Dort, wo wir schon einmal waren,

auf dem „Petersplatz“ im Fahrerlager der Motorsportarena Oschersleben.
Alle haben diese Freiheit irgendwie genossen, weil die Enge in den Fahrerlagern der letzten Zeit manchmal regelrecht erdrückend war. Das erzeugte Ärger, Stress und die Kameradschaft litt darunter, weil jeder seinen Platz mit allen Mitteln versuchte zu verteidigen. Die Argumente zur Verteidigung schießen dabei unglaubliche Kapriolen. Wir müssen uns in der nächsten Zukunft sowieso über einige Änderungen, die alle Bereiche des Motorsports abdecken, beraten und verändern. Ich denke dabei nicht nur an die Zahlungsmoral der Fahrer, sondern auch an Dinge, wie die Lautstärke oder an Flüssigkeitsverluste während des Rennens oder an das Auftreten der Fahrer gegenüber der Renndienste. Alles das müssen wir als internationale Rennserie verstehen, begreifen und ändern, sonst droht uns der „Brexit“ bei solchen großen Veranstaltungen. Das die Sport-Funktionäre auch nicht immer alles richtig machen, das haben wir ja am Wochenende erlebt, aber das ist kein Grund dafür, das unser Auftritt nicht korrekt sein sollte.
Nichts desto trotz, wir hatten wieder einmal eine richtig gute Veranstaltung und alle Fahrer waren sichtlich zufrieden, denn diese Abläufe und die Ordnung die schon am Tor beginnt, waren einfach gut.

Dafür Dank an Thomas Voß, der die HAIGO, vor allen anderen Bewerbern, ins Rahmenprogramm genommen hat.
Das der Zeitplan, bei solchen FIA-Veranstaltungen, immer eng gestrickt ist, war mir von vornherein klar. Das es damit Probleme geben wird auch, denn wer von den berufstätigen Fahrern kann schon am Freitag-früh 09.30 Uhr am Briefing für TW + Fo der HAIGO teilnehmen. Also Ausnahmeantrag an den Rennleiter und Nachschulung beantragen. Überraschung pur – Herr Kraft sie übernehmen die Nachschulung der Fahrer und sie fungieren dieses Wochenende als Rennleiter der HAIGO. Kurz und bündig, alles gesagt und los ging es an die Arbeit. Es war wie immer im Leben, die einen rennen sich halb tot und die anderen haben Langeweile und daran wird sich so schnell nichts ändern.

Freitag, der 17.06.16 – 10.25 Uhr -> Free Practice HAIGO
Ohne zusätzliche Zahlung von irgendwelchen erfundenen Beträgen, die von den Fahrern nun des Öfteren gelöhnt werden müssen. Petrus hatte bloß wieder irgendwie schlechte Laune und schüttete in nicht definierbaren Abständen, mal mehr oder weniger Nass von oben über Oschersleben aus. Das ist für die Fahrer der blanke Horror, Regenreifen drauf – Sonne kommt raus. Regenreifen runter – los zum Vorstart – Platzregen vom Feinsten – Regenräder drauf. So viele Hände gibt es gar nicht, wie sie dazu gebracht hätten. Ich habe von oben zugeschaut und unsere Jungens ehrlich bedauert. Entweder richtig Regen oder richtig trocken, alles andere ist Mist. So kam gar keine richtig gute Laune auf, aber Peter Gröning nutzte die Gunst der Stunde und fuhr gleich mal Bestzeit. Dahinter Dieter Hoffmann und Kai-Uwe Roßner.
Bei den Formelleuten ist das Wetter ja nun besonders wichtig, weil die Jungens ja quasi im „Freien“ sitzen, aber sie lieben das ja. Wilms sorgte gleich für klare Verhältnisse und setzte sich mit 0,13 Sek. vor Thomas Hoffmann und Tobias Worm an die Spitze.

Sonnabend, den 18.06.16 – 12.10 Uhr – Qualifying HAIGO – TW
Nicht besonderes Neues – nur Gröning fehlte an der Spitze. So war dann die Hackordnung mit Roßner, Hoffmann, Förster, Krings, Dross, Hahn, R.Berger, Gröning, Weißenborn und Wollenberg, um die ersten zehn zu nennen, wieder hergestellt.

12.45 Uhr – Qualifying – HAIGO – Formel
Mischwetter und dafür gibt es eigentlich auch Reifen, aber eben nicht in der HAIGO. Zum Glück, sonst würde die ganze Sache noch teurer. Reihenfolge ohne besondere Vorkommnisse – T.Hoffmann, Thalmann, T.Koitsch, Wilms, Schwarze, Weber. J.Koitsch, Werner, Maik, Worm. Die Easter wurde so gemessen – Winter, Fontanski, Stallbaum und Ketzmarick. Damit waren die Startaufstellungen für den Nachmittag komplett.

16.00 Uhr – Rennen 1 der HAIGO-Tourenwagen
Das Feld war auf 14 Autos geschrumpft, weil wir mit Jonny Schönfelder und Marcel Heintze zwei Absagen wegen Krankheit hatten und mit Thomas Roth, Frank Lode und Maik Thomas fehlten im Feld nochmal drei Fahrer, die aus privaten Gründen nicht starten konnten. Aber diese vierzehn Kampfhähne legten ein Rennen hin, wie es einfach nicht viel besser geht. Die ersten acht Autos überquerten die Ziellinie nach zehn Runden in einem Abstand von 2 (!) Sekunden. Die Zuschauer, und das waren für unsere Verhältnisse viele, feierten das Rennen und die Fahrer zu Recht mit lauten Rufen und anhaltenden Beifall. Ich habe noch nie in Oschersleben gesehen, dass die Zuschauer von der Start und- Zieltribüne aufspringen und auf die andere Seite zur Hasseröder – Kurve rennen, um ja nichts zu verpassen. Der Polesetter Roßner behielt, wie in letzter Zeit öfter, die Nerven bis zum Schluss, wehrte alle Angriffe von Hoffman, Weißenborn und am Ende rundenlang von Dross, erfolgreich ab und gewann das „Ding“ souverän. Sebastian Dross hatte arge Getriebe Probleme, aber als Papa Jürgen die nötigen Teile von zu Hause „einflog“ war der zweite Platz dann doch noch gerettet. Schön das Peter Gröning am Ende doch noch an das Ergebnis vom Freitag anschließen konnte. Dahinter balgten sich Krings, Hahn, Rocco Berger, Steinmann und Altmeister Liebers in sehenswerter Manier um den vierten Platz. Am Ende war Krings der „Glückliche“ und es ist ihm von Herzen zu gönnen, weil der „Zassi“ nun endlich seine Kinderkrankheiten abgelegt hat.

16.40 Uhr – Start der HAIGO – Formel zum 1. Rennen
Wenn Wilms einmal dort vorn steht, dann muss schon was Schlimmes passieren, wenn er den Start nicht gewinnt und das passierte wirklich. Toni Koitsch übernahm von Platz vier kommend die Spitze und baute seinen Vorsprung sogar aus. Dann bekam er Temperaturprobleme, setzte die Drehzahl runter und viel auf Platz vier zurück. Jacky Thalmann dahinter, verhaute den Start, alle Bildschirme (16 Stück) zeigten Fehlstart an, aber der Rennleiter ließ wahrscheinlich Gnade vor Recht ergehen und ihm wurde die „Ehrenrunde“ durch die Boxengasse erspart. Im Gegensatz zum Rennen der Tourenwagen, war es eine regelrecht langweilige „Veranstaltung“, aber das kann keiner im Voraus sagen und auch nicht ändern. Der Zieleinlauf war Wilms, Hoffmann, Thalmann, T.Koitsch, Weber, Worm, Opitz, J.Koitsch, Maik und Werner. Die „Kleinen“ der Formel Easter gewann Winter vor Fontanski und Ketzmarick, gefolgt von Stallbaum und Schulze.

Sonntag, der 19.06.16 – 15.55 Uhr – Rennen 2 der HAIGO – TW
Totale Aufregung im Team Roßner – 15 Min. vor dem ersten Aufruf zum Start – Motorschaden (!). Unreparierbarer Ölverlust, obwohl das Auto am Vortag einen fehlerfreien Start-Ziel Sieg hingelegt hatte, war nun alles aus. Der Rest des Feldes war darüber aber nicht sonderlich traurig und nahm die Meldung gelassen hin. Das Gespann Rocco Berger und sein Samara, nutzten die Gunst der Stunde und schafften den Siegerpokal nach Potsdam. Sebastian Dross versuchte dahinter alles, war auch zeitweise in Schlagdistanz, als er aber merkte, dass Rocco bereit war dagegen zu halten, war er ein glücklicher Zweiter. Michael Weißenborn war schon am Vortag nahe dran und nun hatte er mit Peter Gröning schon wieder eine harte Nuss zu knacken. Er machte sich geduldig an die Arbeit und wartete auf die schwachen Stellen von Gröning. Irgendwo unterwegs schaffte er es aber dann doch noch und wurde glücklicher Dritter. Dahinter folgten wie erwähnt Gröning, Krings, Hahn, Steinmann, Liebers und Förster.

16.35 Uhr – Rennen 2 der HAIGO – Formel
Auch das zweite Rennen der Formel war kein „Reiser“ im Sinne von Spannend. Denn Nils-Holger Wilms zog, nach dem Ausfall von Toni Koitsch, seine Runden, wie mit der Uhr und beobachtete den Abstand zu Hoffmann aufmerksam aus seinen Spiegeln. Die einzige Aufregung war der Ausfall von Toni Koitsch, der ein Vorderrad verlor und das blieb ausgerechnet mitten auf der Strecke liegen. Logische Schlussfolgerung der Rennleitung – Safety Car raus und Rennen neutralisieren. Schön werden einige gedacht haben, da rückt das Feld wieder richtig zusammen und wir spielen das Ganze noch einmal. Falsch – das Safety-Car fing nicht etwa Wilms und damit den Führenden ein, sondern platzierte sich mitten im Feld. Daran änderte sich dann in der Folge auch nichts und als das Rad abgeräumt wurde, gab der Rennleiter dem Safety-Car die Anweisung – Lampen aus und in der nächsten Runde in die Boxengasse. Das Rennen wurde wieder frei gegeben und am Ende mussten alle raten, wer nun gewonnen hat. Aber irgendwie war ja Wilms und Hoffmann vorn geblieben, aber wer war nun Dritter ? Am Ende war es dann Jacky Thalmann und hinter ihm folgten mit Respektabstand – Schwarze, J.Koitsch, Opitz, Maik, Schönfeld und Werner. Bei der Formel Easter war die Reihenfolge -> Fontanski, Ketzmarick und Stallbaum.

Als alles vorbei war, schien in Oschersleben die schönste Sonne, aber der alte Mann dort oben im Himmel hatte die ganze Truppe den Tag über immer im Glauben gelassen, dass es jeden Moment nass werden könnte. So kann man die Spannung ohne große Mühe immer wieder aufrecht halten. Ich werde es in Zukunft mal ausprobieren, vielleicht klappt es.

Stromhardt Kraft