Das soll kein Vorwurf sein, aber darüber nachdenken kann man da ja mal.

Vater Hoffmann wollte den Verlust des Sieges von Thomas natürlich schnell vergessen machen und gab Gas das die „Börde“ bebte. Das hätte er gar nicht nötig gehabt, denn die Verfolger machten keine Anstalten dem Thüringer zu folgen. Sie beobachteten sich eher gegenseitig und wollten ihr Rennen lieber ungefährdet nach Hause bringen. Nur Rocco Berger, Peter Gröning und Kay-Uwe Rossner hatten da was dagegen. Dann wollte auch noch Fritz Berger mitspielen, der aber hatte sich mit dem Seicento des kleinen Marcej aus Polen angelegt und was Fritz ja aus dem Vorjahr und Most weiß, dass das schief gehen kann, ließ er sich lieber auf nichts ein. Rocco Berger setzte zwar mehrmals auf Werner Liebers an, der aber verteidigte seinen dritten Platz mit allem was so ein Zastava zu bieten im Stande ist. Hoffmann, Dross, Liebers, R. Berger, Gröning, Rossner, F. Berger, und die beiden Sludlarek mit ihren Seicentos machten den Einlauf komplett. Leider konnten U. Hahn, M. Krings und M. Thomas durch technische Defekte nicht mit eingreifen. Der glückliche war Bäckermeister Jonny Schönfelder, der sein zweites Rennen durchfahren konnte.

So kamen sie dann doch alle ohne „Feindberührung“ ins Ziel und damit hatte das erste Rennen des Jahres einen ordentlichen Einstand hingelegt.
Der Sachsenring ruft, es wird hoffentlich wieder so ein gelungenes Wochenende wie das in Oschersleben.

Stromhardt Kraft