Es ist nicht alles Gold was glänzt

Das der Saisonauftakt 2014 nicht wieder mitten im Winter begann, war schon recht beruhigend für unsere Fahrer. Dennoch hielt die Rennleitung für unsere Tourenwagen wieder eine kleine Überraschung bereit. In der Vergangenheit hatten sich die HAIGO´s schon daran gewöhnt, dass sie immer die letzten in der Reihe sind. Aber dieses Jahr wurden unsere Tourenwagen doch tatsächlich am Freitag – früh 8:00 Uhr zum Qualifying gerufen und die Reifentemperatur war bei allen gleich Null.

Sie schafften es aber alle und kamen aus der ersten Runde ohne Schaden zurück, ich war glücklich und zufrieden. Der absolut „Schnellste“ war der Berliner Dross. Hinter Dross war es richtig eng und Thomas, Gröning und R.Berger trennten nur 0,1 (!) Sekunden. Dann folgten Hoffmann, Georg, Roßner und Weißenborn und auch diese Truppe war nur 2,4 Sekunden von der Spitze getrennt. Der Zastava mit Krings lauerte auch schon dahinter und F. Berger, Kiwatt und Liebers, sahen nicht so aus, als ob sie das so ohne weiteres hinnehmen wollten. Für unseren Neueinsteiger Dirk Förster und seinen Samara, hatte Oschersleben etwas Besonderes vorbreitet. Auf einer seiner ersten Runden im Tourenwagen (er kommt aus dem Yamaha R6-Cup) wurde der Messingstutzen an der Benzinpumpe locker, rutschte raus und der Benzin landete natürlich auf dem Auspuff. Das Feuer war nicht ohne, aber die Feuerwehr konnte das Schlimmste verhindern und der Leipziger konnte gegen 17.:05 Uhr und mit der Hilfe des „Berger-Clans“ den Start zum ersten Rennen doch noch in Angriff nehmen. Danke an Fritz und Rocco und alle die mit geholfen haben, so stelle ich mir die HAIGO – Familie immer vor.

Dann war es soweit, die HAIGO-Tourenwagen starteten zum ersten Wertungslauf der neuen Saison. Sebastian Dross genoss sichtlich die Pole und machte mit dem „Rest des Feldes“ kurzen Prozess. Maik Thomas blieb zwar dran, hatte aber mit zunehmender Renndauer Temperaturprobleme am Skoda und musste unfreiwillig abreißen lassen. Die Positionskämpfe im Feld waren sehenswert, Dross – Thomas, Liebers – Roßner und Kiwatt – F.Berger lieferten sich Duelle und wechselten in jeder Runde die Positionen. Am Ende klarer Sieg für Dross, dahinter mit Respektabstand, Thomas, R.Berger, Hoffmann, Gröning, Liebers, Roßner, Kiwatt, F.Berger und Lode. Der elfte Platz für Dirk Förster war bestimmt der schönste Lohn, den sich der Leipziger nur denken konnte und wir freuten uns alle mit ihm. Die SLM – Wertung gewinnt Rocco Berger vor Liebers und Weißenborn.

Das erste Rennen der neuen Saison für die Mannen der Formel begann pünktlich 17:40 Uhr und der Dank gilt Rennleiter Bohnhorst, der trotz aller Probleme seinen gestellten Zeitplan immer gut im Griff hatte. In Reihe eins und noch dazu ganz vorn, stand der Ebersbacher Falk Schwarze mit seinem MTX 1-06, dass hat es schon lange nicht mehr gegeben und so ein wenig nervös war er schon. Versetzt dazu stand Nils-Holger Wims auf zwei, der ja bekanntlich ein guter Starter ist. Dahinter dann Weber und Kuul, dann Opitz und Koitsch und in Reihe vier, Jens „Nase“ und Hans-Jürgen Vogel. Mit Jacky Thalmann und Tobias Winter folgte die erste „gemischte“ Reihe. Ich kann mich gut in Falk Schwarze rein versetzen, denn als die Ampeln aus gingen, blieb sein MTX bewegungslos stehen. Mann kann dann nur noch warten und hoffen, dass keiner der folgenden Fahrer das „Hindernis“ übersieht und bei Falk im Heck einschlägt. Diese Sekunden vergisst ein Rennfahrer in seinem Leben nicht so schnell. Eine Antriebswelle war einfach gebrochen und hatte „nein“ gesagt. Das nächste Drama spielte sich nur wenige Meter daneben ab, Wilms wollte ganz sicher die paar Meter Anstand der zweiten Reihe so schnell als möglich wettmachen und fabrizierte einen sauberen Fehlstart. Logische Konsequenz der Rennleitung „Durchfahrtstrafe“ in Runde drei und Verlust der Führung für Wilms. Ich möchte nicht wissen wie dick der Hals von Nils war, als er auf Platz acht wieder zurück ins Rennen kam. In der Zwischenzeit hatte Bernd Weber die Führung übernommen und wurde von Jaak Kuul verfolgt, was ja nicht immer Freude auslöst. Dahinter balgten sich Opitz, Thalmann, Vogel und Jens Maik (Nase) in sehenswerten Duellen, bei denen auch noch Winter und Keilig mit ihren Eastern munter mitmischten. Wilms machte Riesenschritte in Richtung Podest und wollte retten was zu retten war. Aber dann war plötzlich alles anders, denn unser polnischer Gast Andrzej Fontanski verpasste am Ende Start und Ziel seinen zu optimistisch gewählten Bremspunkt und krachte Heiko Werner ins Heck. Dann kam der nächste Gast, Mirolav Petkow (Bulgarien) und blieb beim Ausweichmanöver am Hinterrad von Fontanski hängen. Durch die abgerissenen Wasserschläuche am Auto von Werner folgte eine wahre „Schlittenfahrt“ der folgenden Autos und die Rennleitung entschied auf den Einsatz des Safety Car. Der Fahrer des Safety Car schimpfte über Funk wie ein Rohrspatz, weil einige im Feld ihm des „Einfangen“ von dem führenden Bernd Weber unnötig schwer machten. Wie ich es schon zur Fahrerbesprechung in Radefeld angekündigt habe, eine Stunde „Theorie“ wird nun für alle folgen, denn der internationale Status der HAIGO erfordert eben auch ein wenig mehr Wissen in Sachen – wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen richtig. Dann kam die endgültige Meldung der Rennleitung – Rennabbruch mit Rot. Die verschmutzte Strecke konnte während des Rennens nicht ohne Gefahr für die Steckenposten gesäubert werden, Sicherheit geht vor und das ist gut so. Die Wertung der Rennleitung nach dem Abbruch war – Weber vor Kuul und Wilms, damit hatte der erste Lauf in der neuen Saison ein unschönes Ende gefunden, aber so ist eben Racing. Der Zieleinlauf bei den „Eastern“ war – Keilig vor Tobias Winter und Guido Ketzmarick. Die Wertung um den SLM-Pokal gewann Silvio Keilig vor Bernd Weber und Tobias Winter.

Das die HAIGO`s am Sonntag immer die „Letzten“ im Ablauf sind, dass habe ich schon zur Genüge beschrieben und es sieht in Zukunft auch nicht so aus, als ob sich daran etwas ändern wird. Warum die Rennleitung am Sonntag die Formel vor den Tourenwagen an den Start rufen ließ, kann ich beim besten Willen nicht erklären. Nach dem Unfall bei der GT – Masters hatten wir alle mit einem späten Ende der Veranstaltung gerechnet, aber wie schon erwähnt, schaffte es Rennleiter Bohnhorst irgendwie den Zeitplan einzuhalten. Also pünktlich 16:05 Uhr Start der Formel zu Rennen zwei und aus der ersten Reihe mit Weber und Kuul. Dahinter Wilms und Thalmann, dann Opitz und Jens „Nase“ gefolgt von Keilig (!) und Vogel. Dahinter dann schon eine komplette Reihe „Easter“ mit Winter und Ketzmarick. Dann, in Runde eins purzelten die Platzierungen so sehr durcheinander, dass man dabei bald die Übersicht verlieren konnte. Dank Michael Krause kann ich mich nun retten, denn aus der Sprecherkabine ist das Schwerarbeit. Hier die Kurzfassung: Weber fällt auf Platz vier zurück und Kuul geht in Führung. Opitz fährt von fünf auf zwei. Thalmann fällt von vier auf zehn zurück. Keilig fällt von sieben auf elf zurück. Schwarze kommt vom letzten Startplatz vor auf Platz sieben. Ketzmarick geht an Winter vorbei, auf Platz acht. Also Racing pur und in den folgenden Runden geht das immer so weiter. In Runde vier ist Schwarze schon an Kuul dran und schleppt Opitz, Nase, Vogel und Thalmann mit nach vorn. Ich bitte Jens Maik hiermit um Entschuldigung, aber wir nennen ihn nun schon seit 30 Jahren „Nase“! In Runde fünf bremst sich Weber an Kuul vorbei und Schwarze kann das alles schon aus dem Spiegel beobachten. Jens „Nase“ an Vogel vorbei, aber des Dreiergespann Opitz, Nase und Vogel kämpfen wie die Löwen. Ketzmarick und Thalmann fallen in der Runde mit technischen Problemen aus. Im Ziel dann doch Wilms vor Schwarze und Weber und bei der Siegerehrung war es ihnen anzusehen, die Freude war riesengroß, es war geschafft und sie schwitzen wie nach einem Marathon. Nur Jaak Kuul war sauer, denn Platz vier ist dem Mann aus Tallinn und dem Vorjahressieger einfach zu wenig. Aber er muss sich damit abfinden, denn dieses Jahr sind die Karten neu gemischt und die Spitze ist nun noch enger zusammen gerückt. Der Zieleinlauf der Easter war – Silvio Keilig vor Tobias Winter und Miroslav Petkow. Die SLM – Wertung gewinnt Marko Wollenberg vor Wilms und Winter.

Es ist 16:45 Uhr und die Tourenwagen werden auf die Reise geschickt. Natürlich gewinnt der Hecktriebler von Dross den Start, dachten alle. Aber „Pustekuchen“ Maik Thomas gewinnt mit dem Skoda das Startduell gegen Dross. Roßner kommt vom Platz sieben auf Platz vier nach vorn geflogen und Liebers kommt schon auf Platz fünf hinter R. Berger noch vor Hoffmann, Gröning, Weißenborn und Kiwatt. Roßner dreht sich im „U“ nach den „Triple“ und dadurch kommt Liebers wieder an Gröning vorbei. Dross versucht alles um an Thomas vorbei zu kommen, klappt aber noch nicht. Weißenborn kommt an Gröning vorbei und geht auf Platz sechs. F.Berger und Kiwatt liefern sich sehenswerte Duelle und Schönfelder und der „Brandmeister“ Förster kämpfen um jeden Meter. Das ganze Rennen ist geprägt von fantastischen Duellen, wie Hoffmann – Liebers, Weißenborn – Gröning, Kiwatt – F.Berger, Förster – Schönfelder. Dann überholt Dross doch noch Thomas und dahinter kämpfen Hoffmann, R. Berger, Liebers, Weißenborn und Gröning wie die Profis – um jeden Meter. Mann kann es ihnen vor draußen ansehen, es macht ihnen furchtbar Spaß, weil jeder dem anderen Luft zum Leben lässt und sie sich nicht gegenseitig achten. Zwischen der „Hasseröder“ und dem Triple geht Hoffmann an Dross vorbei und in Führung und dann vor der Schikane bricht bei Dross die linke Radaufhängung – aus für Sebastian. Dann ist irgendetwas mit Werner Liebers passiert, denn der „Hartmannsdorfer“ beginnt eine unglaubliche Aufholjagt. Das muss man einfach mit erlebt haben, wie der „Alte“ Mann den Zastava bewegt und aus dem Auto alles herausholt was man herausholen kann. In Runde vier noch auf Platz vier und dicht gefolgt von Hoffmann, Thomas und R. Berger, macht er sich unaufhaltsam auf dem Weg nach ganz vorn. Ich will es kurz machen und im Telegrammstil die folgenden Ereignisse berichten: Runde fünf: Weißenborn ist irgendwo an R. Berger vorbei und fährt nun auf Platz drei. Dahinter Liebers, Berger und Gröning ganz dicht. Kiwatt ringt erfolgreich F. Berger nieder. Runde sechs: Hoffman wird gnadenlos von Thomas gejagt und R. Berger fällt zurück. Gröning greift an jeder Ecke Weißenborn an. Runde acht: Liebers bremst sich in Kurve eins an Weißenborn vorbei auf Platz drei und ganz dicht dahinter Thomas und Hoffmann, R. Berger kommt wieder auf Platz sechs nach vorn. Immer wechseln sie ihre Positionen, ich kann es kaum kommentieren, so schnell geht das. Runde neun: Wieder das gleiche Manöver von Liebers, er bremst sich an Thomas vorbei. Dann macht er das noch einmal mit Hoffmann und geht tatsächlich in Führung. Das hat Gröning alles von hinten mit angesehen und macht es Liebers nach, er geht in der letzten Runde noch an Thomas vorbei und schlägt Hoffmann auf dem Zielstrich um einen Meter (!). Was für ein Rennen, wenn da noch Micha Krings mit seinen Zastava eingreifen wird, dann laufen unsere Tourenwagen der Formel den Rang ab. Auf alle Fälle waren die Offiziellen des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt schwer beeindruckt und wünschten mir mit der HAIGO für 2014 noch mehr solche spannende Rennen. Wer hätte das noch voriges Jahr gedacht, ich auf alle Fälle nicht, dass muss ich ganz ehrlich zugeben. Die Wertung zum SLM – Pokal verrate ich hier mal noch nicht, weil die Ehrung erst auf dem Sachsenring nachgeholt wird und wieder eine Überraschung sein soll.

Stromhardt Kraft
Im Namen der HAIGO