ADAC TCR Race Weekend – Oschersleben

Vom 07. – 09.07.2017 gastierte die internationale und die nationale Rennserie TCR sowie die Formel 4 in Oschersleben.
Das die HAIGO zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde, ist sicher der Konstanz der HAIGO in den letzten Jahren zu verdanken. Ein wenig Angst hatte ich schon, weil der langjährige Freund der HAIGO, der Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben Thomas Voß, nicht mehr in Oschersleben tätig ist. Aber alle Bedenken waren umsonst, denn der „Neue Boss“ in Oschersleben ist kein Geringerer als Ralph Bohnhorst. „Bohni“ war 1989 Europameister und fünfmal Deutscher Meister in der Klasse der Renngespanne. Das da die Chemie zwischen uns stimmt, ist natürlich selbstverständlich. Im Orga – Meeting am Donnerstag – Abend stellte mich Bohni den internationalen Gästen vor und sagte:
Stromhardt Kraft ist der Direktor des VEB Kombinates HAIGO.
Ich glaube nicht, dass die Gäste aus Italien, Spanien, Frankreich, England, Schweiz, Belgien und Ungarn auch nur im Geringsten verstanden haben, was Bohni damit sagen wollte.
Aber applaudiert haben sie alle und ich wurde herzlich aufgenommen.
Die Platzverhältnisse im Fahrerlager waren durch die Absage des tschechischen Skoda-Octavia-Cup regelrecht himmlisch.
Die HAIGO-Truppe konnte zum ersten Mal so richtig aufatmen.
Alles locker und soft, wir haben es alle sehr genossen.

Das der Zeitplan einigen nicht so richtig gefallen hat, war der Absage des Skoda-Cup geschuldet. Wenn man als Veranstalter so um die 50.000 Stück Rennprogramme in Umlauf gebracht hat, da kann man am Samstag – früh den Zeitplan eben einfach nicht mehr ändern.

So kam es dann dazu, dass die HAIGO´s zum zweiten Mal in ihrer Geschichte „getrennt“ wurden. Das heißt, dass unsere Rennen nicht wie immer hinter einander gestartet wurden, sondern die Tourenwagen am Samstag – Abend und die Formel – mitten in der Nacht – nämlich Sonntag – früh 8:30 Uhr. Eigentlich möchte ich es nun gerne immer so haben, denn die Nachtruhe im Fahrerlager war wohltuend, ganz im Gegenteil zum Sachsenring-Wochenende.

Die beiden freien Trainings am Freitag verliefen ohne große Höhepunkte, denn die Fahrer haben schon lange begriffen, dass man im freien Training kein Rennen gewinnen kann.
Am Samstag gegen 14:05 Uhr begann dann der Kampf um die Startplätze und es war gar keine Überraschung, dass Guido Steinmann seine gute Performanz vom Sachsenring konserviert hatte und in Oschersleben gleich mal neu demonstrierte.
Auch Dieter Hoffmann machte wieder auf sich aufmerksam und hat seinen Samara scheinbar wieder zu alter Leistung verholfen. Unser, immer auf Punktejagt befindlicher Rocco Berger, stellte sich ganz heimlich und leise auf Platz drei, hinter Steinmann, um immer gleich mit bei der Musik zu sein. Dahinter Krings und Rossner, die nur 0,81 Sekunden hinter Steinmann zurück lagen. Es schien so, als ob die alte Dominanz der HAIGO-Tourenwagen, nur auf dem Sachsenring eine Unterbrechung gefunden hätte.

Die Formel wird im Moment ganz schön von Toni Koitsch beherrscht. Unser ehemaliges Renn-Küken hat sich inzwischen zur einer „Rennmaschine“ entwickelt, die keine Unklarheiten darüber aufkommen lässt, wer in dieser Saison Meister werden will. Hoch interessant war der zweite Platz von Jacky Thalmann, der Leipziger tauchte auf einmal vorn auf und brachte gleich auch noch Tobias Worm im Schlepptau mit.

Alles ganz gegen den Willen von Meister Wilms, der auch noch Jens Maik (Nase) vorbei ziehen lassen musste. Das Schlimmste für Wilms war aber die Tatsache, dass damit sein sechzigster (60) Geburtstag, ganz und gar nicht nach seinen Wünschen verlief. Das Mitleid für unseren Meister war echt, aber es hielt sich in Grenzen. Platz fünf im „Quali“ ist für ihn eben schon eine herbe Niederlage.
Unser polnischer Freund Andrzej Fontanski ist ja dieses Jahr in die Mondial umgestiegen. In der Easter war er ja in guter Gesellschaft und immer für eine vordere Platzierung gut, aber nun weht ihm ein eisiger Wind entgegen. So sagte er mir, hätte er es sich nicht vorgestellt, die Jungens würden ja richtig schnell fahren.

Samstag, 17:35 Uhr – Rennen 1 der HAIGO Tourenwagen.
Noch ganz schön viel Zuschauer auf den Tribünen und an der Strecke. Nicht so viele wie auf dem Sachsenring, aber für die Uhrzeit und Samstag – Abend, Donnerwetter.
Also, ich muss es hier mal ganz deutlich sagen, die HAIGO – Tourenwagen sind im Moment der Publikums-Renner und haben in Oscherleben eine Werbung für uns gemacht, die kaum zu toppen ist. Mein lieber Mann – Hahn, Gröning, R. Berger, Steinmann, Rossner, Dross und Krings brannten ein Feuerwerk des Motorsports ab, dass sogar Leute aus dem Hotel zurück ins Fahrerlager kamen, um diese Heißsporne zu beglückwünschen. Der Tenor in der Rennleitung war eindeutig:

– Es war das beste Rennen des Tages!!!

Ich kann diese Positionskämpfe nicht mehr wiedergeben, denn dazu würde das Papier hier nicht reichen.

Hier die Zeitdifferenz im Ziel: Krings – 20:34,924 und der Sechste Dieter Hoffmann – 20:57,534, das ist eine Differenz von sage und schreibe 2,39 Sekunden nach elf Runden in Oschersleben.

Da kann man nur sagen – danke Jungs, das habt ihr großartig gemacht.
1. Michael Krings
2. Kai-Uwe Rossner
3. Guido Steinman
4. Rocco Berger
5. Peter Gröning
6. Dieter Hoffmann

Natürlich auch allen anderen ein großes Dankeschön, besonders aber an Sebastian Dross, der in der letzten Runde auf Platz drei, einen Vergaserschaden zu beklagen hatte.
Danke auch an Marcel Heintze, der trotz einer privaten Verpflichtung, wenigsten am Samstag der HAIGO die Traue gehalten hat.

Wie schon erwähnt, Sonntag – früh 08:30 Uhr Start der Formel.
Aber in der Nacht und noch am Morgen Regen und keine Alternative für die Bereifung der Wagen. Rennleiter Bohnhorst stelle mir gegen 07:00 Uhr das Safety Car zu einer Besichtigungsrunde zur Verfügung. Das Ergebnis war eindeutig, Wasser überquerte an mehreren Stellen die Fahrbahn und das geht natürlich nur mit Regenreifen. Die Gefahr, dass es während des Rennens abtrocknet war schon groß, denn dann wären diese Reifen unwiderruflich kaputt gegangen. Zum Glück hatte Petrus ein Einsehen und schickte ab und zu mal ein wenig Nasses von oben so das die Reifen nicht in Gefahr kamen zu verbrennen.
Der Start war schon eine Beute von Toni Koitsch und Jacky Thalmann hing sich sofort dran. Zu aller Erstaunen tauchte nach dem ersten Umlauf Heiko Werner auf Platz drei auf und konnte bis zur letzten Rund nicht von dort verdrängt werden.

Aber eben in dieser letzten Runde kam Falk Schwarze von hinten und nahm ihm den schon sicher geglaubten Podiumsplatz einfach weg. Wilms hatte im Regen mit seinem M 90 keine Chance, gegen den Estonia 25 von Toni Koitsch und der verwaltete seinen Platz an der nicht vorhandenen Sonne, souverän bis ins Ziel.

Ein besonderes Dankeschön gilt den Fahrern der Klasse Easter und dort wieder besonders dem „HAIGO – Neuling“ Christian Stoppel. Christian hat den Estonia 21 von Silvio Keilig käuflich erworben und kommt damit scheinbar großartig zurecht.
Auf alle Fälle war der „Vielstarter“ (war vor dem Sachsenring auf dem Moskau-Race-Track gestartet) Hartmut Heidicke erstaunt, dass ihm „Stoffel“ gleich mal so 6,21 Sek. abgenommen hatte. Na ja, diese Jugend eben und es ist ja auch gut so, dass diese „Grünschnäbel“ so langsam in die Gänge kommen. Auf alle Fälle ist da Licht am Ende des Tunnels zu sehen und es wird auch nächstes Jahr wieder eine Formel Easter geben.

Am Sonntag, den 09.07.2017 war die alte Ordnung wieder hergestellt und die HAIGO startete zu Gunsten der internationalen Gäste und übernahm als „Gastgeber“ die beiden letzten Rennen des Tages. Das nächste Rennen der TCR – Truppe ist in Thailand, dann folgt China und ihr Saisonfinale findet in Abu Dhabi statt. Da kann man sich gut vorstellen, dass die schon ihre Tracks voll packen, wenn wir an den Start rollen.
Zuerst gingen die Tourenwagen gegen 15:30 Uhr an den Start und da die Platzierung vom ersten Rennen die Startaufstellung vom zweiten Rennen ergibt, war klar das Samstag-Sieger Michael Krings, auf der Pole stand. Genützt hat es dem „Micha“ nicht viel, denn die russische „Heckschleuder“ von Kai-Uwe Rossner startet eben unglaublich gut und der Zastava -Fronttriebler blieb mit durchdrehenden Rädern fast auf der Stelle stehen.
Aber er machte sich dann als Polesetter auf den Weg nach vorn, was aber kein „Zuckerschlecken“ war. Denn die ganze „Bande“ um Rossner, Hahn, Hoffmann, Dross und Steinmann, geben einen gewonnen Meter nicht ohne Gegenwehr zurück.
Dadurch, dass sich Rossner und Hahn im direkten Zweikampf verstrickten, gelang Krings die Flucht nach vorn. Am Anfang waren es nur wenige Meter, aber von Runde zu Runde schaffte er es, sich einen Vorsprung von 100 Metern bis ins Ziel zu sichern. Schade, dass Uwe Hahn seinen bildschönen Zastava in Runde sieben ohne Fremdeinwirkung, in die Leitplanken parkte. Hoffentlich bekommt Uwe den Schaden bis Brno wieder hin, ich wünsche ihm dabei viel Erfolg. Sebastian Dross kam vom letzten Startplatz stark nach vorn, aber für ihn war das Rennen einfach zu kurz. Dennoch ist der vierte Platz ein Erfolg fürs „Dross-Team“, denn die Erfolge sind dieses Jahr ganz rar für den Berliner. Wunderbare Positionskämpfe auch im „Hinterfeld“ zwischen Thomas Roth und „Oldie“ Fritz Berger. Aber passt auf, demnächst habt ihr dort auch noch Rene Bath mit auf dem „Hals“, denn der drückt schon ganz schön auf den „Pinsel“. Eine kleine Begebenheit muss ich noch berichten, ich freue mich ja wirklich mit euch nach dem Rennen und ich lasse mich auch gern drücken, aber wisst ihr wie weh das tut, wenn ihr dabei noch den Helm auf habt?

Sonntag, den 09.07.2017 – 16:10 Uhr.
Start der Formel und trockenes Wetter, also alles für ein gutes Rennen gerichtet. Wilms gewinnt den Start und macht kein großes Hehl daraus, dass er Lauf zwei gewinnen will. Die beiden Leipziger Thalmann und Worm, sowie der Oberlausitzer Schwarze müssen von ganz hinten starten. Alle drei hatten Probleme im ersten Rennen und hatten nun schlechte Karten.

Aus der ersten Runde kamen sie so zurück:
Wilms, T. Koitsch, Schwarze(!) Weber, Thalmann, Werner, J.Koitsch, Schönfeld und Fontanski.

In Runde drei ging T. Koitsch an Wilms vorbei und machte gleich ein paar Meter gut. Dann passierte Weber Schwarze und der kam ins Visier von Thalmann, der vorher noch irgendwo an Werner vorbei gekommen war. In dem Zusammenhang ein großes Dankeschön an Gunter Schönfeld, der nach dem unverschuldeten Crash vom Sachsenring, seinen Estonia wieder mit vier Rädern(!) an den Start gebracht hat.
Am Ende trennten 32,98 Sek. die Plätz eins bis zehn und leider ist die Leistungsdichte der Formel der vergangenen Jahre, nicht wieder zu erkennen. Denn am Ende kamen sie alle irgendwie allein in der Reihenfolge Toni Koitsch, Nils-Holger Wilms, Bernd Weber, Falk Schwarze, Frank Thalmann, Heiko Werner, Jörg Koitsch und Gunter Schönfeld über die Linie.

Danach folgte aber schon die Easter, mit Christian Stoppel, Hartmut Heidicke, Peter Benz, Lutz Stallbaum, Tobias Winter, Guido Ketzmarick und Detlef Schulze.

Nun kann ich sagen, danke an alle die mitgeholfen haben, dass Oschersleben 2017 ein Erfolg war.

Das war nun die Halbzeit in dieser Saison und nun geht es Anfang September nach Brno, dann nach Poznan, dann noch einmal nach Most und dann nach Siebenlehn.

Die Autobahn Dresden – Prag ist ja nun fertig und da geht es vielleicht ein wenig schneller.

Ich wünsche allen ein paar erholsame Tage und freue mich euch alle gesund in Brno begrüßen zu können.
Bis dahin,
Stromhardt Kraft