Dann war plötzlich alles „Rot“

Alle waren wir ja gewarnt, der Lausitzring bringt nicht nur das Regenwasser im Fahrerlager nicht weg, auch auf der Strecke gibt es da so ein paar Stellen, die nur mit einer Badewanne zu vergleichen sind. Aber ich will den Ereignissen nicht vorgreifen, denn wenn der Himmel über dem Lausitzring auch manchmal zum Fürchten aussah, gegossen hat es nur erst mal immer in den Nachtstunden, dafür dann aber gewaltig.

Das die HAIGO`s im GT-Masters-Zeitplan immer am Anfang oder ganz am Ende dran sind, hat natürlich seine Ursachen in der internationalen Beteiligung. Wenn wir schon alle zu Hause sind, dann haben die Schweizer, Franzosen oder Engländer noch nicht mal die Hälfte ihres Heimweges geschafft. Das sollten die Kritiker in unseren Reihen schon beachten, denn am Ende sind wir ja schließlich auch irgendwo die Gastgeber.

Als im Laufe des Freitag noch drei „Absagen“ bei mir eintrafen, viel mir bald das Herz in die berühmte Hose. Bei den Tourenwagen sieht es ja schon seit vorigem Jahr recht trübe aus, aber die „Familie“ scheint diese Talfahrt zu meistern, denn die Nennungen zum Saisonfinale ( 28.-30.09.12) abermals auf dem Lausitzring, könnten geradezu das Highlight des Jahres zu werden. Bei der HAIGO-Formel scheint auch der Rückgang der Easter gestoppt, denn die neuen Besitzer der inzwischen verkauften Autos, stellten sich am Lausitzring vor und meldeten ihre Teilnahme zum Saisonfinale an. Unsere Unterstützung ist ihnen im vollen Umfang sicher, aber über auftretende Probleme, sollte man schon reden und nicht nur hinterher meckern. Das es Problem gibt, das ist unbestritten, denn ich hatte auch auf dem Lausitzring genug Gelegenheit, bei anderen Rennserien mal vorbei zu schauen und das Ergebnis ist ganz einfach erschreckend. Außer bei der GT-Masters, die mit 43 Autos die „Bude“ gerammelt voll hatten, war bei allen anderen Serien eher „Schmalhans“ der Regisseur. Wo das mal hingehen soll, dass weiß im Moment niemand, aber dass es nur ein Problem der HAIGO sein soll, dass ist vollkommen absurd. In Richtung Saisonende, sind die Rennen immer schon von taktischen Überlegungen geprägt und keiner der Fahrer ist bereit, durch unüberlegtes Handeln die Punkte in der Meisterschaft zu riskieren. Dadurch entsteht für die „Hinterbänkler“ eine prima Gelegenheit, ihr Konto in Richtung Siegerpodest zu verbessern.

Diese Gelegenheit wollte sich Rocco Berger mit seinem Sarmara nicht entgehen lassen und stellte diesen gleich mal auf die Pole. Interessant war, dass Maik Thomas seinen Skoda Favorit, der noch nach Lack riecht, gleich nach Sebastian Dross und Fritz Berger auf die vierte Position stellen konnte. Schon dahinter folgte Andreas Taudte, der mit seinen gelben Samara langsam in Schwung kommt und den „Durchfall“ von Most damit vergessen machte. Schön dass nun Bäckermeister Jonny Schönfelder endlich mit dabei ist und unseren etwas englischen Humor verstanden hat. Trotzdem sind die zwei oder gar drei Bleche (große) mit Pflaumenkuchen und Pudding als Einstand in die HAIGO, nicht mehr rückgängig zu machen, denn versprochen ist versprochen.

Hoch interessant sind am Lausitzring immer die Topspeed-Messungen. Allerdings sind sie eher nicht so wichtig, weil die Geschwindigkeit nur zwischen der Start-und Ziellinie und dem 150 Meter-Schild ermittelt wird. Trotzdem fuhren Micha Weißenborn und Werner Liebers die gleiche Geschwindigkeit in diesen Abschnitt und wurden mit 169,25 Km/h gemessen.
Genützt hat es nur Weißenborn, denn Liebers konnte seinen Zastava mit nur noch einem verfügbaren Gang (4) gerade noch ins Ziel retten. Den beiden Bergers, blieb im ersten Rennen ein Doppelsieg verwehrt, denn Weißenborn hatte was dagegen und ließ Papa Fritz keine Chance auf Platz zwei zu kommen. So schön eng zusammen, wie die drei an der Spitze, waren dann die Verfolger leider nicht im Rennen. Denn Droß, Hoffmann, Lode, Liebers, Gröning und Schönfelder, fuhren ihre Runden eigentlich ohne Sichtkontakt nach vorn. Ein Dankeschön an dieser Stelle auch an Dieter Hoffmann, der den Stiebritz-Samara wieder aktivieren konnte.

Die Formelleute können ihre hervorragende Performance vom Beginn des Jahres wahrscheinlich nicht fortsetzen, denn die Zeiten im Qualifying klafften doch schon ganz schön auseinander. Die Zeiten, wo die ersten sechs innerhalb einer Sekunde waren, scheinen vorbei zu sein. Nur Nils-Holger Wilms scheint das nicht zu beeindrucken, denn er zeigte auf dem Lausitzring ganz deutlich, dass ein Sieg nur möglich ist, wenn man ihn schlägt. Zur Zeit wären da nur Hoffmann und Tanzmann in der Lage, aber Tanzmann hatte an dem Wochenende eher ein „Stelldichein“ mit der Defekthexe gebucht und Hoffmann ist da eher an der Gesamtwertung interessiert und fährt daher taktisch klug, seine Rennen auf ankommen. Das nutzte Falk Schwarze geschickt aus und zirkelte seinen MTX 1-06 hinter Wilms auf den Ehrenrang. Hinter Hoffmann kamen dann schon mit Respektabstand zur Spitze, Thalmann, Kuul, Weber, Mühle, Koitsch und Wolters ins Ziel. Tanzmann, Keilig und Siegert mussten ihr Rennen vorzeitig beenden. Tobias Worm und Jens Maik waren nach dem Totalausfall von Frank Jakob, allein auf sich gestellt, um die Ehre der Easter zu retten. Nur gut, das da wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist und ich es in Zukunft wieder mit Leuten zu tun haben werde, die Lust haben Motorsport zu betreiben und Rennen fahren wollen. Hier noch ein Nachtrag über den Topspeed, der bei Nils-Holger Wilms mit 206,62 Km/h auf der Start-und Zielgeraden gemessen wurde.

Natürlich ist so ein Renntag, wenn man erst am späten Nachmittag, gegen 17:50 Uhr zum Start gerufen wird, außerordentlich zäh, aber ich habe ja die Situation schon versucht zu erklären.

In der Startaufstellung zu Rennen zwei der Tourenwagen, war ich gespannt, wie sich die „Hecktriebler“ gegen die „Fronttriebler“ durchsetzen können. Sie konnten es, denn Weißenborn und Droß, schossen aus den Startlöchern wie die geölten Blitze und es schien so, als ob sich da ein richtiger Kampf der unterschiedlichen Antriebskonzeptionen entwickeln könnte. Aber der „Lange“ aus Potsdam spielte da nur eine Runde lang mit, um dann wieder die alte Rangordnung herzustellen.

Leider schied Maik Thomas mit Wasserproblemen vorzeitig aus, denn er hatte bis dahin gezeigt, dass mit seinem Favorit in Zukunft gerechnet werden muss.
Nach der kurzen Vorstellung an der Spitze, stelle Weißenborn seinen 2101 auf die zweite Position hinter Rocco Berger und Papa Fritz Berger konnte das nicht verhindern, obwohl er es gerne getan hätte und kam erneut auf Platz drei ins Ziel.

Zwei Dinge möchte ich noch berichten, denn der Einsatz von Rocco Berger am Samara von Andreas Taudte, war HAIGO typisch und ermöglichte Andreas einen feinen fünften Platz. Das andere erwähnenswerte ist, dass Peter Gröning mit seinem Trabant – RS, dem Jonny Schönfeder bei seinem zweiten Rennen im Leben, Anschauungsunterricht in Sachen „Ideallinie“ gewährte. Ich hoffe, dass Jonny sich bei Peter bedankt hat, denn so was bekommt man nur selten geschenkt.

Schade nur, dass alles Bitten und Betteln von mir nichts genutzt hat, Petrus wollte uns in der Lausitz nichts schuldig bleiben und drehte in der fünften Runde alle, aber auch alle Hähne die er dort oben zur Verfügung hat auf und Rennleiter Horst Seidel musste sofort alle Ampeln auf „ROT“ schalten, denn Sicherheit geht vor, dass versteht sich.

Im Race II der Formel, begann natürlich Wilms von der Pole aus und keiner im Feld hätte auch nur einen Moment daran gezweifelt, dass er da noch was anbrennen lassen würde. So war es dann auch und nur Schwarze hatte noch eine Runde das schöne Gefühl, dass er da dran bleiben könnte. Aber schon in Runde zwei, kam Hoffmann und verlangte nach dem Platz an der Sonne. Das blieb so bis in Runde sechs, da hatte sich Jacky Thalmann schlitzohrig wie er nun mal ist, durch Jaak Kuul an Schwarze ran schleppen lassen und überholte mit dem gewonnen Schwung gleich noch Schwarze mit. Kuul wollte natürlich nun auch noch an Schwarze vorbei, der Oberlausitzer war aber pfiffig genug und gab seinen „Heimvorteil“ nicht so einfach her.

Besonders gefreut habe ich mich über Altmeister Heinz Siegert, dem es nun endlich mal wieder vergönnt war, dass er das so lange vermisste schwarz/weiße Tuch, endlich mal wieder zu sehen bekam. Wenn ihm Mario Mühle das Leben auch schwer gemacht hat, Heinz rettete seinen sechsten Platz, nach alter Manier, mit einer halben Autolänge ins Ziel.
Die Topspeed – Messung zeigte Heinz sogar an dem Tag mit 208,01 Km/h an erster Stelle, noch vor Wilms und das sollte ihm Ansporn und Kraft für das Saisonfinale geben.

Wichtig ist immer und das war auch auf dem Lausitzring von besonderer Bedeutung, wir waren unfallfrei und können nun mit Ruhe und der nötigen Gelassenheit dem Preis der Lausitz entgegen sehen.

Stromhardt Kraft und Anett