Classic Grand Prix auf dem Sachsenring

Das der „Ring“ nun schon 90 Jahre alt ist, kann man kaum glauben. Wenn man aber die alten und abenteuerlichen Bilder von damals sieht, dann bekommt man schon Ehrfurcht vor diesen Fahrern. Denn ihr Mut war bestimmt nicht geringer, als der der Helden von heute.

Was gibt es von den Rennen der HAIGO am Sachsenring zu berichten. Es war ein Wochenende voller Haken und Ösen, weil schon der permanente Platzmangel im Fahrerlager alle Beteiligten vor eine große Herausforderung stellt. Wir haben alle versucht, dass „Beste“ aus der Situation zu machen. Gelungen ist es uns, aber zufrieden und glücklich waren die „HAIGO`s“ damit nicht.

Um es kurz zu machen, schon nach dem freien Training mussten alle unsere Tourenwagen-Chauffeure zu einem erneuten Briefing antreten. Der Grund dafür war einfach eine Entscheidung der Rennleitung, die beschlossen hatte, die HAIGO unter der Reglung „Code – 60“ fahren zu lassen. Diese Reglung wird schon ein paar Jahre bei den Langstrecken – Rennen am Nürburgring praktiziert.
Das die Anwendung dieser Reglung nun am Sachsenring von Erfolg sein sollte, war schon ein gewagtes Unternehmen. Einmal deshalb, weil die Fahrer so eine Reglung noch niemals trainiert haben und zum anderen die Streckenposten am Sachsenring eben zu weit von der Strecke entfernt stehen.
So kam eben das, was kommen musste, die Fahrer konnten die für sie neuen Flaggen schlecht und zu spät sehen. Die Ersten erkannten das Flaggen-Signal und die Mannschaft dahinter sauste rechts und links am auf der Bremse stehenden Konkurrenten vorbei. Dabei gilt bei Code – 60 absolutes Überholverbot.
Alle meine „Bitten“ beim Rennleiter, etwas an der Situation zu ändern, waren erfolglos.
Ich möchte mich nicht weiter darüber äußern, aber die Rennen der HAIGO wurden regelrecht zerstört.
Ich wage diese Behauptung, weil ich in der Vergangenheit hervorragende HAIGO-Rennen im In- und Ausland erlebt habe und von allen Veranstaltern immer ein großes Lob über die Disziplin der Fahrer bekommen habe.
Natürlich hat die Sicherheit der Streckenposten und deren Helfer oberste Priorität, aber das kann nicht dazu führen, dass die sowieso schon knappe Fahrzeit von 20 Minuten, mit Rundenlang unter „Code – 60“ mit eben diesen 60 Km/h runter gespult wird. Das ist weder für die Zuschauer noch für die Aktiven wünschenswert.
Das einstimmige Fazit der Fahrer – so etwas machen wir nie wieder mit.
So waren dann auch die Rennen sowohl am Samstag als auch am Sonntag von Unterbrechungen gezeichnet, die man eigentlich gar nicht zu Papier bringen kann, weil sonst eben diese Papier nicht ausreichen würde.

Interessant war, dass dieses Mal die jeweiligen Inhaber der „Pole“ sowohl bei den Tourenwagen, als auch bei der Formel ihre Positionen auch im Rennen souverän verteidigen konnten.
Guido Steinmann (TW) und Toni Koitsch (FO) ließen der Konkurrenz kaum eine Chance von der Spitze vertrieben zu werden.
Nur „Mister-Mondial“ – Nils-Holger Wilms versuchte alles um diesen Toni Koitsch aus Döbeln den Sieg streitig zu machen. Das hinter ihm aber Tobias Worm nur auf einen einzigen Fehler von ihm lauerte, machte es ihm nicht leichter. Nach Unterbrechungen huschten sie dann im Sekundenabstand in der Reihenfolge Toni Koitsch, Nils-Holger Wilms, Tobias Worm, Falk Schwarze, Bernd Weber, Jörg Koitsch, Jens Maik, Henrik Opitz und Gunter Schönfeld über die Linie.
Dahinter kam schon Hartmut Heidicke mit dem ersten Easter (1300cm³).

Bei den Tourenwagen wurden durch die Rennleitung zwei Skoda RS 130 gemeldet, die dann auch als HAIGO-Neulinge ordentlichen Motorsport boten. Das unsere Tourenwagen großartigen Motorsport bieten können, dass hatte ich den Zuschauern mit Streckensprechen Lutz Weidlich vorher schon angekündigt. Um das zu verdeutlichen, will ich hier an dieser Stelle mal die Rundenzeiten darstellen.
Guido Steinmann – 1,42.429
Jens Voigt – 1,43.371
Rocco Berger – 1,44.142
Kai-Uwe Rossner – 1,44.758
Uwe Hahn – 1,44.168

um nur mal die ersten fünf zu nennen.
Das Guido Steinmann ein begnadeter Rennfahrer ist, dass wissen wir schon lange. Was er aber auf dem Sachsenring 2017 für eine Vorstellung abgab, war ein wenig erschreckend. Als ich ihn bei der Siegerehrung nach dieser feinen Leistung befragte, sagte er einfach ins Mikrophon: „Heute hat nun endlich mal alles gepasst“. Ich wünsche ihm, dass in Oschersleben wieder alles so gut passt.

Der Sonntag sollte nun unter der Mitwirkung des MDR zu einer besonderen HAIGO-Show führen.
Der MDR und der ADAC-Sachsen hatten der HAIGO eine Übertragung der Rennen angekündigt und so war schon im Vorfeld die Nervosität in der „Truppe“ zu spüren. Leider kann man ja als „Mitspieler“ die originale Übertragung nicht verfolgen und zur Sendezeit bei „Sport im Osten“ nur mit einer Aufzeichnung vorlieb nehmen.
Leider wiederholten sich die Ereignisse vom Samstag und die Rennen waren von Unterbrechungen und bei der Formel sogar von einem Re-Start gezeichnet. Natürlich waren die Fahrer daran schuld, aber Racing ist nun mal von Drehern und Ausrutschern ins Kiesbett belastet. Natürlich kam dann sofort „Code-60“ zum Einsatz und die wilde Hatz mit 60 Km/h konnte beginnen. Spaß gemacht hat das ganz sicher keinen an der Strecke und auch keinen im Rennwagen gemacht.
Aber so war es nun mal und hinterher Weinen macht auch keinen Sinn mehr.

Wie schon vorher erwähnt, konnten sich die Polesetter sowohl bei den Tourenwagen mit Guido Steinmann, als auch bin der Formel mit Toni Koitsch souverän an der Spitze behaupten. Die Verfolger waren genau wie am Vortag, Jens Voigt bei den Tourenwagen und Nils-Holger Wilms in der Formel.
Das Tobias Worm seinen dritten Platz erst durch einen Protest ( der erste in der Geschichte der HAIGO) gegen die Wertung erreichen konnte, war korrekt und war den Umständen und dem Einsatz der „Code-60“ Flagge geschuldet. Seine Verfolger hatten eben diese in Pink gehaltene Flagge nicht beachtet und waren an Tobias rechts und links vorbei gehuscht. Das Ergebnis war eindeutig, alle „Straftäter“ erhielten eine 30 Sek. Strafe und wurden im Ergebnis zurück versetzt, nämlich dahin wo sie hergekommen waren. Das das bei den Fahrern natürlich keine Freude auslöst, das kann man sich ja gut vorstellen.

Erwähnen muss ich an dieser Stelle unbedingt, das sich am ganzen Wochenende die Fahrer der Formel Easter hervorragend geschlagen haben und sie dieses mal ganz zurecht auf dem Podest geehrt wurden.
Das Ergebnis der Easter am Samstag:
Hartmut Heidicke, Tobias Winter + Guido Ketzmarick
Am Sonntag:
Hartmut Heidicke, Christian Stoppel + Guido Ketzmarick
Es ist für die Easter – Driver Licht am Ende des Tunnels zu sehen und ich hoffe sehr, dass wir die Klasse erhalten können.

Stromhardt Kraft