Aller Anfang ist schwer

Das bezieht sich im Fall des „Preis der Stadt Magdeburg“ in Oschersleben vom 20.-22. Mai 2016, nicht auf den Saisonbeginn der HAIGO, sondern viel mehr auf den Veranstalter. Das „Stuttgarter Rößle“ hatte echte Schwierigkeiten in Gang zu kommen und verärgerte unsere Fahrerschaft schon vor Beginn der Veranstaltung, mit einer gesteigerten Prämienzahlung für das freie Training am Freitag früh. Ich bin überzeugt davon, dass man dieses Vorgehen anders meistern muss und ein normales freies Training zum Einstellen der Fahrzeuge sich nicht noch extra bezahlen lässt.
Diese Überschrift bezieht sich nicht allein auf den Veranstalter, sondern auch auf das fünfte offizielle Zusammentreffen von historischen Fahrzeugen aus Ost und West. Alle vorherigen Treffen und Bemühungen zu einer vernünftigen Übereinkunft zu kommen, scheiterten kläglich.
Schon im vorigen Jahr war der Wunsch entstanden, dass die Tourenwagen der Vereinigung „Kampf der Zwerge“ und die HAIGO – Tourenwagen eine Veranstaltung zusammen bestreiten wollen. Mit Torsten Babon aus Solingen stand mir ein Mann zur Seite, der die ganze Sache optimistisch anging und nun muss ich gestehen, dass meine Befürchtungen umsonst waren. Also, wenn 44 Tourenwagen in Oschersleben auf die Reise geschickt werden, dann erfordert das ein gerütteltes Maß an Verstand von allen Beteiligten. Was soll ich sagen, im Training und in beiden Rennläufen hatten eben alle genug Verstand und meine Angst war unbegründet. Das unser Michael Krings (Zastava) noch einen blöden Kontakt mit einem NSU-TT beim Überrunden hatte, war der einzige nennenswerte Vorfall. Die Rennleitung stufte das „Vorkommnis“ als Rennunfall ein, der Fahrer war gesund, der NSU aber schwer beschädigt. Schade eigentlich, denn sonst wäre es ja auch zu schön gewesen.

Das Qualifying für die HAIGO-Formel, am Samstag – früh 8:15 Uhr – gerade mal eine Zeit zum Aufstehen.
Am Ende war die Reihenfolge:
Schwarze, T.Hoffmann, T.Koitsch, Schönfeld, Weber, Worm, J.Koitsch, Thalmann, Opitz und Wilms, um die ersten zehn zu nennen.
Die einzige Überraschung war Wilms, der mit Motor-Problemen zu kämpfen hatte und mit Platz zehn zufrieden sein musste.
Bei der Formel Easter war Heidicke vor Andzej Fontanski und Guido Ketzmarick. Mit Detlev Schulze tauchte ein neues Gesicht in der Easter auf und mit seinem Estonia 21 machte er seine Sache schon recht ordentlich. Der andere „Neuling“, den aber im Fahrerlager alle schon lange kennen, ist Martin Kuntze und der will das Auto von unserm unvergessenen Klaus Tanzmann zu alten Erfolgen führen. Leider war aber alles schon nach vier Runden im freien Training zu Ende.
Martin hatte den Estonia irreparabel in die Leitblanken geworfen. Schade, er kann eigentlich ganz gut mit dem Auto umgehen. Er war unverletzt und das ist ja bekanntlich das Wichtigste dabei.

Samstag, den 21.05. – 13:00 Uhr Den unglaublichen Start der 44 Tourenwagen musste man gesehen haben. Ich hatte Gänsehaut, aber alles ging gut. Eine ebensolche Vorstellung lieferte Dirk Förster ab. Er und sein Lada-Samara waren an Konstanz auf alle 30 Min (!) Renndauer, von keinem seiner HAIGO – Kontrahenten zu toppen. Viele sahen das mit Verwunderung und kommentierten erstaunt „wo kommt denn der her“? Das konnte ich beantworten, denn Dirk kommt aus Leipzig und ist in der Vergangenheit ein richtig harter Hund im Yamaha R6 – Pokal gewesen. Das ein Motorrad nicht viel mit einem HAIGO-Auto zu tun hat, das weiß ich wohl, aber den Speed hat dieser Mann behalten, dass konnte man 30 Min. lang mit ansehen.
Windschattenfahren war bei dem Verkehr unmöglich und so war praktisch jeder auf sich allein gestellt. Das machte der andere fast „Neuling“ aus Ronneburg mit seinem wunderschönen Zastava hervorragend. Ich spreche von Uwe Hahn, der ebenfalls dort vorn plötzlich mitspielte und Routinier Michael Weißenborn echt die Stirn bot. So viel Autos auf der kurzen Strecke von Oschersleben, erfordert schon ein geübtes Auge, wenn man die eigenen Leute immer herausfinden möchte. Aber zu was haben wir eine „Racecontrol“ die das schon heraus findet. Am Ende der Hatz waren meine „alten Herren“ ganz schön fertig, eine solche Distanz von 16 Runden ist ja auch nicht jedermanns Sache.

Und so kamen sie über die Linie:
Förster, Hahn, Weißenborn, Krings, Gröning, D.Hoffmann, Berger, Wollenberg, Schönfelder, Roth und Georg.
Dross, Thomas, Lode und Heintze fehlten aus verschiedenen Gründen. Thomas Roth feierte seinen HAIGO-Einstand und machte seine Sache recht ordentlich.
Den einzigen Ausfall hatten wir mit Kai Roßner, denn seine Kupplung verweigerte ihm den Dienst, Vortrieb ade.

Der recht gewöhnungsbedürftige Zeitplan verordnete uns am Samstag-Nachmittag „Pause“ und erst am Sonntag, wieder ganz früh um 8:00 Uhr, waren unsere Formel-Leute dran.
Mit Falk Schwarze und Thomas Hoffmann standen sich in der ersten Reihe, zwei „Kämpfer“ gegenüber, wo schon der Start alles entscheiden konnte, aber wie so oft kam alles ganz anders. Beide mussten zusehen, wie andere am Ende die Lorbeeren abholten. Schwarze fiel mit Motorschaden in Front aus und Hoffmann rettete sich mit rutschender Kupplung noch auf Platz vier. Der, der alles richtig machte und seinen alten Reservemotor einbaute und souverän von Platz zehn auf eins vor fuhr, war wieder mal Nils-Holger Wilms. Unbeeindruckt donnerte er durchs gesamte Feld und ließ sich dieses Mal sogar Zeit beim Überrunden, was ihm ja in letzter Zeit schon so manchen schönen Platz gekostet hat. Richtig gut waren die Positionskämpfe von Thalmann und Weber, die beiden Leipziger schenkten sich keinen Meter, aber das bessere Ende konnte dann doch „Jacky“ für sich verbuchen.

Zieleinlauf:
Wilms, Thalmann, Weber, Hoffmann, T.Koitsch, Schönfeld, Worm, und Opitz.
Bei den „Kleinen“ siegte der Pole Fontanski vor Ketzmarick und Neuling Schulze.
Aufgeben mussten Vogel, Heidicke, Winter und J.Koitsch.

Sonntag, den 22.05. – 10:55 Uhr
Rennen zwei der Tourenwagen, immer noch gingen 35 Fahrer auf die Einführungsrunde, ein imposantes Bild, wenn das Feld einfach kein Ende nehmen will.
Bei den HAIGO-Leuten rückten Dieter Hoffman und besonders Kai Roßner die Sache wieder ins rechte Licht. Besonders Roßner, der ja vom Starplatz 35 (!) los fahren musste, kämpfte sich wie ein Löwe bis auf Platz drei nach vorn. Dieter Hoffmann ließ seine ganze Kampferfahrung spielen und schaffte mit viel Bravour Platz eins. Auch er war am Ende fix und fertig aber glücklich. Uwe Hahn zog unbeirrt seine Runden und ließ sich auch durch den stark aufkommenden Roßner nicht aus der Ruhe bringen. Es war überhaupt sehr verwunderlich anzusehen, wie sich einige der Fahrer über den Winter mental und technisch verändert haben. Ich bin sehr gespannt, wenn zum nächsten Rennen (wieder in Oschersleben im Rahmen der TCR und Formel 4), die beiden schnellen Leute, Dross und Rocco Berger wieder mit dabei sind.

So kamen sie dann ohne Tibor Georg (Wasserverlust) und Jonny Schönfelder (Motorschaden) über die Linie:
D.Hoffmann, Hahn, Rossner, Förster, Weißenborn, Gröning, Wollenberg, Krings, F.Berger und Thomas Roth.

Alle gaben mir zu verstehen, dass man das gemeinsame Rennen mit so viel Startern, ohne Probleme mal wiederholen sollte. Torsten Babon und ich haben uns sehr über diese, doch sehr interessante Meinung der Fahrerschaft, gefreut und werden es für nächstes Jahr ganz sicher in unsere Planung aufnehmen.

Sonntag, den 22.05. – 16:15 Uhr.
Auf seiner Lieblingsposition, Pole, steht Nils- Holger Wilms. Daneben, ein eher ungewohntes Bild, Jacky Thalmann. Dann Weber, T.Hoffmann, T.Koitsch und Schönfeld. Dann Worm und „Altmeister“ Opitz. Tolles Rennen, besonders von Gunter Schönfeld, der seine Runden abspulte, als ob es noch nie anders gewesen wäre. Toni Koitsch dahinter, zog alle Register, versuchte alles und kam nicht vorbei. Leider gab es vier Ausfälle: Vogel (Wasser), Hoffmann (Kupplung), Winter (Motor) und Jörg Koitsch (Kopfdichtung).

Zieleinlauf:
Wilms, Schönfeld, T.Koitsch, Weber, Opitz, Worm und Werner
Easter:
Fontanski, Ketzmarick und Schulze.

Stromhardt Kraft