Auf die Richtung kommt es an,

dass haben die Teilnehmer des 3. HAIGO Wertungslaufes vom 8. – 10. August in Most schmerzlich zu spüren bekommen. Weil im Zeitplan schon am Freitag – früh 8:20 Uhr die Fahrerbesprechung angesetzt war, hatten sich die Fahrer im Laufe des Donnerstag – Abend im Fahrerlager eingefunden. In der Nacht zwischen 1 und 2 Uhr raste wie aus heiterem Himmel eine Windhose durch das Fahrerlager, die genau aus der Richtung kam, dass alle Zelte mehr oder weniger nur noch Schrott waren. Alles was an Werkzeug, Stühlen, Tischen und anderen Equipment sich in den Zelten befand, war irgendwo im Fahrerlager verstreut. Zum Glück gab es keine Personenschäden, den alles andere lässt sich irgendwie ersetzen.

Am Freitag für jedes Rennen ein Qualifying und am Samstag und am Sonntag jeweils ein Rennen, so sah es der Zeitplan vor. Am Samstag gegen 10:40 Uhr startete unsere Formel zum ersten Rennen und Lokalmatator Hanus Lim, der vom zwölfmaligen Landesmeister und Papa Vaclav Lim betreut wurde, siegte mit dem originalem AVIA – 3 von damals, ganz souverän.

Leider konnte Nils–Holger Wilms mit seinem ML 90 nicht mit um den Sieg kämpfen, weil er sich nach dem Unfall von Dan Klesnil (CZ) beim vorbeifahren an der Unfallstelle, einen Teil der Felge vom Klesnil-MTX eingefangen hatte, der ihm in der Folge die Bremsscheibe vorn recht zerstörte. Schade, denn dann wären die Beiden wenigsten einmal am Wochenende aufeinander getroffen. Denn im Training fuhren beide 1,45 Zeiten und das hätte bestimmt ein tolles Rennen gegeben, aber am Ende kam alles anders.

Nach dem die Trümmer auf der Strecke beseitigt waren, setzte die Rennleitung einen Restart an, nun aber mit verringerten Rundenzahl. Vom Start weg fuhr Hanus Lim dem Feld auf und davon. Nur Adam Klus (CZ) und Toni Koitsch konnten ein paar Runden den Sichtkontakt halten. Am Ende hatte sich dann Toni Koitsch doch noch irgendwo an Adam Klus vorbei gemogelt und wurde sicherer Zweiter. Hinter der Spitzengruppe war die Luft ganz schön dünn, denn Falk Schwarze, Henrik Opitz, Dennis Thaßler, Klaus Tanzmann, Jacky Thalmann und Bernd Weber warteten nur auf einen kleinen Fehler des Vordermanns, um sofort dessen Position ein zu nehmen. Besonders zu erwähnen ist hier die Leistung des Dennis Thaßler, der Junge kann nicht nur gut Sportflugzeug fliegen, der kann auch richtig gut MT 77 fahren. Denn er war der einzige mit einem 1300 cm³ – Motor, der die „Großen“ ärgern konnte. Natürlich gewann er die Klasse „Easter“ wieder mal ganz souverän.

Nun wäre es für Dennis wirklich langsam Zeit, denn Schritt zu wagen und nächstes Jahr in der Mondial bis 1600 cm³ zu starten. Es wäre hoch interessant, wie er sich mit gleichwertigem Material, um den Tagessieg balgen würde.

Bei den „Kleinen“ kam überraschend Jens Wilke auf Platz zwei ein, allerdings hart bedrängt von Dieter Georg, aber am Ende war das Glück auf der Seite von Jens Wilke. Ganz tapfer schlug sich auch Neuling Peter Benz, der die moralische Last trägt, mit dem originalen Auto von Bernd Kasper gute Ergebnisse zu erzielen.

Bei den Tourenwagen ist eine ähnlich angestrengte Situation wie bei der Formel eingetreten. Jetzt zählt jeder Punkt in der Meisterschaft und alles kann passieren, nur nicht ausfallen. Wie Krings, Thomas, Haupt, Gesell und Droß sich jetzt schon belauern, ist sehenswert. Dazu kommen die Taktiker aus Potsdam, Vater und Sohn Berger, die nur darauf warten, dass sich die Heißsporne dort vorn selber ein Bein stellen. Wenn alles schief geht, sind Jens Fischer, Holger Kiwatt und Micha Weißenborn immer bereit, die Sahne ab zu holen. Eine tolle und interessante Situation, die sich jetzt bei den letzten drei Wertungsläufen auf jeden Fall noch verschärfen wird. Deshalb fuhr Michael Krings nur in der Anfangsphase volles Rohr, weil nämlich Maik Thomas im Rückspiegel Format füllend mit dem 130 RS zu sehen war. Als dann die Temperatur immer mehr Richtung „rot“ stieg, gönnte Maik dem Schleizer ein wenig Erholung. Hoch interessant war auch die Aufholjagd des „Langen“ Sebastian Droß aus Berlin. Vom letzten Startplatz gestartet, versuchte er das Beste aus seinem bildschönen 2101 raus zu holen. Wie er dabei zu Werke ging, nötigt schon Respekt ab. Fritz Berger, Altmeister Lothar Thomas, Norbert Haupt mit dem Melkus Spyder, Rocco Berger und Uwe Hahn waren keines Weges bereit, den Berliner kampflos vorbei zu lassen. Diese Duelle um Platz drei, waren allein schon das Eintrittsgeld wert. Sebastian Droß schaffte es, musste aber hinterher zu geben, dass er sein schönes Renngetriebe dabei zerstört hatte. Das bedeutete für Rennen zwei, Seriengetriebe einbauen.

Bei den Trabis schoss Steffen Großmann den Vogel ab. Schon im Freitagstraining zerlegte Steffen durch eine kleine Unachtsamkeit in der letzten „rechts“ vor Start und Ziel, seine Rennpappe total. Aber und das ist das Wichtigste, außer einem blauen Fleck am Oberarm war der Mann gesund und konnte kurz danach schon wieder lachen. Weil er mit dem in aller Eile umgebauten TLRC – Auto zum Rennen eins der HAIGO starten durfte und auch noch gewann. Dirk Hanschmann setzte sich auf Platz zwei fest und das Robert Berger – Team hatte allen Grund sich über Platz drei zu freuen. Ulli Hänig zerstörte im Gefecht sein Getriebe, erreichte aber mit nur dem zweiten Gang die Zielflagge.

Das zweite Rennen am späten Sonntagnachmittag, begann wieder mit der Formel und der erwartete Zweikampf Lim – Wilms blieb leider aus. Wilms führte die ganze Bande zwei Runden lang an und Lim lag nur wenige Meter in Lauerposition dahinter. Ein kapitaler Motorschaden an Lims – AVIA, setzte der Verfolgung ein jähes Ende. Im relativ großen Abstand dahinter, balgten sich Toni Koitsch (Estonia) und Adam Klus (AVIA) um Platz zwei. Auch im Rennen zwei gelang es Toni irgendwie, Adam Klus zu überraschen und sich Platz zwei zu sichern. Sehenswert war hier die Aufholjagd von Altmeister Heinz Siegert. Weil Heinz im ersten Rennen einen Radnabenbruch hatte, musste er vom letzten Startplatz aus das Rennen aufnehmen. Ich habe Heinz noch nie so glücklich über einen vierten Platz gesehen.

Vielleicht ist nach dem ganzen Motorendesaster bei Heinz, wieder etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen, ich wünsche es ihm von ganzen Herzen.

Bei der Easter gewann erwartungsgemäß wieder Dennis Thaßler (MT 77) vor Silvio Keilig (Estonia 21) und nach langer Fehlersuche am MT 77, erreichte Michael Hennig verdient Platz drei. Leider war die Ausfallquote im zweiten Rennen relativ hoch. So mussten Hanus Lim, Dr. Braun, Joerg Koitsch, und Dieter Georg ihre „Renner“ vorzeitig abstellen.

Bei den Tourenwagen wiederholte sich das Katz und Maus Spiel zwischen Micha Krings und Maik Thomas, bis bei Maik der Öldruck in den Keller fiel. Schade, dass Marcus Gesell das ganze Wochenende irgendwie mit seinem Samara immer und immer wieder Probleme hatte. Erst am Ende des Rennens, konnte er sich noch vor Uwe Hahn Platz drei sichern. Für alle Zweitakt Freunde gab es Grund zum Jubel. Norbert Haupt, mit dem Zweitakt – Herz im Rücken, fuhr zur Freude der Fans auf Platz zwei und steckte dadurch den „Verlust“ seines Kerzenbrettes ein wenig besser weg. Highlight bei den Trabis war der Sieg von Robert Berger. Der kleine Döbelner machte es kurz und schmerzlos und nutzte die Schwäche von Steffen Großmann professionell aus. Gratulation Robert, man konnte es Dir ansehen, welchen Spaß es Dir gemacht hat und mach weiter so. Wenn auch am Ende des Feldes, aber nicht weniger spannend ging der Zweikampf um Platz drei bei den Trabis von statten.Ulli Hänig und Trabi – Meister Dirk Hanschmann fuhren einfach mal so neun Runden, zum Gaudi der Zuschauer, neben einander. Von draußen hat es Spaß gemacht, die aber drin saßen, mussten Schwerarbeit leisten. Dirk konnte sich am Ende mit nur einem Meter, nach 48 Km Renndistanz, vor Ulli ins begehrte Ziel retten.

Vom 8. – 10. September wartet der Lausitzring auf uns, hoffen wir auf ein Orkan – freies Wochenende, aber auch wieder auf solche spannende Rennen.

Am Ende meines Berichtes möchte ich es nicht versäumen, unserem tschechischen Gast und Freund Dan Klesnil, alles Gute und vor allem baldigen Genesung zu wünschen.

Im Namen der HAIGO
Stromhardt Kraft